Natasha A. Kelly: Schwarzer Feminismus

KHM
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Dr. Natasha Kelly

Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin in Kooperation mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln (IFFF)

Termine
Donnerstag, 6. Februar 2020, 19 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

"Bin ich etwa keine Frau*? Sehen Sie mich an! Sehen Sie sich meinen Arm an! Ich habe gepflügt, gepflanzt und die Ernte eingebracht, und kein Mann hat mir gesagt, was zu tun war! Bin ich etwa keine Frau*?«"– Sojourner Truth, 1851


Als Sojourner Truth während ihrer Rede auf einem Frauenkongress in Akron, Ohio, die Frage stellte, ob sie denn keine Frau* sei, brachte sie eine Debatte ins Rollen, deren Ausmaß nicht abzusehen war. Sie hatte nämlich gleichermaßen weiße Frauen* für den Rassismus und Schwarze Männer für den Sexismus kritisiert, den sie Schwarzen Frauen* jeweils entgegenbrachten. Erst Ende des 20. Jahrhunderts, also fast 150 Jahre später, erhielt diese spezifische Form der Mehrfachdiskriminierung einen Namen. Es war Kimberlé Crenshaw, die 1989 den Begriff der ›Intersektionalität‹ prägte, der seitdem aus feministischen Diskursen nicht mehr wegzudenken ist.


Doch wie verliefen die Schwarzen feministischen Debatten bis dahin? Vor welchen Herausforderungen standen Schwarze Frauen*im Globalen Norden? Und was können wir heute von ihnen lernen? Der vorliegende Band dokumentiert die Kontinuität dieser feministischen intellektuellen Tradition anhand ausgewählter Texte von Sojourner Truth, Angela Davis, The Combahee River Collective, bell hooks, Audre Lorde, Barbara Smith, Kimberlé Crenshaw und Patricia Hill Collins. Sie erscheinen erstmals in deutscher Sprache und werden so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.


"Obwohl der Entstehungszeitraum der Texte zwischen 1971 und 1990 liegt, sind sie hochaktuell." – Ava Weis, Missy Magazin

Redaktion — Juliane Kuhn

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist Kommunikationssoziologin mit den Forschungsschwerpunkten Post-/Kolonialismus und Feminismus.  Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Autorin, Dozentin und Kuratorin hat an zahlreichen Institutionen in Deutschland und Österreich gelehrt und geforscht. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin (2010 – 2013) setzte sie sich v.a. mit der Verwobenheit von Wissen, Macht und Körper auseinander. In ihren Publikationen "Afroism" (2008), "Sisters & Souls" (2015), "Afrokultur" (2016) u.a. und in ihren künstlerischen Arbeiten "EDEWA" (2010 – heute), "Giftschrank" (Deutsches Historisches Museum, 2016/2017, Museum Schöneberg 2017) und "African_Diaspora Palast" ("Weltausstellung_Reformation", Wittenberg 2017) u.a. verbindet sie Theorie und Praxis an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert.


Neben ihrer beratenden Tätigkeit für verschiedene Kunstinstitutionen war sie von 2015 – 2018 die künstlerische Leiterin der Theaterreihe»M(a)y Sister« am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin. Ihr preisgekrönter Debütfilm "Millis Erwachen" (2018) wurde von der 10. Berlin Biennale in Auftrag gegeben und in nationalen und internationalen Kontexten gezeigt, darunter am Museum für Moderne Kunst MMK Frankfurt, in der Bundeskunsthalle Bonn und am Kirchner Museum Davos, in unterschiedlichen Ländern Europas, in Australien und in den USA. Die gleichnamige Publikation ist beim Orlanda Frauenverlag Berlin erhältlich. Ihr jüngstes Buch ist eine Sammlung deutscher Übersetzungen der Grundlagentexten Schwarzer Feministinnen (von Sojourner Truth bis Kimberlé Crenshaw) und das erste Buch in einer neuen Reihe von Feminist Readers of Color im Unrast Verlag Münster.

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