Vier neue Professorinnen an die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) berufen

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Mit Prof. Dr. Isabell Lorey und Prof. Dr. Fatima Kastner kommen zwei renommierte Theoretikerinnen an die KHM, die den Bereich der Kunst- und Medienwissenschaften neu akzentuieren. Mit Melissa de Raaf und Barbara Köhler wird das Erzählen und Schreiben im Filmischen und im Literarischen profiliert besetzt.

Wiederbesetzt wurde die Professur für "Dramaturgie und Filmisches Erzählen" mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Melissa de Raaf. Neu etabliert wurde die Professur für "Queer Studies in der Wissenschaft und den Künsten" – besetzt mit Prof. Dr. Isabell Lorey. Gleichfalls neu ist die Professur für "Globalisierungsdiskurse und digitale Transformation" – berufen wurde Prof. Dr. Fatima Kastner. Neu eingerichtet wurde die Gastprofessur für "Literarisches Schreiben mit dem Schwerpunkt Lyrik“ die die Schriftstellerin Barbara Köhler übernimmt. 


Melissa de Raaf, neue Professorin für Dramaturgie und Filmisches Erzählen, ist gebürtige Niederländerin und lebt seit 2004 in Deutschland. Ihre Arbeit als Drehbuchautorin und Regisseurin bewegt sich in einem internationalen, grenzüberschreitenden Raum, in dem unterschiedliche Kulturen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Mit ihrem Spielfilmdebüt "Felicia über alles" (2009, gemeinsam mit Răzvan Rădulescu) erhielt sie internationale Aufmerksamkeit und wird seitdem mit dem rumänischen Autorenkino assoziiert. Sie war u. a. an folgenden Filmen und Drehbüchern beteiligt: "Podslon" (2010, Regie: Dragomir Sholev), "Die feinen Unterschiede" (2012, Regie: Sylvie Casey-Michel), "La Incorrupta" (2016, Regie: Tamar Guimarâes) und "Ensaio" (2018, Regie: Tamar Guimarâes). 
Melissa de Raaf ist außerdem unabhängige Kuratorin von Filmprogrammen und Ausstellungen im Bereich der audiovisuellen Kunst. Bis 2004 war sie Mitglied der Auswahlkommission des Impakt Festivals in Utrecht (NL).
Ihre Seminare: Erzählen und Schreiben 1 im Grundstudium; How to use time: editing in cinematic storytelling für das Haupstudium.
Antrittsvorlesung: Mittwoch, 12. Dezember 2018, 19 Uhr, Aula der KHM, Filzengraben 2, 50676 Köln, Eintritt frei

Fatima Kastner studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Soziologie an der London School of Economics and Political Science (LSE) in London und am Collège International de Philosophie (CIPh) in Paris, bevor sie an der Goethe-Universität zu Frankfurt am Main promoviert und an der Universität Bielefeld habilitiert wurde. Nach ihrer langjährigen Forschungs- und Lehrtätigkeit am Hamburger Institut für Sozialforschung war sie als Dozentin und assoziierte Professorin an den Universitäten Hamburg, Bielefeld und Bonn tätig. Kastner ist seit 2010 Mitglied des Instituts für Weltgesellschaft, seit 2016 dort auch Cooperating Researcher an der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Research Training Group "World Politics: The Emergence of Political Arenas and Modes of Observation in World Society". Zudem ist Fatima Kastner seit 2014 Ambassador for Science and Culture an der international hoch angesehenen Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Theorien der Globalisierung, Transitional Justice, Wirkweise und Deutungswandel universaler Menschenrechte in lokalen, regionalen und transnationalen Räumen sowie digitale Gesellschaft, Recht und Robotik. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu den Transformationsprozessen von Gesellschaft und Recht unter den Strukturbedingungen von Globalisierung und Digitalisierung wurde sie unter anderem mit dem renommierten Adam Podgòrecki Preis durch das Research Committee on Sociology of Law (RCSL) der International Sociological Association (ISA) in der Kategorie "outstanding achievements in socio-legal research" sowie mit dem "Early Career Award" der deutschen Sektion der International Association for Philosophy of Law and Social Philosophy (IVR) ausgezeichnet.
Ihr Fachseminar im Hauptstudium: Localizing Globalization. Auf dem Weg zu einer kritischen Theorie der Globalisierung.

