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MOOZ – on moving images and audiovisual arts

Haarteile

07:14
Haarteile
Mareike Wegener
2005, 07:00 Min., 16mm, 4:3, s/w

2005, 07:00 Min., 16mm, Schwarz Weiß, 4:3
Regie: Mareike Wegener
Kamera: Michael Jörg
Ton: Sebastian Stroux, Micha Höing
Betreuung: Prof. Dietrich Leder, Solveig Klaßen
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln




Generationenübergreifende Studie zu Haarritualen von Frauen. In solchen Konstellationen scheinen Biographien sich zu wiederholen. Beobachtet man drei Frauen verschiedenen Alters bei ihrem Haarritual, entdeckt man mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Jung-Mittel-Alt, Morgens-Mittags-Abends, Legen-Färben-Haarteile.

Haarteile entstand im Seminar "Dokumentarische Miniaturen" mit der Vorgabe, einen repetiven Vorgang zu dokumentieren. Im Seminar hatte Mareike Wegener den Film "Oskar Langenfeld. 12 Mal" (1966) von Holger Meins gesehen, der sie inhaltlich und formal beeindruckte und die fragmentarische Struktur von Haarteile beeinflusste. Für den Film hatte sie lediglich zwei Rollen 16 mm Film zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie kaum filmische Erfahrung gesammelt. Deshalb zeichnete sie den Film, legte jedes einzelne Bild fest, ohne die Begrifflichkeit zu beherrschen. Erst später lernte sie die Technik und das filmische Vokabular. 

Bis heute sind Biographien ein zentrales Thema der Filmemacherin. Sie ist überzeugt davon, dass Menschen sich einzig und allein durch ihr Tun äußern. In ihren beiden langen Dokumentarfilmen "The Matchstick Traveller" (2008) und "Mark Lombardi - Kunst und Konspiration" (2012) porträtierte sie zwei Künstler. Es geht ihr aber nicht darum biographische Informationen miteinander zu verbinden und eine künstliche Ordnung zu schaffen. Für sie ist Leben Chaos und ihre Filme verzichten auf jede Einordnung. Die Filme sind Fragmente oder Atmosphären, die offen bleiben und dabei der Logik der Filmemacherin folgen. Mareike Wegener verbringt sehr viel Zeit mit den Menschen, die sie porträtiert. "Ich muss sie sehr lieben, sonst würde ich es nicht aushalten. Die Erfahrung, die ich im Zusammenleben mit den Subjekten meiner Filme mache, schreiben sich dann in meine Biographie ein, weil sie Erkenntnisse bringen, auf denen mein weiteres Tun beruht."


Text — Daniel Sondermann




Mareike Wegener wurde 1983 in Westfalen geboren. Sie schreibt, führt Regie und schneidet für sich und andere. 2009 wurde sie mit dem Gerd-Ruge Stipendium ausgezeichnet. Wegener ist Mitbegründerin der Produktionskooperative PETROLIO, die sie seit 2012 gemeinsam mit den KHM Absolventen Hannes Lang und Carmen Losmann führt. 

Grundständiges Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln von 2003 bis 2008. Auslandssemester im Studiengang "Documentary Media Studies" an der New School in New York. Seit 2011 Doktorandin im Studienfach "Medien und Kommunikation" an der Europäischen Universität für interdisziplinäre Studien, Schweiz.


Der Dokumentarfilm "Mark Lombardi - Kunst und Konspiration" von Mareike Wegener wurde im Jahr 2012 in ausgewählten Kinos im ganzen Bundesgebiet gezeigt. Die Premiere des Films fand am 28.05.2012 im Filmforum Köln in Anwesenheit der Regisseurin statt. Mehr Informationen zum Kinostart finden Sie unter: Link zum Kinostart 




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ZOOM ist jetzt MOOZ!

Der virtuelle Ort für künstlerische Arbeiten mit dem bewegten Bild, für experimentelle audiovisuelle Formate der Kunsthochschule für Medien hat einen neuen Namen: MOOZ. Die  auch weit über die KHM hinaus bekannte Plattform für Nahblicke auf die künstlerischen Projekte und Produktionen arbeitet nun mit dem Spiegelungsprinzip: MOOZ reflektiert die vielschichtigen Sequenzen und Formate, spiegelt bislang noch nicht Wahrgenommenes oder gerade erst Hergestelltes in die virtuellen Räume zurück. MOOZ vollzieht damit auch einen Perspektivwechsel: Es geht nicht nur um den Blick auf und in die überwiegend kurzen, audiovisuellen Formen und Entdeckungen zum Vlog, Found Footage, Essayfilm, dokumentarische und performative Formate, abstrakte und experimentelle, installative Anordnungen, sondern mit welcher Linse, welchem Fokus, welchem Zoom die Bewegtbildarbeiten zurückblicken auf die ebenso differente und vielstimmige Welt der User*innen.


Das Spiegelungsprinzip von MOOZ ist auch programmatisch zu verstehen: denn jedes Projekt wird von einer anderen Stimme reflektiert, der*die mit den künstlerischen Arbeiten denkt, einen spezifischen Fokus darauf richtet und die Betrachter*innen zu eigenen Projektionen anregt.

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