Wim Wenders Stipendium 2020

Leri Matehha und Felix Reinecker sind Stipendiaten der Wim Wenders Stiftung 2020.

Die KHM-Absolvent*innen Leri Matehha und Felix Reinecker erhalten je ein Wim Wenders Stipendium für die Entwicklung ihrer neuen Filmprojekte.

Die Entscheidung wurde am 23. Oktober bekanntgegeben.
Wim Wenders Stiftung
Birkenstr. 47, 40233 Düsseldorf

Zum siebten Mal hat die Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit der Wim Wenders Stiftung das Wim Wenders Stipendium verliehen. Das renommierte Stipendium, das jährlich mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro ausgelobt wird, ermöglicht jungen Filmemacher*innen, die mit neuen Mitteln erzählen wollen, eine unabhängige Entwicklung ihrer filmischen Ideen. Leri Matehha und Felix Reinecker, die in diesem Jahr ihr Studium an der KHM abgeschlossen haben, erhalten für ihrer neuen Projekte je ein Stipendium der Wim Wenders Stiftung.

San Salvadorvon Felix Reinecker, Animationsfilm, 20.000 Euro
Der Literaturvorlage „San Salvador“ von Peter Bichsel folgend, gelangt Protagonist Paul, ein Familienvater mittleren Alters, über das Zeichnen von Wellenlinien und seiner Initialen schließlich zu dem Satz: „Mir ist es hier zu kalt, ich gehe nach Südamerika.“ KHM-Absolvent Reinecker verknüpft Pauls gedankliche Fluchtfantasien mit Szenen der modernen Großstadt Düsseldorf im digitalen Zeitalter und Sehnsuchtsmotiven einer fernen südlichen Gegenwelt.

Wvon Leri Matehha, Hybrid aus Spiel- und Dokumentarfilm, 15.000 Euro
Anfang des 20. Jahrhunderts: Deutsche Körperkult-Enthusiasten gehen auf der tropischen Insel „W“ ihren Ritualen nach – mentalen Übungen, Fastenzeremonien, Ausdruckstänzen, exzessiver sportlicher Betätigung und der Pflanzenkunde. Nachts werden sie von dystopischen Träumen über die Routen jüdischer Flüchtlinge durch Frankreich heimgesucht. Zunehmend identifizieren sich die Inselbewohner mit den Verfolgten und ihrer verzweifelten Flucht vor den Nazis. Ihr Studium an der KHM schloss Leri Matehha letztes Jahr ab.


Aus insgesamt 33 Anträgen wählte die Jury sechs Projekte aus. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren die stoffliche Originalität und eine überzeugende visuelle Konzeption. Juryvorsitzender Wim Wenders: „Wir haben in diesem 7. Jahr bewusst mehr Projekte als sonst ausgezeichnet, weil die Einreichungen uns in ihrer Vielseitigkeit überzeugt haben. Mich freut es ungemein, dass wir mit dem Stipendium dazu beitragen – gerade in dieser schwierigen Zeit für das Kino und für unser so sehr auf soziale Kontakte bezogenes Handwerk – den ausgezeichneten Filmemacher*Innen die nötige Zeit und den Handlungsspielraum zu gewähren, um ihre Projekte voranzutreiben. Mehr denn je braucht „Film“ neue Formen und durchaus auch andere Präsentationsformen, um das Kino als kollektive Erfahrung zu stärken. Meinen Glückwunsch an die diesjährigen Stipendiat*innen und vielen Dank an alle Bewerber*innen für Ihr Vertrauen!“

Das Wim Wenders Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW wurde erstmals 2014 gemeinsam mit der Wim Wenders Stiftung vergeben. Seither wurden 31 Stipendien mit einer Gesamtfördersumme von fast 700.000 Euro verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, bestehend aus Wim Wenders (Vorsitz), der Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW Petra Müller und Mirko Derpmann (Scholz & Friends), im Rahmen eines zweistufigen Bewerbungsverfahrens.

Redaktion — Ute Dilger

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