Julius Brauckmann: Deadline

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Julius Brauckmann, Namedropping, 2014
— von Juliane Kuhn —

Ausstellungseröffnung zum Preis "Junge Kunst 2017" der Sparkasse Siegen in Kooperation mit dem Kunstverein Siegen.

Julius Brauckmann (*1986 in Krefeld, postgraduales Studium von 2013-2017 an der KHM) erhielt als erster die Auszeichnung „Junge Kunst 2017“. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einer Werk-Ausstellung im Kunstverein Siegen verbunden.

Öffnungszeiten: Di–Sa 14–18 Uhr, So- und feiertags 11–13 und 14–18Uhr, Telefon in der Ausstellung: 0271 404 1447

Die Preisverleihung war am 12. April 2017.


Insgesamt 22 Bewerbungen lagen dem Kunstverein vor. Die zehn eingereichten Arbeiten des 30-jährigen Düsseldorfers von der Kunsthochschule für Medien Köln begeisterten den Kulturreferenten des Kreises Siegen-Wittgenstein Wolfgang Suttner, die Siegerlandmuseum-Direktorin Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, Uni-Professor Christian Freudenberger, den Sparkassendirektor Ulrich Kaßburg sowie den 1. Vorsitzenden des Kunstvereins Siegen Albrecht Thomas, so dass man einstimmig zu dem Ergebnis kam, „dass die Kunstwerke hohen ästhetischen Ansprüchen genügen. Julius Brauckmann reduziere Inhalt und Form seiner Arbeiten, die von immensem Ideenreichtum zeugen, auf einfache, übersichtliche und nachvollziehbare Strukturen. Bei aller Ernsthaftigkeit flackere darin ein feinsinniger Humor auf.“

(Quelle: www.siegerlandkurier.de)

Über die Arbeiten des Künstlers

Julius Brauckmanns vielseitige Arbeiten eint die Reflexion über wiederkehrende Themen. Der Künstler arbeitet mit verschiedenen Medien und schafft dennoch ein zusammenhängendes Werk, in dem bestimmte Aspekte immer wieder auftauchen. Ähnlich wie bei der Konzeptkunst steht für ihn die Idee im Vordergrund; das ausgewählte Medium dient lediglich ihrer Realisierung. Brauckmann greift aktuelle Themen aus den Medien und des Kunstbetriebs auf und thematisiert diese mittels Fotografen, Videos oder auch raumgreifenden Installationen. So reflektiert Brauckmann in seinen Arbeiten beispielsweise den Prozess des Kunstschaffens und Ausstellungsbetriebs als solches. Er spielt auf Absurditäten an, die den Markt beherrschen und auch im Rahmen von Ausstellungen eine Rolle spielen. Brauckmanns Videoarbeit Namedropping hinterfragt den Marktwert von Künstlern, indem ein Papagei die, laut ArtFacts, 50 erfolgreichsten Künstler aufsagt. In anderen Arbeiten stellt der Künstler die Sehgewohnheiten der Betrachter auf die Probe. Mittels des Filmschnitts manipuliert er in der Arbeit 1-49 die Lottoziehung oder kaschiert in einer Videoinstallation Haushaltsgeräte so, dass geometrisch abstrakte Bilder entstehen.

Bei der Umsetzung seiner Ideen arbeitet der Künstler oftmals mit einfachsten Materialien, um den maximalen Effekt zu erzielen und die Betrachter über die tatsächliche Beschaffenheit der Dinge zu täuschen.

Bemerkenswert ist außerdem, dass sich Brauckmanns Sinn für Humor wie ein roter Faden durch seine vielschichtigen Arbeiten zieht. Mal ist es ein Video, das den Betrachter irritiert zurücklässt oder eine Installation, die ihn zum Schmunzeln bringt. Diese Zugänglichkeit seiner Arbeiten ermöglicht es dem Künstler, subtil Kritik zu üben und Fragen zu stellen.

Auch der Titel der Ausstellung Deadline liest sich als Verweis auf die Produktionsbedingungen im Kunstbetrieb und ganz konkret auf den eigenen Arbeitsprozess.

Constanze Zawadzky

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