KHM Vorträge (4): Prof. Winfried Gerling. Falling Men – Der freie Fall im Bild

KHM
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Vortrag über die mediale Figur des ausgestellten Stillstandes im fotgorafischen Bild.
„Die Welt ist alles, was der Fall ist.“[1]

[1] Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus, London 1922, S. 30.
Das Fallen kann eine Metapher sein und ein Bild für eine Unzahl menschlicher Desaster wie den Sündenfall, den Höllensturz, aber auch den Fall der Börsenkurse. Allerdings existiert ein gespenstischer Kontrast zwischen der eigentümlichen Schönheit des Bildes vom stillgestellten Fall und dem immer schon implizierten Aufprall. Die Bilder vom Fall lassen die absolute Verwundbarkeit des Körpers aufscheinen - ihre Anmut rührt von der Möglichkeit des Unfalls und von dem Aufstand dagegen.
Der Vortrag behandelt in erster Linie die mediale Figur des ausgestellten Stillstandes in einem höchst bewegten und auch bewegenden fotografischen Bild. Vor dem Hintergrund historischer Repräsentationen des Themas, wie z.B. Peter Paul Rubens „Höllensturz der Verdammten“, werden fotografische Bilder im Zentrum der Auseinandersetzung stehen: Dazu zählen die paradigmatischen Bilder des World Trade Center vom 11. September 2001, aber auch zeitgenössische Fotografien wie die von Denis Darzacq, Gelatin und Ciprian Muresan. Winfried Gerling hat bildende Kunst in Berlin studiert und ist seit 2000 Professor für Konzeption und Ästhetik der Neuen Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft in Potsdam. Er ist Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung – Hybride Formen des Bildwissens“.
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