Zum Auftakt: Isabell Lorey – Queer Studies in Wissenschaft und Künsten

KHM
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Vortrag zum neuen Lehrgebiet im Bereich Kunst- und Medienwissenschaften an der KHM.

Termine
Mittwoch, 8. Mai 2019, 19 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

In ihrer Antrittsvorlesung zeigt Isabell Lorey, mit welchen Perspektiven und Themen sie die neu geschaffene Professur für „Queer Studies in Wissenschaft und Künsten“ ausfüllen wird. Lorey geht davon aus, dass Queer Studies sexuelle Identitäten in Frage stellen und an sozialen Verbundenheiten interessiert sind. Das eröffnet einen Blick auf queere Sorgebeziehungen zu Menschen, Dingen und Umwelten. Mit einer queeren identitäts- und repräsentationskritischen Position fragt Lorey danach, wie angesichts zunehmender Prekarisierung Demokratie und Zeit neu verstanden werden müssen. Impulse bekommt sie hierfür von sozialen Bewegungen wie den Besetzungs- und Demokratiebewegungen der 2010er Jahre, die neue Formen von Demokratie erfunden, ausprobiert und wiedererinnert haben. Aber auch die immer stärker werdende internationale queer-feministische Streikbewegung gibt Anlass dafür, neue Formen von demokratischem Zusammenleben zu praktizieren, denn sie stellen die Sorge in vielfacher Weise ins Zentrum ihrer Proteste.

Redaktion — Juliane Kuhn

Isabell Lorey hat Politikwissenschaft, Philosophie sowie afrikanische und europäische Ethnologie studiert und 1996 mit der ersten Monographie zur US-amerikanischen politischen Philosophin Judith Butler, einer der wichtigsten Queer-Theoretiker*innen, an der Goethe Universität in Frankfurt am Main promoviert. Aus der Promotion entstand das einschlägige Buch "Immer Ärger mit dem Subjekt", das vom neuen kleinen Verlag transversal texts mit einem neuen Vorwort wieder veröffentlicht wurde. 2009 hat sich Isabell Lorey an der Universität Wien mit einer Studie zu  Gemeinschaftsbildung und Herrschaftssicherung habilitiert, die als "Figuren des Immunen" 2011 bei Diaphanes erschienen ist. Am bekanntesten wurde Lorey mit ihrem mittlerweile in fünf Sprachen übersetzen Buch "Die Regierung der Prekären“ (2012), für das Judith Butler das Vorwort geschrieben hat. Darin befasst sie sich mit der quer durch die Gesellschaft sich ausbreitenden Prekarisierung, der sozialen Verunsicherung in neoliberalen Verhältnissen, den damit verbundenen Geschlechterverhältnissen, zugleich aber auch den Möglichkeiten zur Veränderung.


Lorey hatte längere Assistenz- und Gastprofessuren an der Universität der Künste und der Humboldt Universität Berlin inne sowie den Universitäten Basel, Wien und Kassel. Sie hat zudem langjährige Erfahrungen als Fernsehjournalistin vor allem in der Kindernachrichten-Redaktion „logo!“ sowie ihrer hervorragenden Vernetzung und Bekanntheit im internationalen Kunstfeld, was sich nicht zuletzt an ihrem Beitrag zu neuen emanzipatorischen Formen von Demokratie im Katalog der documenta 14 zeigt. Mit der Professur "Queer Studies in der Wissenschaft und den Künsten" kommt Lorey nach Köln zurück, wo sie bereits 1996 als Redakteurin der Zeitschrift Texte zur Kunst arbeitete.

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