Studenten-Oscar in der Kategorie Animation 2016 geht an den KHM-Absolventen Ahmad Saleh

14454130_1298596063506815_2050449400_o.jpg
Prof. Raimund Krumme, Ahmat Saleh, Produzent  Stephan Gieren und Jessica Neubauer.
Ahmad Saleh gewinnt mit seinem Abschlussfilm „Ayny“ den Student Academy Award für den besten ausländischen Animationsfilm 2016. Die feierliche Preisverleihung fand am Donnerstag, 22. September 2016, im Samuel Goldwyn Theater in Beverly Hills statt.
Am Montag, 29. August, gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) in Los Angeles die Gewinner der 43. Student Academy Awards bekannt. Der Abschlussfilm von Ahmad Saleh an der Kunsthochschule für Medien Köln erhält den Studenten-Oscar in Gold für den besten Animationsfilm 2016. Ahmad Saleh wird gemeinsam mit seinem Produzenten Stefan Gieren zur Preisverleihung am 22. September nach Los Angeles reisen, um die Auszeichnung entgegenzunehmen.
 
"Ayny" ("Mein zweites Auge") erzählt von der Stärke von Menschen, die ihre Häuser, ihre Heimat und ihre Grundrechte verloren haben. Der Film basiert auf einer tragischen Begebenheit, die Ahmad Saleh selbst vor zehn Jahren in einem Flüchtlingslager erlebt hat. "Für seine Geschichte wählte er bewusst die Form der Puppentrick-Animation, die es ihm erlaubte, in hohem Maße mit Abstraktion und Verfremdung zu arbeiten und seine besonderen Bildideen frei umzusetzen", sagt Prof. Raimund Krumme, der Ahmad Saleh während seines Postgraduiertenstudiums an der KHM von 2013 bis 2016 begleitet hat. "Ahmad Saleh hat als Regisseur mit sicherem Instinkt die Richtung vorgegeben. Er hatte ein Team, das in jeder Phase der Produktion mit vollem Einsatz hinter dem Projekt stand und er ist einfach ein exzellenter Erzähler“, so Raimund Krumme, der sich ganz besonders über diese Auszeichnung für den Absolventen und die KHM freut.
 
Der Produzent Stefan Gieren, der die künstlerische Animation mit Förderung der Film- und Medienstiftung, der BKM und FFA und in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln herstellen konnte, schreibt: "Ich habe Ahmads ersten Film gesehen und war fasziniert von seiner Art des Geschichtenerzählens. Ich habe die beiden Jungen getroffen, auf deren Geschichte Ahmads Erzählung beruht. Dass es Ahmad geschafft hat, ein so schreckliches Ereignis in kraftvolle poetische Bilder zu übersetzen, die in erster Linie Hoffnung schaffen, das hat mich sehr berührt."
 
Die Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences in Los Angeles, die seit 1929 die Oscars verleiht, ehrt seit 1973 auch die besten Studentenfilme. In diesem Jahr neu werden gleich drei Studenten-Oscars in Gold in den Kategorien Spielfilm, Animation und Dokumentarfilm vergeben. Als Gewinner des Studenten-Oscars 2016 ist "Ayny" nun auch automatisch Teil des Auswahlverfahrens bei der Vergabe der regulären Oscars 2017 im Bereich Animation.
 
Studierende der Kunsthochschule für Medien Köln wurden bereits zweimal mit einem Studenten-Oscar in Gold ausgezeichnet: 1997 war es Raymond Boy, der für die Auszeichnung seines Abschlussfilms "Ein einfacher Auftrag" nach L. A. reiste und 2008 Reto Caffi. Sein Abschlussfilm "Auf der Strecke" war 2009 auch unter den nominierten Filmen für den Kurzfilm-Oscar.
 
Director's statement: It took me ten years before I could tell to the people closest to me what happened on that day. It was a day that led me to witness a trauma hitting two young boys in an occupied zone. The more I replied the memory in my mind through the years, the more small details started to be evident. Details of strength from the two boys and all the people who helped carrying the two boys to the hospital. And while I was trying to tell the story of the trauma, I found myself telling a story about people who can walk above traumas, as they would climb up a staircase, while moving through life.
 
"Ayny“ Regie und Buch: Ahmad Saleh; Produzent: Stefan Gieren; Art Director: Jessica Neubauer; DOP: Lionel Poutiaire Somé; Animation: Frank Pingel; Character Design: Sabine Dully; 3D Animatics & Models: Claire Steka, Dominic Tiedeken; Puppen: Ahmad Saleh, Diana Menestrey, Jessica Neubauer, Kerstin Gramberg; Kostüme: Kati Ostermann, Nici Lancaster, Carmen Oerwig; Ausstattungdesign: Saed Saleh, Saleh Saleh, Frank Pingel, Camilo Colmenares, Shin Moromisato; Licht: Mahmoud Belakhel; Ton: David Black; Musik: Nizar Rohana; Tonmischung: Judith Nordbrock, Gerald Schauder; Farbkorrektur: Quimu Cas, Fabiana Cardalda; Produktionskoordination: Naser Abu Zer (Palästina), Saleh Saleh (Jordanien); Betreuer: Prof. Raimund Krumme, Prof. Sophie Maintigneux, Prof. Zilvinas Lilas, Stéphanie Beaugrand; Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln und Fiction 2.0; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW, BKM und FFA
 
Ahmad Saleh (*1980) ist ein in Deutschland lebender Autor und Regisseur. Nach einem Ingenieurstudium begann Kurzgeschichten zu schreiben und sich für künstlerisches Arbeiten zu interessieren. 2007 nahm er ein Studium Digitale Medien in Bremen auf, das er 2011 abschloss. Nach zweijähriger Arbeit als Art Director begann er im Wintersemester 2013/14 sein Postgraduiertenstudium an der KHM mit Schwerpunkt Animation, das er in diesem Jahr mit „Ayny" erfolgreich abgeschlossen hat.
Redaktion — Ute Dilger
ausschnitt aus "Ayny" von Ahmad Saleh
Ausschnitt aus "Ayny" von Ahmad Saleh
Zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit verwenden wir Cookies.
Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu und erlauben uns die Verwendung von Cookies.
Bitte warten