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Prädikat "besonders wertvoll"

Still aus "ASCONA" von Julius Dommer

Der Abschlussfilm von Julius Dommer an der KHM "ASCONA" (Dokumentarfilm, 2019, 15 Min.) erhält das höchste Prädikat der Filmbewertungsstelle Wiesbaden.

1. April 2021

Mit dem Dokumentarfilm "ASCONA" hat Julius Dommer 2019 sein Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln abgeschlossen. Der Film feierte 2019 seine Premiere bei den Kurzfilmtagen Oberhausen und wurde für das Programm "Next Generation 2020" von German Films für die Nachwuchspräsentation in Cannes ausgewählt.

Julius Dommer zeigt in "ASCONA" (2019, 15 Min.) zeigt einen Minigolfplatz in Bad Oldesloe, Schleswig-Holstein. Ein Ort wie aus der Zeit gefallen. Es scheint, als habe sich hier seit Jahrzehnten nichts verändert. Den Konservatismus der 1950er Jahre reflektierend, berichten die Protagonisten mit norddeutsch trockenem Humor vom Minigolf zwischen Freizeitspaß und Spitzensport und von den Anfängen ihres Platzes. Ein Porträt, das als Gesellschaftsanalyse funktioniert.

Die Deutsche Filmbewertung (FBW) verlieh "ASCONA" das Prädikat "besonders wertvoll" mit folgender Begründung: "(...) Julius Dommers 'ASCONA' ist einer jener kleinen Dokumentarfilme, der genau hinschaut und ein ganzes Universum entdeckt. Der Minigolfplatz von Karla und Wolfgang Burmester in Bad Oldesloe ist ein völlig unspektakulärer Ort, wie es Hunderte andere in Deutschland gibt. Hier scheint die Zeit seit den 1950er bzw. 1960er Jahren, als Minigolf aufkam und sich zum beliebten Freizeitsport entwickelte, stehen geblieben zu sein. (...) Aus ihrem privaten Archiv stammen die vielen Fotos, die Höhepunkte des Vereinslebens und ihrer eigenen Karriere zeigen. In schönem Kontrast dazu stehen ihre lakonischen Off-Kommentare zu ihrem Werdegang und zur Entwicklung der Sportart, bei der die Damen zur Europameisterschaft 1966 erstmals Hosen tragen durften. Karla und ihr Mann Wolfgang sagen kein Wort zu viel, aber jedes aus tiefster Überzeugung, auch zu der Tatsache, dass eine Ehe, in der die Frau 17 Jahre älter ist als der Mann, so wie es bei ihnen der Fall ist, bis heute keine Selbstverständlichkeit ist und von vielen Menschen missbilligt wird. Aber Julius Dommer verlässt sich in seinem Diplomfilm nicht nur auf seine überzeugenden Protagonist*innen, sondern beobachtet das Treiben auf dem Minigolfplatz mit großer Sympathie und Umsicht: Das Wischen und Kärchern der Bahn, bevor der Betrieb losgeht, die Familien und Jugendgruppen am Wochenende, die Landesmeisterschaften mit Vereinsmannschaften aus allen Teilen Schleswig-Holsteins. Dabei bewegt sich die Kamera mit großer Leichtigkeit über den Platz, beobachtet das bunte Treiben mal von der Terrasse aus, mal ist sie mittendrin. Und wie beiläufig entdeckt sie allerhand Details: Plaketten, die von den Höhepunkten des Vereinslebens zeugen, die Vielfalt des Materials von Schlägern, Greifern, Bällen, die bunten Trikots. Dabei setzt der ursprünglich auf 16mm gedrehte Film nicht nur farbige Akzente im norddeutschen Nieselregen, sondern lässt Textur und Beschaffenheit der unterschiedlichen Bälle spürbar werden. Man beginnt zu ahnen, mit welchem Bedacht der richtige Ball für die entsprechende Bahn gewählt werden muss. All die einzelnen Elemente sind durch gelungenen Schnitt und stimmiges Sound-Design zusammengefügt zu dem liebe- und respektvollen Porträt eines Paares, das seinen Lebensinhalt gefunden hat und andere daran partizipieren lässt, und darüber hinaus zu einer Hommage auf all die Menschen und Vereine in den sogenannten „Randsportarten“, die ihren ganz speziellen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten." (Jurybegründung)


"ASCONA" (Dokumentarfilm, 2019, 15 Min.) Regie, Buch, Kamera und Montage: Julius Dommer; Montage/Dramaturgie: Rita Schwarze; Ton: Tim Gorinski, Christoph Krüger, Felix Bartke, Arne Lange; Regieassistenz: Miriam Gossing; Kameraassistenz: Christian Kochmann; Sound Design: Tim Gorinski; Grading: Fabiana Cardalda; Tonmischung: Ralf Schipke; Betreuung: Prof. Sophie Maintigneux, Prof. Dietrich Leder, Andreas Altenhoff, Rita Schwarze, Prof. Thomas Schmitt; Produktion Kunsthochschule für Medien Köln und Julius Dommer

Julius Dommer, geboren 1988 in Ratzeburg, lebt und arbeitet in Köln. Seit 2009 freiberuflich als Beleuchter und Oberbeleuchter tätig. Von 2012 bis 2019 Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2015/16 Teilnahme am Austauschprogramm der KHM mit der kubanischen Filmschule EICTV. Seine dokumentarischen Kurzfilme "Berta" (2017, 8 Min.) und "Rebar" (2017, 30 Min.) wurden auf zahlreichen Festivals gezeigt und ausgezeichnet. "ASCONA" ist sein Diplomfilm an der KHM.

Redaktion — Ute Dilger
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