Bundespreis für Kunststudierende an Stephanie Glauber

Bundespreis für Kunststudierende an Stephanie Glauber
Book about everything of interest, Detail, 698 Seiten, Hardcover, 17 x 11 x 6 cm, 2015
— von Juliane Kuhn —
Stephanie Glauber ist eine der PreisträgerInnen des 23. Bundeswettbewerbs „Bundespreis für Kunststudierende“ 2016/2017

Beim 23. Bundeswettbewerb „Bundespreis für Kunststudierende“ 2016/2017 (vormals „Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus") wurden acht Studierende von sechs Kunsthochschulen prämiert. Sie teilen sich 30.000 Euro Preisgeld und 18.000 Euro Produktionsstipendien. Letztere sollen es ihnen ermöglichen, gezielt Werke für die Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn zu erarbeiten.

Außerdem erhalten die PreisträgerInnen und einen eigenen Katalog. Gestaltet wird er, wie die Wettbewerbsmedien überhaupt, von der Hochschule der Bildenden Künste Saar.

Eine Ausstellung ihrer Werke ist ab 9. November 2017 (bis 28. Januar 2018) in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. Die feierliche Preisverleihung und Ausstellungseröffnung findet am 9. November 2017 statt. Der „Bundespreis für Kunststudierende“ richtet sich an die 24 in der Kunsthochschulrektorenkonferenz organisierten Kunsthochschulen und Akademien Deutschlands. Sie nominieren jeweils zwei ihrer Studierenden oder studentische Teams.


Der Bundespreis für Kunststudierende ist in dieser Form einzigartiges Forum für den künstlerischen Nachwuchs in Deutschland. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lobt den Wettbewerb seit 1983 aus; das Deutsche Studentenwerk organisiert ihn. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn zeigt die Werke der Preisträgerinnen und Preisträger exklusiv.

Bis zur aktuellen Auflage 2016/2017 hieß der Wettbewerb „Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus“ und war eine Sammelausstellung aller nominierten Studierenden. Auf Anregung der beteiligten Kunsthochschulen und Akademien wurde der Wettbewerb neu konzipiert. Künftig werden ausschließlich die Werke der vorab ausgewählten Preisträgerinnen und Preisträger ausgestellt, sie erhalten überdies dafür ein Produktionsstipendium.
Die Jury setzte sich zusammen aus: Rita Kersting, Stellvertretende Direktorin, Museum Ludwig, Köln; Matthias Ulrich, Kurator, Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main; Bettina Steinbrügge, Direktorin, Kunstverein in Hamburg.


Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, DSW-Präsident Prof. Dr. Dieter Timmermann sowie Rein Wolfs, der Intendant der Bundeskunsthalle, gratulieren gemeinsam den ausgewählten Kunststudierenden: „Mit dem Bundespreis erhalten Sie eine für Kunststudierende einzigartige und, wie wir hoffen, nachhaltige Förderung für Ihre weitere künstlerische Laufbahn. Darauf dürfen Sie stolz sein.“

Stephanie Glauber (* 1991 in München) stu­diert seit 2012 an der Kunst­hoch­schule für Medien Köln und unter­sucht in ihrer Arbeit den facettenreichen Bereich zwischen dem Digitalen und dem Analogen. Eine von der Künst­lerin er­stell­te Daten­bank zeigt Scans von Himmeln aus histo­rischen Büchern, die bei Google Books durch­gängig einen Moiré-Effekt auf­weisen. In ihrem Video Re:Re:Re:Re (zusammen mit Hermes Villena) durch­laufen Ob­jek­te und ihre Ober­flächen einen Weg vom Phy­si­ka­lischen zum Di­gi­talen – eine Wand­lung vom Ori­gi­nal zur Foto­gra­fie, zum di­gi­talen Scan, zum ge­druck­ten Ob­jekt, zur Video­auf­nahme, die mit einer Sound­kom­posi­tion unter­legt ist, die auf gleiche Weise ein Hy­brid zwi­schen mensch­lichem und di­gi­tal er­zeug­tem Klang ist.

Am stärks­ten hat die Jury ein Buch be­ein­druckt: das Book about everything of interest (2015). Es ist eine ge­druck­te, 698-seitige Enzy­klo­pä­die mit spe­zi­fischen Ka­pi­teln bzw. The­men, denen on­line ver­füg­bare, algo­rith­misch zu­sam­men­ge­stell­te Auf­lis­tungen zu­ge­ord­net sind. Diese Lis­ten sind im Buch in für Such­funk­tionen adap­tier­ten For­mu­lie­rungen ge­druckt. Für kurze Zeit ist das Buch, das für fast alle Such­an­fragen einen Treffer dar­stellt, aktuell – wenige Se­kun­den später ist es be­reits ver­altet. 
(Textauszug Rita Kersting, Jury)

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