What do you see? – Gaffel-Kölschglas-Edition 2018

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Entwurf Sissy Schneider, Foto: Agentur DIE KOELNER

Sissy Schneider, Studentin der KHM, gestaltet Gaffel-Kölschglas-Edition 2018 zur 52. ART COLOGNE. Die Preisverleihung findet am Samstag, 21. April, um 16 Uhr, auf der ART COLOGNE statt.

Bereits zum siebten Mal gestaltet eine Nachwuchskünstlerin der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) im Rahmen eines Wettbewerbs unter Studierenden exklusiv zur ART COLOGNE (19. bis 22. April 2018) eine Kölschstange in limitierter Auflage. Aus einer enormen Vielfalt an Entwürfen wählte eine Fachjury die Gaffel-Kölschglas-Edition 2018 aus. Die Kölner Privatbrauerei Gaffel stiftet das Preisgeld in Höhe von 1.111 Euro.


Sissy Schneider bezieht sich in ihrem Gestaltungsentwurf „What do you see?“ auf das psychodiagnostische Testverfahren des Formdeuteversuchs, für das der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker Hermann Rorschach Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigene Persönlichkeitstheorie entwickelt hatte. In dem nach ihm benannten Rorschach-Test soll der Proband/die Probandin frei assoziieren, was er/sie in bestimmten abstrakten Tintenklecksmustern zu sehen vermag. Durch dieses Verfahren sollen Rückschlüsse auf die Persönlichkeitsdynamik ermöglicht werden. Rorschachs Verfahren greift zurück auf Justinus Kerners Klecksographien, durch Zufallstintenkleckse entstandene abstrakte, teils groteske Zeichnungen von Mustern und Figuren, die wie der Arzt Kerner 1857 schreibt, nicht durch „Willen“ oder „Kraft“ entstehen, sondern denen inhärent ist, dass „man nie das, was man gern möchte, hervorbringen kann und oft das Gegenteil von dem entsteht, was man erwartete.“

Indem Sissy Schneider nun eine eigene Klecksographie auf die traditionelle Kölschstange überträgt und die Betrachter*innen mit der explizit gestellten Frage konfrontiert „What do you see?“ (Was sehen Sie?), provoziert die Künstlerin einerseits eine psychosoziale Interaktion der Betrachter*innen gleichermaßen mit sich selbst wie mit anderen und rückt andererseits eine der zentralen Fragen der Kunstbetrachtung in den Blickpunkt. Eine verwandte Frage lässt zum Beispiel der US-amerikanische Maler Ad Reinhardt in einem seiner Cartoons aus dem Jahr 1947 das durch die höhnische Bemerkung des Betrachters „What does this represent?“ drangsalierte Kunstwerk mit der vorwurfsvollen Gegenfrage kontern: „What do you represent?“


Seit 1993 unterstützt die Privatbrauerei Gaffel bereits die ART COLOGNE und stiftet unter anderem seit 2012 das Preisgeld für die Kölsch-Glas-Edition von 1.111 Euro. „Die Interpretation der Kölsch-Stange bringt jedes Jahr aufs Neue spannende Gestaltungen“, sagt Sebastian Lenninghausen, Produktmanager der Privatbrauerei Gaffel. „Beim Kölsch kommen einem ja oftmals die besten Ideen, feinherber Geschmack und eine gute Trinktemperatur sind da bestimmt förderlich für die Kunstbetrachtung.“


Sissy Schneider (geb. 1993 in Köln) studiert seit 2017 im postgradualen Studium (Diplom II) an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zuvor absolvierte sie von 2012 bis 2016 ein Studium im Fach Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste Essen. Ihre Arbeiten waren bislang unter anderem zu sehen bei Folkwang Inside, der C.A.R. sowie zuletzt in der Alten Abtei Essen und im Museum Folkwang Essen im Rahmen der Gruppenausstellung „Substance“. 2016 wurde ihre Arbeit mit dem Folkwang Preis für den Bereich Kommunikationsdesign ausgezeichnet. Sissy Schneider lebt und arbeitet in Köln. https://www.sissyschneider.de


Bisherige Preisträger*innen: 2012 Martin Wanka, 2013 Johannes Bendzulla, 2014 Johannes Post, 2015 Matthias Conrady, 2016 Andy Kassier, 2017 Anna Baydak.


Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) ist seit 1997 jährlich mit einer Sonderschau auf der ART COLOGNE zu Gast und zeigt dieses Jahr unter dem Titel „Ghost Shopping“ eine Gruppenausstellung mit Werken von vorwiegend Diplomand*innen und Absolvent*Innen, deren Arbeiten gesellschaftliche Fragestellungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Individualität und Kollektivität, Authentizität und Identität aufgreifen und reflektieren. Halle 11.3, Stand A-040.

Redaktion — Heike Ander
PReisverleihung am 21. April 2018

Fotos: S. Rupieper

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