Prof. Dr. Inge Hinterwaldner: Kratzbürstige Modellikonen und Handlungsperspektivierung

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Florian Dombois: Zugabe, 2014

Vortrag im Rahmen des Doktorand*innenkolloquium in den Kunst- und Medienwissenschaften an der KHM.

Termine
Donnerstag, 5. Dezember 2019, 19 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

Hier wird der Versuch unternommen, das Virtuelle als ‚Daseinsweise‘ in Modellen vorzustellen, das implizit Handlungsgebote zu unterbreiten vermag. Dabei kann forciert werden, dass der Umgang nicht zum Modelltypus passt. Die modellhaften Artefakte können sogar dergestalt ausfallen, dass sich das Handlungsangebot daran sehr stark verschiebt, womit man in Konsequenz hierfür erst einmal eine neue Funktionalität finden müsste. Darum veranlassen die vorzustellenden künstlerisch-architektonischen Beispiele von Peter Eisenman, Mario Botta, Pierre Huyghe und Florian Dombois zunächst zum Schmunzeln und oder zum Ärgern.

Materielle dreidimensionale Umsetzungen von architektonischen Konfigurationen, die zuvor auf Papier oder im Computer vorlagen, sind an sich wahrlich nichts Ungewöhnliches – warum stechen diese heraus? 

Sie dienen in diesem Vortrag dazu, Darstellungskonventionen als handlungsbezogen perspektiviert zu konnotieren. Wenn dem so ist, lohnt es auch bei digitalen 3D-Rekonstruktionen – die vermeintlich verzerrungsfrei abbilden – darauf zu achten, wie sich die Handlungsperspektivierung als virtuelle Instanz auswirkt.

Redaktion — Juliane Kuhn

Prof. Dr. Hinterwaldner studierte 1995-2000 Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte an der Universität Innsbruck und promovierte 2009 an der Universität Basel in Kunstgeschichte zu interaktiven Computersimulationen. Am dortigen Nationalen Forschungsschwerpunktes „Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder“ leitete sie 2009-2013 zusammen mit der Soziologin Martina Merz und dem Informatiker Thomas Vetter die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Bild und Modell“. Darüber hinaus unterrichtete sie an den Universitäten Bern, Luzern und der HGK Basel. 2013 lehrte sie als Vertretungsprofessorin am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg. Gastaufenthalte führten sie 2014 nach Lüneburg zur DFG-Kolleg-Forschergruppe "Medienkulturen der Computersimulation" (MECS), 2014-2105 an die Duke University in Durham und 2015-2016 ans MIT in Cambridge. Danach übernahm sie die Professur für Kunst- und Bildgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Humboldt-Universität zu Berlin.


Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Bildtheorie, Modelltheorie, Theorie der Interaktivität und Temporalität in den Künsten, maschinen- und computerbasierte Kunst und Architektur, Verflechtungen von Künsten und Wissenschaften seit dem 19. Jahrhundert.

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