Heimspiel Spezial: Kurzfilme von Absolvent*innen der KHM

KHM
Still aus "THE TRANSFIGURATION" von Stephan Ganoff (2020, 22 Min.)

Die Filmreihe zeigt die neuen Kurzfilme von Stephan Ganoff, Marion Kellmann, Sunjha Kim und Rikisaburo Sato. Der Filmabend wird moderiert von Prof. Melissa de Raaf.

Mittwoch, 2. Dezember, 19 Uhr, Online
Livestream aus der Aula der KHM
Um Anmeldung bis spätestens 30.11. wird gebeten.

Die KHM-Filmreihe Heimspiel präsentiert regelmäßig Debütfilme von Absolvent*innen der Kunsthochschule für Medien Köln. Im Anschluss an die Vorführungen berichten die anwesenden Regisseur*innen, Autor*innen und Bildgestalter*innen über den Entstehungsprozess und die Rezeption ihrer Filme. Auch praktische Details zur Finanzierung und Auswertung werden dabei angesprochen und geben Einblick in die aktuellen Produktionsbedingungen von jungen Filmemacher*innen.
Das Heimspiel Spezial am 2. Dezember präsentiert die aktuellen Arbeiten der KHM-Absolvent*innen Stephan Ganoff, Marion Kellmann, Sunjha Kim und Rikisaburo Sato, die ihre Filme ohne Format- oder Genrevorgabe auf eigene und experimentelle Weise entwickelt haben und dabei die Möglichkeiten und Freiheiten, die die kurze Filmform bietet, voll ausschöpfen. Alle drei Filme berühren Themen wie Identität, Rollenbilder und Zuschreibungen.

"Ekstase" von Marion Kellmann
Experimentalfilm/Found Footage, 2019, 11 Min., s/w, ohne Sprache

"Ekstase" ist aus Szenen europäischer Stummfilme montiert. Spielerisch zeigt der Kompilationsfilm anhand ähnlicher Motive und Gesten das Stereotyp der Frau am Rande des Wahnsinns. Die gleichen Handlungen wiederholen sich an verschiedenen Orten und die Frauen befinden sich in einem ständigen Kreislauf aus Symptom, Diagnose und Behandlung. „Auf das Thema Hysterie aufmerksam geworden bin ich zum ersten Mal durch Texte von Tolstoi und Maupassant. Beide waren mit den Studien Jean-Martin Charcots vertraut und haben darüber geschrieben. Nachdem ich mehr über die Modekrankheit Hysterie und den Einfluss der Fotografien der „Iconographie photographique de la Salpêtrière“ auf die verschiedenen Kunstformen erfahren hatte, begann ich diese bizarren und gleichzeitig sehr ausdrucksstarken Gesten in den frühen Filmen zu suchen.“ (M. Kellmann)


Regie und Buch: Marion Kellmann; Musik: Dascha Dauenhauer; Violine: Benjamin Schneider; Viola: Ekin Özcan; Violoncello: Lukas Jedeck; Ton: Adrian Lorenz; Montage: Marion Kellmann; Tonmischung: Dascha Dauenhauer, Adrian Lorenz; Farbkorrektur: Reka Hain; Produktion: Marion Kellmann; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW; Auszeichnungen: Prädikat „besonders wertvoll“, FBW Wiesbaden; Best Experimental Short, backup festival, Weimar 2019


"Gujiga" von Sunjha Kim (Regie und Buch) und Rikisaburo Sato (Bildgestaltung)

Experimentalfilm/Dokumentarfilm, 2019, 19 Min., Koreanisch mit engl. UT
„Gujiga“ basiert auf einem Schamanengesang. Der Film verwebt Mythen und Symbole mit Einblicken in die Existenz von Schildkröten sowie den Eingriff der Menschen in das Leben dieser Reptilien. Eine Ode an die Natur und eine Erinnerung an die Verbindung zwischen Mensch und Tier.


