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Preisverleihungen bei Begrüßung der Erstsemester und zum Beginn des neuen Studienjahres

Verleihung des DAAD-Preises und dreier Förderpreise des Vereins der Freunde der KHM bei der Begrüßung der Erstsemester und Eröffnung des neuen Studienjahres 2021/22.

Montag, 18. Oktober 2021, 19 Uhr, Aula

Programm zur Begrüßung der Erstsemster:

  • Begrüßung und Ansprache des stellv. Rektors Prof. Mathias Antlfinger zum neuen Studienjahr.

  • Verleihung des DAAD-Preises an Naoto Hieda für hervorragende ausländische Studierende. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde durch Ruth Weigand (Referentin für Internationales) vorgestellt. Christian Sievers (künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter Multimedia/Performance) führt im Anschluss ein Künstlergespräch mit Naoto Hieda.

Naoto Hieda ist Künstler aus Japan und studiert seit 2019 an der KHM im Diplom 2. Er hat zuvor am Tokyo Institute of Technology und an der McGill University in Kanada Ingenieurwissenschaften studiert. Die KHM zeichnet ihn für seine starken künstlerischen Leistungen im Studium aus, und für sein Engagement, die Hochschule trotz pandemiebedingter Beschränkungen als lebendigen, sozialen Ort zu erhalten (Christian Sievers).


  • Begrüßungsworte und Vorstellung der Freunde der KHM e.V.  durch die stellv. Vorsitzende Isabel Apiarius-Hanstein und Verleihung der drei Förderpreise des Freundeskreises für Junge Studierende 2021 an die Studierenden Camie Rüther, Gianna Scholten und Julia Vergazova.
    Die Förderpreise heben die besondere künstlerische Leistung von Studierenden zu Beginn ihres Studiums hervor und fördern deren weitere Entwicklung. Sie sind mit je 2.000 Euro dotiert. Die Laudationes sprach Prof. Lilian Haberer (Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff).


Laudationes zu den Förderpreisträgerinnen:

Mit dem experimentellen Kurzfilm  "Alles was uns bleibt" widmet sich Camie Rüther in dichten, nahen und fragmentarischen Bildern einer inneren Selbstreflexion, die sich in Zwischenzonen einer intimen Begegnung bewegen. Mit einer konzeptuellen Reduktion der Mittel und der Zeit: an einem Wochenende, sie als non-binäre Performer*in und Akteur*in sowie mit einer Bolex-Kamera von der Bildgestalterin Fabiana Fragale eingesetzt, erzeugt Camie Rüther eine Verdichtung auf den Moment des Nachsinnens und Verharrens an Orten eines poetischen Ichs. Im taktilen und fragmentarischen Erkunden der Kamera von Gesicht und Körper der Performer*in fallen die Orte als Erinnerungstrigger und die inneren Empfindungen zusammen. Sie stellen die Stille als das Ungreifbare, Außersprachliche, als den Ort heraus, an dem Begehren, Nähe und Distanz zusammenkommen. Camie Rüther als Künstler*in Kameraperson und Essayschreibende arbeitet in ihren Filmen und Projekten nicht nur ästhetisch, auch literaturwissenschaftlich mit lateralen Montagen, Räumen und Ebenen queeren Erlebens. Die Jury hat besonders das Fragmentarische des außersprachlichen und imaginativen Veranschaulichens des Sujets beeindruckt sowie den Umgang mit Film als einem farbintensiven taktilen Ausdrucksmittel.

Die dokumentarische Miniatur von Gianna Scholten nähert sich von einer lateralen Seite dem eigentlichen Thema: Menschen, die ein Lokal verlassen, Besucher*innen um ein Seehundbecken im Zoo, Kinder auf der Wiese, die einen Drachen steigen lassen oder ein Motorboot im See aussetzen – und mitten im See, Stockenten im Tauchvorgang, bei ihrem täglichen Bad, aufgenommen aus sicherer Distanz und in Nahaufnahme. "Das Panoptikum um die Ente herum" so der Titel der Miniatur umkreist das Eigentliche des Films, der seine Aufmerksamkeit auf Betrachtungen alltäglicher Dinge aus der Distanz und herangezoomt mit einer Beiläufigkeit und in einer Ästhetik, aufgreift die an Amateur*innenfilmerei und found footage denken lässt. Er zeigt jedoch auch Gegenblicke, vor allem letztere der Tiere, wenn sie für sich sind. Sie richtet ihre Aufmerksamkeit auf diese Zwischenzonen außerhalb der Begriffe und Vorstellungen, die mit unserem Wissen über die Welt verbunden sind. Dabei vermag es Gianna Scholten in ihren Filmen und Miniaturen, wie die Jury überzeugt festhält, anhand eines Satzes oder einer Überzeichnung die Bandbreite der Bedeutungen und Lesarten aufzufächern und damit gleichsam zu radikal zu hinterfragen, uns damit ebenfalls zu Fragen anzuregen.

What is it like when the world is recreated by machines as nature has come to an end and becoming 'strange, psychedelic and eco-cybernetic?' These are questions the artist Julia Vergazova is approaching, often collaborating with artist and musician Nikolya Ulyanov, such as in the project Floating Utopia, Act 1: Gradient Descent into Wetlands. Manifold aspects are part of the project from videos, tile mosaics who are placed a destroyed houses and footage from surveillance cameras and used as footage for machines programmed for a so-called 'adversarial network' to recreate a sci-fi moment by machines who are looking themelsves. Julia Vergazova works with posthuman theory but also neural networks and language modeling to recreate, augment and simulate processes to shift persectives to a posthuman focus and questions our understanding of nature and environment. With Karen Barad the artists highlights the aspect of changeability, confusion and its way of embodying the queer. Vergazova understands the neural network in the same way. The jury was convinced and impressed by the multilayered projects in between research and fiction by involving central geopolitical aspects as well as modeling scenarios.

(Prof. Dr. Lilian Haberer und Jury)

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Er fördert mit öffentlichen Mitteln die internationale akademische Zusammenarbeit, insbesondere den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Die ausländischen Studierenden an unseren Hochschulen bereichern die Hochschulgemeinschaft sowohl in kultureller als auch in akademischer Hinsicht.
Um dies zu würdigen, stellt der DAAD jährlich den Hochschulen Mittel zur Vergabe eines Preises an hervorragende ausländische Studierende zur Verfügung.

Redaktion — Juliane Kuhn
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