Lilian Haberer als Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff berufen

KHM

Die Kölner Wissenschaftlerin und Kuratorin lehrt ab dem WS 2020/21 unbefristet an der KHM.

2. Oktober 2020
Materialprozesse und ihre Reflexion stellen ein zentrales Sujet der Kunst dar. Ein erweiterter Materialbegriff birgt die Herausforderung, nicht nur auf heterogene, im künstlerischen Prozess intraagierenden Materalitäten zu blicken, sondern auch menschlich und nicht menschlich Agierende einzubeziehen und für sie im Feld der Materialreflexionen einen eigenen Materialitätsbegriff in postmedialen Umgebungen zu formulieren. Bei - wie  im Fall von Lilian Haberer - künstlerischen Prozessen mit performativen und feministischen Materialansätzen stehen sowohl die Aktivitäten eines Produktionsprozesses, als auch die rezeptive Erfahrung als gemeinsame gesellschaftliche Handlungsformen im Fokus. 
Dieser wissenschaftlichen Ausrichtung wurde mit einer unbefristeten Berufung von Dr. Lilian Haberer zur Professorin für "Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt auf einem erweitertem Materialbegriff“ an die KHM entsprochen.

Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Italianistik und Philosophie in Köln und Rom folgten ein Volontariat am Museum Ludwig und eine wissenschaftliche Assistenz bei Rosemarie Trockel. Danach arbeitete Lilian Haberer an diversen kuratorischen Projekten für Museen, u. a. im Rahmen der nl./dt. Plattform _gap, und leitete mit Regina Barunke den Ausstellungsraum Projects in Art & Theory. Von 2007 bis 2014 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin u. Projektkoordinatorin des DFG-Projekts Reflexionsräume kinematographischer Ästhetik tätig, in dem bereits die Materialität der Medien und gebauten Projektionsräume im Fokus standen. Von 2011–2016 war sie dort als wissenschaftliche Assistentin für Kunst des 20./21. Jh. am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln tätig. Von 2015–2018 initiierte sie mit Prof. Karina Nimmerfall im Rahmen einer Förderung der digitalen Lehre das Labor für Kunst und Forschung, Mass Observation 2.0, an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Kölner Universität.
Seit 2019 arbeitet sie mit Karin Lingnau und Prof. Anke Eckardt am Forschungsprojekt "Material archive in the fringes of the arts“. Als Vertretungsprofessorin für Kunstgeschichte im Medialen Kontext war sie an der KHM von SoSe 2016–WS 2019 und im SoSe 2020 war sie auf Initative der Studierenden als Gastprofessorin für Allgemeine Kunstwissenschaft tätig. 

Letzte Publikationen (Auswahl): 
Display | Dispositiv. Ästhetische Ordnungen (Paderborn 2019) hg. mit Ursula Frohne und Annette Urban 
Bildprojektionen. Filmisch-Fotografische Dispositive in Kunst und Architektur (Bielefeld 2016), hg. mit Annette Urban
- „Movement as driving element and Mode of Reflection in Alexander Kluge’s cooperations with Female Artists“, in: Alexander-Kluge-Jahrbuch, Bd. 6. The Poetic Power of Theory, hg. v. Richard Langston (Göttingen 2020) 
- „Rewind | Downscale. Künstlerische Verfahren zum ,armen Bild‘, in: Zeitschrift für Ästhetik u. allg. Kunstwissenschaft, Ästhetik der Skalierung (2020), 
-  „Random Access. Medientechnologien partizipativ und experimentell“ (dt./engl), in: 9. Nam June Paik Award, Ausst.-Kat. Westfälischer Kunstverein, Münster 2019. 
- „Screenings zum Documentary Turn“, in: Sandra Aßmann u. a. (Hg.), Wenden in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, (Wiesbaden 2017),
In Kürze erscheint der BandMovement. Mouvement. Handlungsfelder des Ästhetischen und Politischen. Festschrift für Ursula Frohne. hg. mit Karina Nimmerfall.
Redaktion — Juliane Kuhn
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