Die Stadt als Bühne

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S#31 2009, Eric and Louise Franck Collection London, VG Bild-Kunst, 2017

Ausstellung von Beate Gütschow im  O&O DEPOT Berlin.

Beate Gütschow, Professorin für Künstlerische Fotografie an der KHM, zeigt die Serie S.

Mit einer Einführung von Dr. Anne Schloen (Kuratorin)


DIE STADT ALS BÜHNE — Ausgangspunkt

In der europäischen Stadt ist der öffentliche Raum der Ort, an dem sich ein vielfältiges gesellschaftliches Leben abspielt: Er ist Treffpunkt und Erholungsfläche, bietet zahlreiche Möglichkeiten für Fortbewegung, Unterhaltung und Konsum. Die öffentlichen Plätze, Straßen und Parks sind Bühnen des urbanen Lebens und Ausdruck von gesellschaftlichen Entwicklungen.
Seit den 1980er Jahren hat sich der öffentliche Raum wesentlich verändert: Er wird zunehmend privatisiert, kommerzialisiert und aus Sicherheitsaspekten überwacht. Die Folge ist, dass die öffentlichen Räume zugunsten halbprivater und privater Räume verschwinden. Der Umgang mit Kunst hat sich ebenfalls gewandelt: Kunst wird immer stärker für das Corporate Image eines Unternehmens, die Marketingstrategien einer Stadt und zur Profilierung einzelner Investoren instrumentalisiert.
Als Reaktion auf diese Tendenzen hat sich eine Gegenbewegung formiert: Es gibt ein wachsendes Interesse vieler Bürger am öffentlichen Raum und der Stadt als Handlungsraum. Die Rückeroberung des öffentlichen Raumes durch die Bürger hat zu neuen Formen des Öffentlichen geführt, wie beispielsweise DIY-Urbanismus, Guerilla Gardening, Outdoor Clubbing und Parcouring.
Im Kontext dieses Wandels stellt sich die Frage, welche Rolle gegenwärtig die bildende Kunst im öffentlichen Raum spielt und welche Relevanz sie besitzt. Wie greifen Künstler in die Stadt und das urbane Leben ein? Welche künstlerischen Strategien der Aneignung von urbanem Raum gibt es? Welche Aspekte des urbanen Kontextes sind für Künstler interessant? Wie lassen sich Denkanstöße geben, Wahrnehmungsparameter verändern oder Denk- und Handlungsmuster durchbrechen? Was kann Kunst im 21. Jahrhundert im öffentlichen Raum noch bewirken?
Diese Fragen sind Anlass für das O&O Depot, sich in einer Trilogie aus Ausstellung, Diskussion und Performance mit dem Thema „Die Stadt als Bühne“ zu befassen.

Dr. Anne Schloen

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