Konferenz der Filmhochschulen in Bogotá

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Prof. Marcel Kolvenbach vertrat die KHM bei der Internationalen Konferenz "Film and Television Schools and Their Impact on Society", die an der Partnerhochschule National University of Colombia (UNAL) stattfand.

Haben Filmhochschulen eine gesellschaftliche Verantwortung? Falls ja welche, und wie zeigt sich dies in der Lehre? Das war die zentrale Fragestellung beim Treffen lateinamerikanischer Filmhochschulen, zu der auch Vertreter von internationalen Film- und Kunsthochschulen als Referenten geladen waren. Für die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) reiste Marcel Kolvenbach, neuer Professor für Dokumentarfilm an der KHM, an die Nacional Universidad de Colombia (UNAL), mit der die KHM seit einigen Jahren einen Studierendenaustausch unterhält.
Die Konferenz fand vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Kolumbien statt. Nach Jahrzehnten bewaffnetem Kampf haben die Rebellen der FARC die Waffen niedergelegt und in den letzten Wochen eine Partei gegründet, die bei den Wahlen 2018 antreten wird. 50.000 Männer und Frauen, die für die linke Guerilla gekämpft haben beginnen nun einen komplexen Prozess, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, die vor großen ökonomischen und sozialen Herausforderungen steht. Die Zukunft des fragilen Friedens hängt davon ab, ob eine gespaltene Gesellschaft zu sich selber findet und den bewaffneten Kampf durch einen demokratischen Dialog ersetzen kann. In anderen Ländern der Region gibt es ähnlichen sozialen Sprengstoff. Welche Aufgabe haben - vor allem die staatlichen - Filmhochschulen in diesen Zeiten gegenüber der Gesellschaft?

Dass in Zeiten von "Fake-News" auch in Deutschland die Rolle audiovisueller Medien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt neu gedacht werden muss, darum ging es im Vortrag von Prof. Marcel Kolvenbach. Wie sich das auf die Curricula z.B. im Bereich Dokumentarfilm an den verschiedenen Hochschulen niederschlägt, diskutierten die Teilnehmer in verschiedenen öffentlichen Diskussionsrunden, die von Studierenden und Lehrenden der UNAL besucht wurden. Die Diskussionen, Vorträge und Ergebnisse sollen in einer separaten Publikation veröffentlicht werden.



"Film and Television Schools and Their Impact on Society"
August, 30th-September 1st, 2017


Wednesday, August 30th
4 pm Presentation and opening.
Javier Olarte, Director, School of Film and Television, Faculty of the Arts, National University of Colombia. Bogotá.
5 pm "The Forth Cinema"
Carlos Álvarez, Professor Emeritus, School of Film and Television, National University of Colombia, Bogotá
6:15 pm Panel

Thursday, August 31th
8:30 am “Mirror/Hammer: How Film and Television Schools both Reflect and Redefine Society and Culture”
Bruce Sheridan, Professor, Columbia College Chicago, Department of Cinema Arts and Technology
10 am Panel
11 am “Documentary Film in the times of Fake News. Perspectives of the teaching of an authorial film at the Academy of Media Arts Cologne (Germany)”
Marcel Kolvenbach, Professor, Academy of Media Arts Cologne (KHM)
12 pm Panel
2:30 pm “Myth and Cinematic Narrative in the Construction of the Audiovisual Image"
Juan Mora Catlett, Professor, Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM)
4 pm Panel
5 pm Presentation of the audiovisual work

Friday, September 1st
8:30 am “Making audiovisual: looking out for questions”
Silvio Fischbein, Professor, Facultad de Arquitectura, Diseño y Urbanismo (FADU). Universidad de Buenos Aires (UBA)
10 am Panel
11 am “Film and Television Schools and their impact on Society”
Debate amongst the four main speakers.
2:30 pm bis 5:30 pm Meeting. CIBA Film and Television Schools.


Die Konferenz wurde von der School of Film and Television der National University of Colombia in Bogotá und dem Internationalen Verband der Filmhochschulen (CILECT) veranstaltet.

Redaktion — Ute Dilger
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