soundings #009: Bernhard Leitner

KHM
Leitner Foto Maik Schuck.jpg
Bernhard Leitner

KLANG UND RAUM – Vortrag & Gespräch mit Stefan Fricke.

Wo ist der Augenblick der Grenzüberschreitung, und warum findet er eigentlich statt? Was bringt [...] Sie dazu, über Klang im Raum nachzudenken?
 
Ich absolvierte ein Architekturstudium, damit schärft man den Blick. Man schärft das Auge, besonders in der vielfältigen Auseinandersetzung mit Raum. [...] Während meiner Studienzeit ab den späten fünfziger Jahren hat mich mehr und mehr interessiert, was in Wien an Neuer Musik aufgeführt wurde. Das war das neue Denken in der Musik mit seinem Sich-Öffnen zum Raum: Karlheinz Stockhausen, Luigi Nono, Mauricio Kagel. [...] Dazu kam ein Interesse für Tanz, für die Bewegung vom Körper im Raum. So wurde wohl Denk- und Erfahrungsmaterial angereichert, abgespeichert.

Ich habe mich durchaus aus Neigung immer auf verschiedene Bereiche eingelassen und versucht, mit den Denkweisen und Terminologien eines künstlerischen Gebietes Wertungen zu machen, womit ich Wertungen auf einem anderen Gebiet zu überprüfen suchte. Sozusagen ein Schärfen des kritischen Blicks oder des kritischen Denkens durch Vergleiche. Im besagten Moment, aber sicherlich auch aufgrund anderer Strömungen in Körper und Geist, kam es zum funkenartigen Zusammendenken, zur Idee mit dem manifestartigen Inhalt: Ja, warum nicht den Klang als Baumaterial verwenden? [...]
Ich wollte mit dem Medium Klang architektonisch-skulptural arbeiten, Raum gestalten.
(Auszug Gespräch Eugen Blume und Bernhard Leitner)

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