Hot-Spot-On / Chile

KHM
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Interkulturelle Musik- und Videoperformance, initiiert von Luis Negrón van Grieken und den KHM-Absolventen Sven Hahne und Matthias Muche.

Unter dem Titel "Hot-Spot-On / Chile" haben die KHM-Absolventen Sven Hahne und Matthias Muche vom Kölner Zeitkunst e.V. einen interkulturellen Austausch initiiert, der Künstler der deutschen und chilenischen Avantgarde – Musik- und Videokunstszene zusammenführen soll. In zwei Phasen treffen in Chile und Deutschland Künstler beider Länder aufeinander, treten in einen intermedialen Dialog, um dann gemeinsam eine neue audiovisuelle Performance zu produzieren.

Pablo Giw (trompete) - D
Sven Hahne (laptop video) - D/Chile
Marcelo Maira Moya (saxofon, flöten) - Chile
Matthias Muche (computer, posaune) - D
Luis Negrón (video) - D
Nicolas Spencer (soundart) - Chile
Benjamin Vergara (trompete) - Chile
Georg Wissel (saxofon) - D


Die Idee des Projektes entstand, als der Medienkünstler und Mitgründer von Zeitkunst e.V. Sven Hahne von Köln nach Santiago de Chile umzog; in ein Land mit verwirrend starken deutschen Einflüssen. Etwa 500.000 Chilenen stammen von Deutschen ab und für rund 40.000 ist die deutsche Sprache noch Muttersprache.
Trotz der „Insellage“, wie es die Chilenen selbst ausdrücken, gibt es auch erstaunliche deutsch-chilenische Verbindungen im Bereich der Elektronischen Musik, die bis ins Jahr 1958 zurück reichen. Damals besuchte der Mitbegründer des Studios für Elektronische Musik Köln Werner Meyer-Eppler Chile und hielt Vorlesungen an der Universidad de Chile. Erste elektroakustische Kompositionen gab es von Juan Amenabar im Jahr 1957. 1959 reiste der von Meyer-Eppler beeinflusste Chilene José Vicente Asuar mittels eines DAAD Studiums nach Deutschland. Hier machte er während der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt Bekanntschaft mit Stockhausen, Berio, Nono und Ligeti und erhielt auch durch Einwirken von Meyer-Eppler im Jahre 1960 einen Vertrag an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, wo er mit der Konstruktion eines Studios für Elektronische Musik beauftragt wurde. Derselbe José Asuar war auch Gründer der „Grupo de Investigaciones en Tecnología del Sonido“ (etwa 'Klangtechnologie-Forschungsgruppe'), die im Jahre 1971 mit einem IBM 360 eine computergenerierte Partitur für Piano und Perkussionsinstrumente transkribierten und in Santiago aufführten.


Die Initiatoren:

Sven Hahne
 (*1978) studierte Informatik an der Universität Karlsruhe und audiovisuelle Medien an der KHM. Arbeitet als Graphik Designer, Videokünstler, Programmierer, Medienkünstler, Produzent und Performer. Seine Arbeiten wurde u.a im ZKM-Karlsruhe, Kunsthalle Muzernok in Budapest und dem Millenium Center in Beijing präsentiert. Seit 2004 sind Hahne und Muche künstlerische Leiter von FRISCHZELLE Festival für intermediale Performance und Timeart Ensemble, mit dem sie eine Vielzahl internationaler Austauschprojekte realisierten.

Matthias Muche (*1972) lebt in Köln und arbeitet als freischaffender Instrumentalist (Posaune) für Ensembles von Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie als Komponist, Improvisator und Medienkünstler. Er studierte Posaune an der Hochschule der Künste in Amsterdam, in Rotterdam und an der Hochschule für Musik Köln sowie audiovisuelle Medien an der KHM.

Luis Negrón van Grieken (*1974, Caracas) ist künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter an der KHM. In seiner künstlerischen Forschung beschäftigt er sich mit Ideen der Übertragung und Übersetzung von Narration, Realitätsphänomena und Beobachtungen mit Video, Fotografie, Klang und Computer basierte Installationen.


Weitere Aufführungen: 
22. September 2017, 21 Uhr, düsseldorf festival, sipgate, Gladbacher Str. 74, 40219 Düsseldorf 
17. bis 26. November 2017, mehrere Städte, Chile

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