Vogelstimmen in der Stadt

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— von Juliane Kuhn —
Die Künstlerin Sophia Bauer verwandelt das King-Georg Büdchen am Ebertplatz in einVogelhäuschen.
Von dort aus werden Vogelstimmen in unterschiedlichsten Formen in die Stadt getragen, ob als musikalische Interpretation, wissenschaftlicher Vortrag oder beim Vogelstimmen-Karaoke.

Diese Intervention im öffentlichen Raum ist angelehnt an ihr Buch „26 Vogelstimmen“, das im April diesen Jahres bei StrzeleckiBooks erschienen ist. Darin hat Sophia Bauer die Stimmen von 26 Vögel gesammelt, die seit 1950 nicht mehr in Deutschland beheimatet sind.
Bei der Installation eines Vogelstimmen-Karaoke, kann jeder Passant die verloren gegangenen Rufe aus dem Buch wieder in die Geräuschlandschaft tragen (Samstag und Sonntag). Außerdem verwandelt am Donnerstag-Abend der Free Jazz-Musiker Jonas Engel die nicht mehr hörbaren Laute in künstlerische Töne und schickt sie durch das Saxophon auf die Straße.

Am Freitag erklärt der Kölner Vogelstimmen-Experte Achim Kemper (u.a. NABU) wie man Vögel hören und imitieren kann.

Sophia Bauer studiert seit 2013  an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Vom 22. April bis Mai 2016 zeigte sie an 200 Kölner Litfaßsäulen ebenfalls eine Auswahl von verloren gegangenen Vogelstimmen: Die Verschriftlichung ihrer Laute, die aus verschiedenen literarischen Quellen aus der Ornithologie zusammengetragen wurden, kamen im Großformat und nüchtern in schwarzer Schrift auf weißem Grund in den Stadtraum zurück und wurden durch die Vergrößerung gleichermaßen ironisch gebrochen.

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