soundings #009: Bernhard Leitner

KHM
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Bernhard Leitner

KLANG UND RAUM – Vortrag von Bernhard Leitner & Gespräch mit Stefan Fricke.

Die Verbindungen von Klang und Raum sind Thema eines Vortrages des österreichischen Künstlers und Architekten, Autors und ehemaligen Professors Bernhard Leitner. Initiiert durch sein Architekturstudium und betrachtet aus künstlerischen Perspektiven ging und geht Leitner immer wieder der Frage nach: "Ja, warum nicht den Klang als Baumaterial verwenden? […] Ich wollte mit dem Medium Klang architektonisch-skulptural arbeiten, Raum gestalten“. (Aus: Gespräch Eugen Blume und Bernhard Leitner).

Im auf seinen Vortrag folgenden Gespräch mit dem Journalisten Stefan Fricke geht es darum, welch reichhaltige Aussage dieses "Baumaterial" in sich selbst und raumbezogen mittragen kann.


Bernhard Leitner wurde 1938 in Feldkirch geboren, studierte ab 1956 an der Technischen Hochschule in Wien Architektur, lebte von 1963 bis 1966 in Paris und übersiedelte im Oktober 1968 nach New York, wo er von 1969 bis 1971 als Urban Designer im Department of City Planning tätig war. Ab 1972 bekleidete Leitner die Position eines Associate Professors und Co-Direktors des neu gegründeten Studienprogrammes Urban Design-Humanistic Perspectives an der New York University, von 1982 bis 1986 lebte er als freischaffender Künstler in Berlin. Von 1987 bis 2005 wirkte er als ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität für angewandte Kunst und Leiter der Meisterklasse für medienübergreifende Kunst in Wien.

Er lebt und arbeitet in Wien und Gaindorf.

"Ich absolvierte ein Architekturstudium, damit schärft man den Blick. Man schärft das Auge, besonders in der vielfältigen Auseinandersetzung mit Raum. [...] Während meiner Studienzeit ab den späten fünfziger Jahren hat mich mehr und mehr interessiert, was in Wien an Neuer Musik aufgeführt wurde. Das war das neue Denken in der Musik mit seinem Sich-Öffnen zum Raum: Karlheinz Stockhausen, Luigi Nono, Mauricio Kagel. [...] Dazu kam ein Interesse für Tanz, für die Bewegung vom Körper im Raum. So wurde wohl Denk- und Erfahrungsmaterial angereichert, abgespeichert.

Ich habe mich durchaus aus Neigung immer auf verschiedene Bereiche eingelassen und versucht, mit den Denkweisen und Terminologien eines künstlerischen Gebietes Wertungen zu machen, womit ich Wertungen auf einem anderen Gebiet zu überprüfen suchte. Sozusagen ein Schärfen des kritischen Blicks oder des kritischen Denkens durch Vergleiche. Im besagten Moment, aber sicherlich auch aufgrund anderer Strömungen in Körper und Geist, kam es zum funkenartigen Zusammendenken, zur Idee mit dem manifestartigen Inhalt: Ja, warum nicht den Klang als Baumaterial verwenden? [...]
Ich wollte mit dem Medium Klang architektonisch-skulptural arbeiten, Raum gestalten."
(Auszug Gespräch Eugen Blume und Bernhard Leitner)

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