Abgesagt: ABSCHIED VON DER KUNST?

KHM
Antonin Artaud, L' Exécration du père-mère, avril 1946.jpg

Der Vortrag von Prof. Dr. Hans Ulrich Reck ist wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres abgesagt.

Termine
Abgesagt: Dienstag, 7. April 2020, 19 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

Nach 50 Jahren nochmals ein Zugriff – als Sortierung, Absage, Aufkündigung? Oder als simple, banale Feststellung, dass, gemessen am Maximum eines utopischen Ideals jede Empirie defizitär wird, jede konkrete Realität als ungenügend scheitert? Warum erhalten sich Prägungen nicht, die doch eigentlich dominant, unverzichtbar, unaufkündbar bleiben sollten?


Jedenfalls und mindestens eine Frontstellung ergibt sich aus meiner Sicht zwingend, damals wie heute: Wenn Kunst von Wissenschaften nichts mehr wissen, nichts mehr erfahren, nichts mehr lernen will, dann bleiben im Ganzen nur noch leere Gesten, Selbstbelobigungsrituale und daneben vielleicht noch eine endliche Zahl von bleibenden Werken. Irritierte Zeugen für Unbekanntes.


Was kann heute, nach dem definitiven Scheitern aller conceptual art noch Werk sein, was Kunst?

Es geht aber weiterhin um Kunst, Wissenschaft, Ästhetik, Medien – und um ein Ineinanderverflochtensein von Mentalität, Technik, Lebenswelt, Alltagsleben, Philosophie, Imagination und ihrer Geschichten, Techniken, Praktiken, Poetiken. Um was denn sonst?

Ein Abschied drängt sich auf, wird benannt, vielleicht auch begründet.


Hans Ulrich Reck verabschiedet sich mit diesem Vortrag von seiner Zeit als Rektor (April 2014 bis April 2020) und Lehrender (seit 1995 Professur für Kunstgeschichte im medialen Kontext) von der KHM.

Redaktion — Juliane Kuhn

Abbildung aus: Thévenin, Paule / Derrida, Jacques, Antonin Artaud. Zeichnungen und Portraits, München, 1986.

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