Regie und Buch: Sunjha Kim; Bildgestaltung: Rikisaburo Sato; Montage: Sunjha Kim; Musik und Narration: Minhee Park; Ton: Lucas Coelho de Carvalho; Tonmischung: Judith Nordbrock; Farbkorrektur: Rikisaburo Sato; Produktion: Sunjha Kim; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW; Uraufführung: Internationale Kurzfilmtage Winterthur 2019; Deutsche Premiere: Festival Max-Ophüls-Preis Saarbrücken 2020



"THE TRANSFIGURATION" von Stephan Ganoff

Experimentalfilm/Essay, 2019, 20 Min., Deutsch/Bulgarisch mit engl. UT

Er lebt in Deutschland. Manchmal ist er eine Sie. Er ist ehrlich mit seiner Mutter, die ihn versteht und akzeptiert. Er hat keinen Vater. In Bulgarien hat er einen Onkel, der nur einen Teil seines Neffen kennt – den männlichen. Es ist Zeit für die ganze Wahrheit. Ganoff drehte den Film mit seiner Familie ohne Filmteam. Eine einzigartige experimentelle Fiktion über die Welt derjenigen, deren Identität in den normativen sozialen Narrativen keinen Platz findet.

Regie und Buch: Stephan Ganoff; Bildgestaltung: Stephan Ganoff; Protagonisten: Ekaterina Volnova, Stefan D. Ganoff, Stephan Ganoff; Montage: Stephan Ganoff; Sounddesign: Tim Elzer; Farbkorrektur: Enno Endlicher; Produzentin: Ekaterina Voinova; Produktion und Verleih: Ekaterina Voinova, Prodeka EOOD; Auszeichnungen: Jameson Short Film Award, Best Short Film, Sofia international Film Festival 2018; Honorable Mention, Best Experimental Film, Los Angeles Film Awards 2019; Publikumspreis beim Kurzfilmfestival Köln 2019

Anmeldung bis 30. November erforderlich:
Bitte senden Sie uns bis spätestens 30. November eine Email an: festivalbuero@khm.de

Die virtuellen Plätze sind auf 100 begrenzt. Wir senden Ihnen am 1. Dezember einen Link zum Livestream des Filmabends per Email zu.


Die Biografien der Absolvent*innen

Marion Kellmann Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg mit Schwerpunkt Drehbuch von 2003 bis 2004 und an der KHM von 2004 bis 2010 mit Schwerpunkt Regie und Experimentalfilm. Ihre Arbeiten werden international sowohl in Museen als auch auf Filmfestivals gezeigt. Sie lebt und arbeitet als Filmemacherin und Editorin in Köln.


Sunjha Kim wurde 1983 in Seoul, Korea, geboren. Sie studierte Visual Design und Philosophie an der Seoul National Universität von 2002 bis 2006. Von 2007 bis 2011 absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln mit Schwerpunkt Kunst und Animation. Ihre Filme werden auf internationalen Filmfestivals gezeigt u.a. Images Festival, Toronto, International Film Festival Rotterdam, Visions du Réel, Nyon. Sie lebt und arbeitet als Videokünstlerin und Filmemacherin in Köln.


Rikisaburo Sato wurde in Japan geboren. Masterstudium von 2002 bis 2004 an der Tama Art University, Tokyo. Von 2007 bis 2014 Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln mit Schwerpunkt Regie und Bildgestaltung. Seit 2009 als Regisseur und Kameramann tätig. Gemeinsam mit Sunjha Kim realisierte er den Film „Who is your grandfather?“, bei dem er als Co-Regisseur und Bildgestalter mitwirkte. Der Dokumentarfilm feierte 2017 seine Premiere beim Festival Visions du Réel in Nyon.


Stephan Ganoff wurde 1983 in Ruse, Bulgarien, geboren. Er studierte Regie, Schauspiel und Animation an der NBU in Sofia und an der KHM. Seine Kurzfilme wurden mehrmals im Fernsehen, bei Kunstausstellungen und Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet. Seit 2015 ist Stephan Ganoff Mitglied des StriKING Performance Lab. Er war Jurymitglied des Sofia Pride Film Fest und Lab 2018 und in der Auswahlkommission vom 23. SIFF 2019.

Redaktion — Ute Dilger
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