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Fynn Ribbeck zum Max Ernst-Stipendiaten 2026 gewählt

Fynn Ribbeck, Porträt: Josephine Scheuer
Das 56. Max Ernst-Stipendium der Stadt Brühl wurde dem 30-jährigen Video- und Installationskünstler zugesprochen. Es ist mit 10.000 Euro dotiert.
Am 15. Januar 2026, Stadt Brühl

Fynn Ribbeck (*1995 in Lennep) studierte von 2013 bis 2021 in Düsseldorf, zuletzt als Meisterschüler von Professorin Dominique Gonzalez-Foerster, und ist zurzeit an der KHM (Diplom 2) immatrikuliert. Unter 262 Einreichungen für das 56. Max Ernst-Stipendiumaus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Fotografie und Video stachen seine Arbeiten besonders hervor.


In ihrer Begründung lobt die Jury die außergewöhnliche Qualität der Videoarbeiten und die in physische Körper übersetzten Skulpturen, die teils auf digitalen Bildern aus den filmischen Arbeiten basieren:

"Skulpturen und Videoarbeiten bestimmen in einer einzigartigen Symbiose von analoger Materialität und Digitalität das Werk von Fynn Ribbeck. Die digital generierten Bildwelten seiner Videoarbeiten faszinieren. Sie kommen beunruhigend bekannt vor, nicht zuletzt, da sie analoge filmische Ästhetiken und Perspektiven evozieren. Was Fynn Ribbeck bei seiner Suche in analogen Bildarchiven findet, wie etwa ein Klassenfoto aus den 1930er Jahren, wird zum Ausgangspunkt für imaginierte Figuren, Räume und Erzählungen, die Fragen nach Authentizität und Wahrheit aufwerfen. So erlaubt die Verfremdung des historischen Bildmaterials auch, vermeintlich stabile Narrative neu zu verhandeln und zu befragen – und neue Räume der Assoziation und Irritation zu öffnen.

Die in den Videoarbeiten erzeugte Spannung von Digitalität und Materialität führt Ribbeck in seinen Skulpturen fort. Aus unterschiedlichen Materialien wie Folien, Fellen, und Kunstleder, näht Ribbeck seine Collage-Skulpturen in Schnittmustern zusammen, die er aus Motiven seiner Videoarbeiten schafft. Aus dem Digitalen entstehen so wesenhafte Objekte voller Licht und Farbe, die, außergewöhnlich in Erscheinung und Materialästhetik, die Jury einstimmig überzeugt haben."


Neben dem Preisgeld von 10.000 Euro, das auch in diesem Jahr die Stadt Brühl und die Max Ernst-Gesellschaft e.V. zu gleichen Teilen zur Verfügung stellen, besteht die Möglichkeit, dass die Stadt Brühl für ihre „Sammlung Junge Kunst“ ein Werk des Stipendiaten erwirbt. 


Zudem erhält Fynn Ribbeck die Möglichkeit, seine Werke im Leonora-Carrington-Saal des Max Ernst-Museums Brühl des LVR auszustellen. Die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung finden am 2. April, dem Geburtstag Max Ernsts, statt. 

Redaktion — Juliane Kuhn
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