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Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2022

Justine Bauer (Foto: Semih Korhan Güner)

Justine Bauer erhält das Stipendium für Literatur der Stadt Köln 2022. Die Verleihung der Förderpreise fand am 15. August statt. Am 27. September wird die KHM-Diplomandin ihr Buchprojekt im Rahmen einer Lesung im Literaturhaus Köln vorstellen.

15. August 2022

Das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln für Literatur 2022 geht an die KHM-Diplomandin Justine Bauer. Die Auszeichnung wurde am 15. August im Rahmen der Verleihung aller Förderstipendien von Oberbürgermeisterin Henriette Reker persönlich an die Preisträger*innen 2022 überreicht. Justine Bauer hat in diesem Jahr ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln mit dem Spielfilm "Milch ins Feuer" (Regie und Drehbuch) abgeschlossen.

Die Stadt Köln verleiht jährlich in Erinnerung an den Schriftsteller und Dichter Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) das mit 12.000 Euro dotierte Stipendium für Literatur an junge Künstlerinnen und Künstler bis 35 Jahre.

Justine Bauers Buchprojekt "Katinkas Ballenpresse", das die Jury des Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendiums einhellig überzeugte, ist ein Roman über Landwirtschaft, das Bauernleben und eine junge Frau.
Die Fachjury begründet ihre Entscheidung wie folgt: "Nicht nur dieses Thema ist außergewöhnlich in der derzeitigen literarischen Landschaft. Noch außergewöhnlicher ist, wie Justine Bauer es umsetzt. Ihr Roman besitzt einen komplett eigenen Sprachsound, lakonisch, präzise, messerscharf – manchmal schnoddrig, immer ironisch, und nicht zuletzt politisch. Denn die großen sozialen Fragen der Zeit, Sujets wie Neo-Nazismus, Rassismus, Sexismus und ökonomische Krise sind auch auf dem Land omnipräsent. Bauers Protagonistin Katinka ist eine selbstbewusste Person, unorthodox und mit klaren Überzeugungen, die dadurch einigen Gegenwind in der konservativen Provinzbevölkerung erfährt – jedoch setzt sie unbeirrt ihren Weg fort. Bauers Schilderungen besitzen einen sarkastischen Humor, aber es ist, als halte die Erzählerin sich mühsam zurück, als wolle sie damit verhindern, dass sie nicht losschreit wegen der Zumutungen, die die Konventionalität und reaktionäre Borniertheit ihrer Umwelt bereithalten. "Katinkas Ballenpresse" erzeugt einen Lese-Sog – man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht, und ist gespannt auf das Buch, das einmal daraus wird."


Am 22. November, 19:30 Uhr, wird Justine Bauer im Kölner Literaturhaus Einblick in ihre Arbeit im Rahmen einer Lesung geben.

Justine Bauer wurde 1990 geboren und wuchs auf einer Straußenfarm in Baden-Württemberg auf. Zunächst studierte sie Bildende Kunst in Leipzig, im Anschluss daran Regie, Drehbuch und Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2022 schloss sie ihr Studium an der KHM mit einem Spielfilm als Regisseurin und Autorin ab.
Sie erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für ihre künstlerische Arbeit. So zum Beispiel ein Stipendium des Herrenhauses Edenkoben und ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Ebenso wurde Justine Bauer zu Künstlerresidenzen in Kanada und in den USA eingeladen. Im ersten Halbjahr 2022 war sie gemeinsam mit Semih Korhan Güner im Rahmen des Atelier-Galata-Stipendiums der Stadt Köln in Istanbul (siehe Pressemeldung hier). Beim Sehsüchte Festival gewann Justine Bauer den Preis für das beste Drehbuch (siehe Pressemeldung hier).


Rolf Dieter Brinkmann war deutscher Schriftsteller und Herausgeber, geboren 1940 in Vechta und gestorben 1975 bei einem Unfall in London. In den 1960er Jahren war er der führende Underground-Lyriker in Deutschland.


Förderstipendien der Stadt Köln

Zur Förderung der zeitgenössischen Kunst und der freien künstlerischen Entfaltung junger Künstler*innen vergibt die Stadt Köln jährlich Förderstipendien in den Kunstsparten "Bildende Kunst" (Friedrich-Vordemberge-Stipendium), "Medienkunst" (Chargesheimer-Stipendium), "Literatur" (Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium), "Musik" (Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium und Horst und Gretl Will-Stipendium). Die Höhe der Förderung beläuft sich in allen Sparten auf jeweils 12.000 Euro. Zur Bewerbung eingeladen waren Kunstschaffende, die in Nordrhein-Westfalen leben und arbeiten.

Redaktion — Ute Dilger
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