Mit Barbara Köhler konnte die KHM eine erfahrene Autorin, Lyrikerin und Übersetzerin als Gastprofessorin für den Studienschwerpunkt Literarisches Schreiben gewinnen. Köhler studierte von 1985 bis 1988 am Institut für Literatur "Johannes R. Becher" in Leipzig. Sie arbeitet seit 1991 als freie Schriftstellerin und Übersetzerin, seit 1994 in Duisburg. Neben Veröffentlichungen von Gedichtbänden, Essays und Übersetzungen auch in Arbeit mit Text im Raum: Audio-Installationen, Schriftbilder, Multiples und Texte für öffent­liche Räume sowie private Gärten, gelegentlich auch zusammen mit bildenden Künstlerinnen. 2013 bis 2015 Mitglied des kuratorischen Teams "six memos for the next…" für den Kunstverein Bregenz; Artist in Dialog Universität Witten-Herdecke (2000); Max-Kade-Writer, Oberlin College, Oberlin OH (2009); Thomas-Kling-Poetikdozentur der Universität Bonn (2012/13); Artist in Residence, Cornell University, Ithaca NY (2013); Ernst-Jandl-Poetikdozentur der Universität Wien (2016). 
Ihre jüngsten Veröffentlichungen waren u.a. „36 Ansichten des Berges Gor­wetsch“ Dörlemann, Zürich, 2013 – "Schattenfuge" Textraum Museum DKM Duisburg, 2014 – "Istanbul, zu­sehends" Lilienfeld Verlag, Düsseldorf, 2015 – "im Tal: Kunst als Gegendteil" Stiftung Wortelkamp, Hasselbach 2015 – "42 Ansichten zu Warten auf den Fluss" edition korrespondenzen, Wien, 2017 – "Lethe | Wasserlösung" Sprachraum Museum DKM, Duisburg, 2018.
Angebotenes Fachseminar im Hauptstudium: Vom Wörtlichnehmen und Schriftlichgeben

Isabell Lorey zeichnen eine langjährige Erfahrung als Fernsehjournalistin vor allem in der Kindernachrichtenredaktion "logo" sowie ihre hervorragende Vernetzung und Bekanntheit im internationalen Kunstfeld aus, was sich nicht zuletzt an ihrem breit wahrgenommenen Beitrag zu neuen emanzipatorischen Formen von Demokratie im Katalog der documenta 14 zeigte. Mit der Professur Queer Studies in der Wissenschaft und den Künsten kommt Lorey nach Köln zurück, wo sie bereits 1996 als Redakteurin der Zeitschrift Texte zur Kunst arbeitete.
Lorey hat Politikwissenschaft, Philosophie sowie afrikanische und europäische Ethnologie studiert und 1996 mit der ersten Monographie zur US-amerikanischen politischen Philosophin Judith Butler, einer der wichtigsten Queer-Theoretiker*innen, an der Goethe Universität in Frankfurt am Main promoviert. 2009 hat sich Isabell Lorey an der Universität Wien mit einer Studie zu Gemeinschaftsbildung und Herrschaftssicherung habilitiert, die als "Figuren des Immunen" 2011 bei Diaphanes erschienen ist. Am bekanntesten wurde Lorey mit ihrem mittlerweile in fünf Sprachen übersetzten Buch "Die Regierung der Prekären", für das Judith Butler das Vorwort geschrieben hat. Darin befasst sich Lorey mit der quer durch die Gesellschaft sich ausbreitenden Prekarisierung, der sozialen Verunsicherung in neoliberalen Verhältnissen, den damit verbundenen Geschlechterverhältnissen zugleich aber auch den Möglichkeiten zur Veränderung. Lorey hatte eine Assistenzprofessur an der Universität der Künste in Berlin inne und mehrjährige Gastprofessuren an der Humboldt Universität sowie den Universitäten Basel, Wien und Kassel. 
Ihre Seminare im Grundstudium: Queer Foucault; im Hauptstudium: Queere Ökologien der Sorge. 
Redaktion — Juliane Kuhn
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