Prof. Belinda Kazeem-Kamiński

Gastprofessorin für Ästhetik
+49 221 20189 – 355
belinda.kazeem-kaminski@khm.de

Belinda Kazeem-Kamiński aus Wien ist eine international renommierte Kulturtheoretikerin, Autorin, Kuratorin antirassistischer Praxen und Künstlerin. Sie ist seit dem WS 2020/21 Gastprofessorin an der KHM.


Verwurzelt in Schwarzer feministischer Theorie, arbeitet Belinda Kazeem-Kaminski mit einer recherchebasierten und prozessorientierten investigativen Praxis, welche sich mit Archiven – im Speziellen deren Lücken und Leerstellen – auseinandersetzt. Mit der Verbindung von Dokumentarischem und Fiktionalem legt sie dabei die Gegenwärtigkeit einer andauernden kolonialen Vergangenheit frei.

Ihre Arbeiten wurden national und international gezeigt, u.a. Kassel - Dokumentarfilm- & Videofest, Rotterdam - Int. Filmfestival, Graz - Diagonale, Festival des österreichischen Films, Dortmund / Köln - Internationales Frauenfilmfestival, Osnabrück - EMAF - European Media Art Festival, Vancouver - Int. Film Festival, Wiesbaden - exground on screen. Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste Wien von 2015-2018.

Kazeem-Kamiński’s Projekte nehmen ihren Ausgang oft in den unterdrückten Geschichten und Sichtweisen Schwarzer Menschen, auf welche die Künstlerin durch Fotografien und Gemälde in europäischen Sammlungen, Museen und Archiven aufmerksam wird. Ihre künstlerisch-forschende Praxis interessiert sich dabei gleichermaßen für das Herausschälen eines inhärenten weißen Blickes und die Entwicklung einer Erzählung, welche die Portraitierten als Subjekte ernst nimmt. Durch konsequente Analysepraxis und das Sichtbarmachen von Blickregimen, konfrontiert Kazeem-Kamiński unter Zuhilfenahme verschiedener Medien (u.a. Text, Fotografie, Performance, Collage) einerseits das Ausgangsmaterial und erprobt andererseits die Entwicklung oppositioneller Blicke. Letztere sind für Kazeem-Kamiński die Grundlage, um Geschichte(n) aus der Perspektive derjenigen zu teilen, welche zum Schweigen gebracht wurden. Dabei entwickelt die Künstlerin und Autorin Narrative, die sich getrauen, fragmentarisch zu bleiben oder auch spekulativ zu werden, ohne dabei jedoch die Gegenwärtigkeit der Vergangenheit aus den Augen zu verlieren.


Publikationen:

Kazeem-Kamiński: Unearthing. In Conversation. On Listening and Caring. In: Critical Ethnic Studies, vol. 4, no. 2, 2018, pp. 75–99.

Bayer, Natalie/Kazeem-Kamiński, Belinda/Sternfeld, Nora (eds.): Curating as Antiracist Practice. Berlin/Boston: De Gruyter. Edition Angewandte, 2018

Kazeem-Kamiński, Belinda: Antidiskriminatorisches Lehren und Lernen bei bell hooks. Wien: Zaglossus Verlag, 2016

schnittpunkt/Kazeem, Belinda/Martinz-Turek, Charlotte/Sternfeld, Nora (eds.): Das Unbehagen im Museum. Postkoloniale Museologien. Wien: Turia + Kant, 2009


Preise, Auszeichnungen, Stipendien:

2018, Catrin Pichler Preis der Akademie der Bildenden Künste, Wien

2017 - 2020, Doc-Stipendium, Österreichische Akademie der Wissenschaften
2017, Kültür Gemma Stipendium

2016, Theodor Körner Preis


upcoming: Solo-Exhibition Kunsthalle Krems, Wien (2.2.-16.4.2021)

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