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Vier neue Professor*innen an die KHM berufen – Kukama, Roche, Salzmann und Tonagel

KHM
Von links: Roche, Salzmann, Kukama und Tonagel (Fotobearbeitung: KHM)

Zum Wintersemester 2022/23 fest berufen wurden donna [sic] Kukama als Professorin für Zeitgenössische Kunst/Globaler Süden und François Roche als Professor für Räume als Prozesse. Sasha Marianna Salzmann kommt als Vertretungsprofessor*in für Literarisches Schreiben 2 und Tina Tonagel als Gastprofessorin für Sound 2.

27. Oktober 2022

Vier neue Professor*innen verstärken ab sofort die Lehre an der KHM in Fachgebieten Zeitgenössische Kunst/Globaler Süden, erweiterter Architekturbegriff, Literatur und Soundart.


Mit donna [sic] Kukama und ihrem Lehrgebiet Zeitgenössische Kunst/Globaler Süden kommt eine interdisziplinäre Künstlerin an die KHM, die Performance als Werkzeug für kreative Forschung einsetzt. Ihre Kunst bewegt sich zwischen Performance, Video, Text, Sound und Multimedia-Installationen. In ihrer Praxis verwebt sie große mit kleinen Aspekten der Geschichte, indem sie fragile und kurze Momente der "Fremdheit" in soziopolitische Zusammenhänge einführt.

Kukama hat in mehreren namhaften Institutionen, Museen und Biennalen ausgestellt und Performances präsentiert, darunter die Tate Modern in London, Nottingham Contemporary in Nottingham, Padiglione d' Arte Contemporanea Milano in Mailand, South African National Gallery in Kapstadt, Museum of Modern Art in Antwerpen, nGbK in Berlin und das New Museum in New York.

In den vergangenen zehn Jahren (2011–2021) war sie Dozentin am Fachbereich Bildende Kunst der University of Witwatersrand in Johannesburg.  Kukama erwarb einen Master in Kunst im öffentlichen Raum (MAPS) an der Ecole Cantonale d'Arts du Valais in der Schweiz und wird ihren PhD in Artistic Research an der University of Plymouth, UK, abschließen.


François Roche bereichert die Lehre an der KHM um den architektonischen Schwerpunkt "Räume als Prozesse". Roche ist der Gründer von New-Territories (R&Sie(n). New-Territories ist eine polymorphe Architekturorganisation. Sie wurde 1993 gegründet und hat verschiedene Etiketten, Namen, Strategien und Ziele angenommen. An der Spitze von New-Territories steht der androgyne, transgeschlechtliche Avatar _S/he_, der François Roche ermächtigt hat, in seinem Namen zu schreiben, zu sprechen und zu lehren.

Roches architektonische Entwürfe und Prozesse wurden unter anderem an der Columbia University (New York, 1999–2000), der UCLA (Los Angeles, 1999–2000), dem ICA (London, 2001), dem Mori Art Museum (Tokio, 2004, 2019), dem Centre Pompidou (Paris, 2003), dem MAM / Musée d'Art Moderne (Paris, 2005, 2006), der Tate Modern (London 2006) und Orléans / ArchiLab (1999, 2001, 2003) gezeigt. Die Arbeiten von R&Sie(n), New Territories wurden für die Ausstellung im französischen Pavillon auf den Architekturbiennalen von Venedig 1990, 1996, 2000 und 2002 und für die internationale Sektion in den Jahren 2000, 2004, 2008 und 2010 sowohl im Internationalen als auch im Österreichischen Pavillon ausgewählt.

In den letzten zehn Jahren lehrte François Roche als Gastprofessor an der Bartlett School in London (2000), an der TU Wien (2001), an der ESARQ in Barcelona (2003–04), an der ESA in Paris (2005), an der University of Pennsylvania in Philadelphia (2006), an der Angewandten in Wien (2008–09), an der USC in Los Angeles (2009–2012), an der Gsapp-Columbia University (2006–2013), an der Upenn in Philadelphia (2012–14) und als Gastprofessor am RMIT in Melbourne (2012–2018). Seit 2015 lehrt F. Roche an der EGS International, Saas-Fe in der Schweiz.

Mit  Sasha Marianna Salzmann  kommt als Vertretungsprofessorin für Literatur 2 eine Dramatiker*in, Romanautor*in und Essayist*in an die KHM, deren Theaterarbeiten mit zahlreiche Preise ausgezeichnet wurden. Salzmann hielt zudem Poetikdozenturen für Prosa und Dramatik und unterrichtete als Gastdozent*in an der Universität der Künste Berlin, der Universität für angewandte Kunst in Wien und dem Literaturinstitut Leipzig.  2020 wurde Salzmann mit dem Kunstpreis für Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin sowie mit der Ricarda Huch Poetikdozentur für Gender in der literarischen Welt der Universität Braunschweig ausgezeichnet. 2021 erschien Salzmanns zweiter Roman Im Menschen muss alles herrlich sein, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. 2022 wurde Sasha Salzmann mit dem Preis der Literaturhäuser und dem Hermann-Hesse-Literaturpreis geehrt.

In ihren Seminaren erkundet Salzmann mit den Studierenden die vielfältige ukrainische Kunst und die Frage, wie man beim Schreiben von Theatertexten den eigenen Blick und die eigene Prägung sowohl verstehen wie auch dekolonialisieren und dekonstruieren kann.

Am Donnerstag, dem 10. November 2022 ( 19 Uhr, Aula, Filzengraben 2) liest und diskutiert Sasha Marianna Salzmann aus ihrem Roman "Im Menschen muss alles herrlich sein" an der KHM.


Die bildende Künstlerin und Musikerin Tina Tonagel  ist Gastprofessorin für Sound 2 an der KHM, eine Professur, die alle drei Semster wechselnd besetzt wird, um im Soundbereich neue Akzente zu setzen.

Tonagel arbeitet in den Bereichen Kinetik, Klangkunst und Visuals und entwickelt raumbezogene kinetische Installationen und Klangobjekte. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Ästhetik und Nachvollziehbarkeit der elektromechanischen Konstruktionen und analogen Klangerzeugung. Mit selbsterfundenen Instrumenten und Overheadprojektoren entwickelt sie audiovisuelle Performances und erforscht gemeinsam mit verschiedenen Musiker*innen ungewöhnliche Konzertformate. 2019 gründete sie die experimentelle Frauenband 120 DEN, die ausschließlich auf elektronisch modifizierten Schaufensterpuppenbeinen spielt.

Tonagel hat (1994–1999) Kunst und Musik auf Lehramt an der Universität Bielefeld studiert und wechselte 1999 zur KHM, wo sie 2004 ihr Diplom im Bereich Medienkunst bei VALIE EXPORT machte.

Ihre Arbeiten sind vielfach ausgezeichnet worden und werden im In- und Ausland bei Ausstellungen und Festivals gezeigt, u.a. bei der transmediale Berlin, European Media Art Festival Osnabrück, Museum Ostwall Dortmund, European Soundart Award Marl, Moers Festival und im Museum Marta Herford.

Redaktion — Juliane Kuhn
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