DAS KHM-LOGO


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WHITE GROUND BLACK SQUARE


Das Logo der KHM sieht aus wie ein schwarzes Quadrat. Das ist es auch, jedoch nicht nur: Es steckt noch mehr darin! Als die Gestalter Uwe Loesch und Michael Wichelhaus 1990 das Logo für die frisch gegründete Hochschule entwarfen, wählten sie eine Form, die viele Anschlussmöglichkeiten bietet.

Die Kunstgeschichte der letzten einhundert Jahre ist voller Obsessionen fürs Quadrat gewesen: Man denke an Kasimir Malewitsch‘ "Schwarzes Quadrat", an Hans Richters frühe Experimentalfilme, an Samuel Becketts Fernsehspiel "Square", an John Baldessari’s Fotoserie "Throwing four balls in the air to get a square" usw.
Quadrate haben den Vorteil, dass sie keine Ornamente sind, ferner sind sie nicht gerichtet. Als neutrale Durchgangsform zwischen Hoch- und Querformat verdeutlichen sie die Bedeutung jeder künstlerischen Entscheidung für ein Format (- es gibt nicht nur die Breitleinwand!).


Wer das Logo genauer anschaut, wird zudem bemerken, dass es sich sehr von Malewitsch‘ " Schwarzem Quadrat" unterscheidet. Denn es zeigt neben zwei scharfen auch zwei unscharfe Kanten. An den scharfen Kanten wirkt das Schwarz kontrastreich, an den unscharfen aber verwaschen. Unter dieser Perspektive erweist sich das Logo der KHM als ein Testbild für Fragen der Wahrnehmung.

Es kommt noch etwas hinzu: Seit Goethes Farbenlehre weiß man, dass an der Grenze von Schwarz und Weiß bei gewissem Lichteinfall Farberscheinungen auftreten können (- man teste es an der Kante eines Fensterrahmens im Morgenlicht).

Das heißt: Unser schwarzes Quadrat ist nicht nur schwarz, sondern virtuell farbig. So rührt das Logo der KHM an Fragen der Gestaltung, der Kunst- und Filmgeschichte, des Formats und der Wahrnehmung.


Und wer in Google-Earth die KHM-Adresse Filzengraben Köln eingibt, kann auf einem Flachdach die folgende Schrift entdecken: WHITE GROUND BLACK SQUARE.

Daneben ein Quadrat aus Quadraten. Es ist der QR-Code der KHM. So kehrt das Logo technologisch wieder. Das schwarze Quadrat ist durch die Aktion der Künstlergruppe REMOTEWORDS im Informationszeitalter angekommen.


Peter Bexte

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