Poetry makes nothing happen

KHM
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Jan Wagner (Copyright: Alberto Novelli - Villa Massimo)

Gespräch und Diskussion im Rahmen des Festivals für Weltliteratur Poetica 6 mit den Autor*innen Tadeusz Dąbrowski, Luljeta Lleshanaku, Agi Mishol, Herta Müller, Sergio Raimondi, Xi Chuan, Jan Wagner und Serhij Zhadan.

Termine
Dienstag, 21. Januar 2020, 14 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

Was können Worte bewirken, wenn nicht ein Demagoge sie missbraucht, sondern ein Schriftsteller sie sorgsam abwägt, wenn Sprache also zum Material der Kunst wird? Wie ließe sich von dort aus, aus dem Reich der Metapher und des Klangs Wirkung ausüben auf die Welt der Machtspiele und der Ungerechtigkeiten, der Realpolitik und des Faktischen, zumal in einer Zeit, in der Fakten nicht mehr zu zählen scheinen, in der Worte gedreht und Wahrheiten gewendet werden, die Rohheit triumphiert und kalkuliert Gift in die Rhetorik geträufelt wird?
Nichts, gar nichts bewirke die Poesie, so schrieb W.H. Auden in seiner herrlichen Elegie auf William Butler Yeats, obschon Auden lange Zeit selbst als hochpolitischer, engagierter Autor galt und über den spanischen Bürgerkrieg schrieb, und so gesteht er denn der Sprachkunst immerhin ein bisschen Einfluss zu: „In unserem Zeitalter ist das Erschaffen eines Kunstwerks an sich schon ein politischer Akt“, so Auden, weil es „das Management“, so nennt er es, an etwas erinnere, an das Manager stets erinnert werden sollten, daran nämlich, dass die von ihnen Gemanagten Leute mit Gesichtern seien, nicht anonyme Nummern, dass im Homo Laborans, im Arbeitenden, immer auch ein Homo Ludens, ein Spielender, stecke. Ließe sich womöglich noch mehr zugunsten der Poesie sagen? Die Autoren der sechsten Poetica suchen gemeinsam nach den umstürzlerischen Qualitäten der Dichtkunst.


"Widerstand. The Art of Resistance" lautet das Thema der Poetica 6, des sechsten Festivals für Weltliteratur, das vom Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln zusammen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vom 20. bis 25. Januar 2020 in Köln veranstaltet wird. Kurator ist der deutsche Schriftsteller Jan Wagner.

Er hat Autor*innen aus drei Kontinenten und zehn Ländern zu öffentlichen Lesungen und Diskussionen eingeladen: Tadeusz Dabrowski (Polen), Federico Italiano (Italien), Erik Lindner (Holland), Luljeta Lleshanaku (Albanien), Agi Mishol (Israel), Helen Mort (England), Herta Müller (Deutschland), Sergio Raimondi (Argentinien), Xi Chuan (China) und Serhij Zhadan (Ukraine).


Die Poetica findet an verschiedenen Orten in Köln statt: in der Universität, der Stadtbibliothek, der Kulturkirche, der Kunsthochschule für Medien, im Literaturhaus, im Alten Pfandhaus und im Schauspiel Köln. 

Redaktion — Juliane Kuhn
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