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MOOZ – on moving images and audiovisual arts

Das Leben ist hart

Das Leben ist hart
Simon Schnellmann
2015, 3:00 Min., s/w, Animation

2015, 3:00 Min., s/w, Animation

Idee & Animation: Simon Schnellmann

Tongestaltung: Marcus Zilz & Simon Schnellmann

Betreuung KHM: Prof. Raimund Krumme, Stéphanie Beaugrand

Englischer Titel: life is rugged




Die erste Episode des Animationsfilms DAS LEBEN IST HART beginnt schon mit dem Filmtitel, wenn die Buchstaben des Titels vor einem Toiletten-Häuschen Schlange stehen und ungeduldig warten, bis sie an der Reihe sind.

Im Zeitraffer erleben wir den Tag eines sangesfreudigen Managers, bis dieser abends betrunken umfällt, kommentiert vom gelangweilten Applaus seiner Begleitung.


Verbindendes Element der absurd-komischen Episoden ist ein schwarzer Punkt, der in verschiedenen Rollen als Protagonist auftritt, zum Beispiel als Pupille eines Schlafenden, die sich vergebens abmüht, das Augenlied aufzustemmen. Ein anderes Mal ist er eine Kugel Speiseeis, die die Annäherung ihres Besitzers mit einem offensiven Zungenkuss erwidert.

Mit wenigen Strichen und unterstützt durch die Soundebene wird der Punkt zur Fliege, die sich zu Hause im Wohnzimmer auf einem großen Haufen niederlässt. Während sie sich im Fernsehen einen Horrorfilm ansieht, wird sie das Opfer einer riesigen Fliegenklatsche.


Die Geschichten sind eine Reihe pointierter Alltagsbeobachtungen, die immer wieder unsere Erwartungshaltung unterlaufen und in ebenso überraschenden wie skurrilen Wendungen gipfeln. Dabei werden virtuos die Möglichkeiten des Mediums genutzt, die im Realfilm niemals möglich wären. Zeichentechnisch ist kein Strich zu viel, jede Pointe perfekt getimt. 


Der Film lief auf vielen nationalen und internationalen Festivals (u.a. Oberhausen, Ljubljana, Bratislava, Newport/California). Er erhielt diverse Auszeichnungen, unter anderem das Prädikat „besonders wertvoll“.


Text — Tom Uhlenbruck




Biographie

Simon Schnellmann, geboren 1984 in Winterthur (CH). 

2006–2009 Bachelor of Arts in visueller Kommunikation an der Design & Kunsthochschule in Luzern.

2009-2011 Festanstellung als Illustrator und Animator bei PRtools (Luzern).

2012 Praktikum bei der Firma Flachbild (Köln).

Seit 2013 weiterführendes Diplomstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln. „Das Leben ist hart“ ist sein 1.Projekt. Mit dem Storyboard zum Animationsfilm „Bis zum letzten Tropfen“ hat er sein Studium an der KHM absolviert. Für die Herstellung des Films erhielt er 2018 eine Förderung der Film- und Medienstiftung NRW. 


Filmographie

2010 Ein Tag, Animation, 01min 46sek

2013 Epic Fail Compilation, Animation, 01min 52sek

2013 Frau K, Animation, 02min 29sek

2015 Hund, Animation, 01min 54sek

2018 Bis zum letzten Tropfen, Animation




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ZOOM ist jetzt MOOZ!

Der virtuelle Ort für künstlerische Arbeiten mit dem bewegten Bild, für experimentelle audiovisuelle Formate der Kunsthochschule für Medien hat einen neuen Namen: MOOZ. Die  auch weit über die KHM hinaus bekannte Plattform für Nahblicke auf die künstlerischen Projekte und Produktionen arbeitet nun mit dem Spiegelungsprinzip: MOOZ reflektiert die vielschichtigen Sequenzen und Formate, spiegelt bislang noch nicht Wahrgenommenes oder gerade erst Hergestelltes in die virtuellen Räume zurück. MOOZ vollzieht damit auch einen Perspektivwechsel: Es geht nicht nur um den Blick auf und in die überwiegend kurzen, audiovisuellen Formen und Entdeckungen zum Vlog, Found Footage, Essayfilm, dokumentarische und performative Formate, abstrakte und experimentelle, installative Anordnungen, sondern mit welcher Linse, welchem Fokus, welchem Zoom die Bewegtbildarbeiten zurückblicken auf die ebenso differente und vielstimmige Welt der User*innen.


Das Spiegelungsprinzip von MOOZ ist auch programmatisch zu verstehen: denn jedes Projekt wird von einer anderen Stimme reflektiert, der*die mit den künstlerischen Arbeiten denkt, einen spezifischen Fokus darauf richtet und die Betrachter*innen zu eigenen Projektionen anregt.

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