1. Preis beim Kölner Kurzfilmfestival 2018

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Still aus "Die wahre Nacktheit" von Alexander Pascal Forré

Alexander Pascal Forré wurde für seinen Abschlussfilm "Die wahre Nacktheit" mit dem 1. Jurypreis ausgezeichnet.

Der erste Preis der Jury des Kölner Kurzfilmfestivals KFFK N°12 ging am vergangenen Sonntagabend an Alexander Pascal Forré. Für seinen Experimentalfilm "Die wahre Nacktheit" erhält er den mit 1.800 Euro dotierten Preis der Kölner Filmproduzenten, gestiftet von btf – Bild- und Tonfabrik, Zeitsprung Pictures und augenschein Filmproduktion. "Die wahre Nacktheit" ist der Abschlussfilm von Alexander Pascal Forré an der Kunsthochschule für Medien Köln. 

"Die wahre Nacktheit" (2018, 22 Min.) Regie und Buch: Alexander Pascal Forré; Kamera: Colin Péguillan, Alexander P. Forré, Mario Milinovic, Tim Gorinski, Kolja Müller, Herman Kuhl, Nikolas Jürgens; Diplombetreuer: Prof. Matthias Müller, Prof. Johannes Wohnseifer, Prof. Sophie Maintigneux, Tobias Yves Zintel; Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln


Den dritten Preis der Jury erhielt der KHM-Absolvent Lukas Marxt für seinen Experimentalfilm "Imperial Valley (Cultivated Run-Off)" (2018. 14 Min.). Der Film wird in der Reihe "Heimspiel" am 5.12. an der KHM präsentiert (siehe Programm hier).

Die Mitglieder der Jury im Deutschen Wettbewerb des KFFK N°12 waren Jennet Thomas, Lucas Barwenczik und Mehmet Akif Büyükatalay.


Das Kölner Kurzfilmfestival 2018 zeigte insgesamt sechs Filme von Studierenden der KHM in seinem Programm.
Im Deutschen Wettbewerb des Festivals wurde neben Alexander Pascal Forrés "Die wahre Nacktheit" auch der Abschlussfilm von Stefan Ramirez Pérez "Confluence" gezeigt. Im Programm "Kölner Fenster" wurden "Concrete Dust" von Viktor Brim, "Nenn mich nicht Bruder" von Gina Wenzel und "Shadow on Railing" von Jeayoung Koh präsentiert. Weitere Informationen hier

Redaktion — Ute Dilger

Die Jurybegründungen:
1. Preis der Jury im Deutschen Wettbewerb

"Die wahre Nacktheit" von Alexander P. Forré
"Mit Penissen und lauten Auffälligkeiten Aufmerksamkeit zu erhaschen, ist gängige Praxis junger Männer, doch wirklich anstößig oder provokativ ist es nicht mehr. Es führt höchstens zu Lachern oder Abwehrreaktionen, auch die alten Videoaufnahmen zeugen davon. Zwischen dem Grölen seiner Kollegen und den nüchternen Beurteilungen der Lehrkräfte und Psychologen versucht Alexander durch den poetischen Ausdruck und Selbstreflexion eine eigenwillige Rückeroberung seiner Bilder. Die ursprünglich zur Belustigung dokumentierten Videoaufnahmen werden in einem künstlerischen Prozess umgedeutet und neu interpretiert. In einer Zeit hochauflösender und gefilterter Selbstdarstellung schafft es dieser uneitle Film, eine in ihrer Menschlichkeit politische Ebene zu erreichen. Wie die Figur Alexander lockt sie zuerst durch Fremdscham und Belustigung, um am Ende eine schmerzhafte Traurigkeit zu hinterlassen. Der eingangs be- und verurteilende Blick wird in Frage gestellt, Kategorien verschwimmen - die Selbstdarstellung als eine Form der Selbstausbeutung. Die wahre Nacktheit ist keine bloße körperliche, sondern eine Entblößung der Innenwelt. Somit ist dieser Film wirklich anstößig."

3. Preis der Jury im Deutschen Wettbewerb

"Imperial Valley" von Lukas Marxt.

Einem Raumschiff gleich schwebt der Film über endlose Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung. Kameradrohne und Mensch beschleunigen, bis die Welt eine Sammlung von Texturen wird, zuerst ein fremder Planet, dann ein Abstraktum. Dazu eine Musik, die an dystopische SciFi-Filme vergangener Zeiten erinnert.  Im Anthropozän ist die Industrie zu Landschaft geworden. Aus Chaos wurde geometrische Ordnung, die bittere Schönheit des Verwalteten, der man sich kaum entziehen kann. 

Ein politisches Statement, dass sich auch in seiner Klarheit und Dringlichkeit nie auf einen Slogan reduzieren lässt.

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