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Das Tier, das lügen kann

13:01
Das Tier das Lügen kann
David Jansen
2012, 13 Min., Farbe

2012, 13 Min, Farbe
Idee, Animation, Regie: David Jansen
Storyboard und Drehbuch: David Jansen, Sophie Biesenbach
Tongestaltung und Tonmischung: Marcus Zilz
Betreuung: Prof. Raimund Krumme, Kerstin Unger
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln 

Der Animationsfilm Das Tier das lügen kann von David Jansen in Zusammenarbeit mit Sophie Biesenbach und Markus Zilz aus dem Jahre 2012 wurde bei filmkunstkino anlässlich der aktuellen Entstehung und Arbeit an seinem für das Diplom entwickelte Filmprojekt DÄWIT präsentiert. Der neue Film entsteht wieder gemeinsam mit Ko-Zeichnerin Sophie Biesenbach.


Am Anfang war das Wort. Das widerspricht jeder Logik, so wie Du mir, wenn ich sage, wir sind frei. Für diese Hände übernehme ich keine Verantwortung. Die hab ich nämlich geerbt, gute Gene. Am Ende die Unschuld.
„DAS TIER DAS LÜGEN KANN“ beschreibt eine Welt, auf der das Schweigen Gottes lastet und die vielleicht jeden Sinnzusammenhang verloren hat. 




Interview mit David Jansen

Du arbeitest sehr vielfältig mit Zeichnungen, Aquarell, drehst auf Film und erzählst sehr filmisch mit Kamerafahrten und Perspektiven. Wie würdest Du Deine Technik beschreiben?

Ich komme von der Malerei und vom Experimentalfilm. Ich wollte die Bandbreite der technischen Möglichkeiten, die mir das Studium ermöglicht, nutzen. Anfangs habe ich rein aus dem Bauch gearbeitet, ohne Konzepte. Im Laufe meines Studiums musste ich aus Effizienzgründen diese Herangehensweise überdenken, was mir immer noch schwerfällt. Mein Bedürfnis, dass meine Arbeiten von einem breiteren  Publikum verstanden werden können, ist vermutlich der Grund filmischer an ein Thema heranzugehen. 


Wie bist Du zu Deiner Art von Animation gekommen?

Ich hab mir Gedanken gemacht, wie ich meine Filme technisch schneller produzieren kann.  Mir ist es bei meinen eigenen Projekten egal wie ausgearbeitet ein Gang oder eine Drehung einer Figur ist. Unter Animationsnerds gängige No-Go's, wie z. B. lineare AfterEffects-Bewegungen interessieren mich nicht. Der Stil hat so etwas sehr Eigenes bekommen und ich habe mehr Zeit für Anderes.


Interessiert Dich so etwas wie eine Erzählform?

Zunehmend. Meine ersten Arbeiten waren essayhaft und somit für die breite Masse zu kryptisch.  Ich bin mir der Kraft starker Geschichten sehr bewusst. Die Form folgt dem Inhalt. 


Der Sound ist sehr wichtig in Deiner Arbeit. Was macht der Sound aus?

Ich habe und hatte manchmal das Gefühl, dass es die Leute vergessen, dass der Ton mindestens eine gleichwertige Gewichtung hat wie das Bild. Ich sage mindestens, weil ich im Laufe der Jahre das Gefühl bekommen haben, dass der Ton vielleicht eine noch größere Rolle einnimmt. Oft trauen sich die Filmemacher nicht, etwas in der Tonebene auszuprobieren und es bleibt bei der Standarttongestaltung. 


Animationsfilme sind oft verspielt, bei Dir wirkt es düster, traumhaft, auch Gewalt taucht als Motiv immer wieder auf. Was beeinflusst Dich dabei?

Unsere reale Welt. Ähnlich wie viele andere Kunstschaffende kranke ich an den Absurditäten dieser Welt. In der Jugend verachtet und kritisiert man wütend. Dann hinterfragt man – nicht zuletzt auch sich selbst. Und dann kommen vielleicht größenwahnsinnige Lösungsansätze. Das ist der jetzige Stand der Dinge.


Wie geht es als Animationskünstler bei Dir weiter?

Ich habe noch während  des Studiums an der KHM mit einem Buch eine Produktionsfirma gefunden und dann auch Filmförderung bekommen. Dieses Buch habe ich das letzte Jahr mit Sophie Biesenbach als mein Debüt „DÄWIT“ umgesetzt. Wir sind gerade fertig geworden. Außerdem habe ich mir ein Atelier in einer Ateliergemeinschaft genommen, weil ich es  nicht mehr aushalten konnte von zu Hause aus zu arbeiten, was auch eine der besten Ideen der letzten Jahre war. Wir Animateure neigen ja zum Vereinsamen. Zusammen mit Marcus Zilz, meinem langjährigen Sounddesigner, habe ich dann auch eine Firma gegründet. So könnte es meinetwegen weitergehen.


Text — Daniel Sondermann




David Jansen wurde 1980 in Wipperfürth geboren. Grundständiges Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln von 2006 bis 2013. Diplom im Bereich Film und Fernsehen mit der Animation Däwit.
Mehr über David Jansen und seine Projekte erfahren Sie auf www.sodakinda.com




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Der virtuelle Ort für künstlerische Arbeiten mit dem bewegten Bild, für experimentelle audiovisuelle Formate der Kunsthochschule für Medien hat einen neuen Namen: MOOZ. Die  auch weit über die KHM hinaus bekannte Plattform für Nahblicke auf die künstlerischen Projekte und Produktionen arbeitet nun mit dem Spiegelungsprinzip: MOOZ reflektiert die vielschichtigen Sequenzen und Formate, spiegelt bislang noch nicht Wahrgenommenes oder gerade erst Hergestelltes in die virtuellen Räume zurück. MOOZ vollzieht damit auch einen Perspektivwechsel: Es geht nicht nur um den Blick auf und in die überwiegend kurzen, audiovisuellen Formen und Entdeckungen zum Vlog, Found Footage, Essayfilm, dokumentarische und performative Formate, abstrakte und experimentelle, installative Anordnungen, sondern mit welcher Linse, welchem Fokus, welchem Zoom die Bewegtbildarbeiten zurückblicken auf die ebenso differente und vielstimmige Welt der User*innen.


Das Spiegelungsprinzip von MOOZ ist auch programmatisch zu verstehen: denn jedes Projekt wird von einer anderen Stimme reflektiert, der*die mit den künstlerischen Arbeiten denkt, einen spezifischen Fokus darauf richtet und die Betrachter*innen zu eigenen Projektionen anregt.

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