
Unter dem Motto „Das Fest – Feiern im Film“ wurde am Mittwoch im Kino im Museum Ludwig das 20-jährige Bestehen des Filmforum NRW e. V. gefeiert. Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) ist seit 2021 Mitglied und gratuliert herzlich zum Jubiläum.
Zahlreiche Gäste aus Film, Kunst, Musik, Kultur und langjährige Besucher*innen kamen zusammen, um zwei Jahrzehnte engagierte und lebendige Filmkultur zu würdigen. Unter den Anwesenden waren Derya Karadag (Bürgermeisterin der Stadt Köln) sowie die Vertreter*innen der Mitgliedsinstitutionen sowie viele Weggefährt*innen, Filmschaffende und Partner*innen aus der Kölner Kulturlandschaft.
Seit seiner Gründung 2006 ist das Filmforum NRW im Museum Ludwig ein fester Bestandteil der Kölner Kultur- und Kinolandschaft – getragen von einer einmaligen Partnerschaft namhafter Institutionen: dem Museum Ludwig, der Film- und Medienstiftung NRW, der ifs Internationale Filmschule Köln, der Kunsthochschule für Medien Köln, der Stadt Köln, dem WDR, der Kölner Philharmonie / KölnMusik und der Filmszene (vormals: KinoAktiv). Die organisatorische Leitung liegt bei Projektkoordinator Robert Birkel.
Ein lebendiger Ort für Film, Diskurs und Kultur
Mit diesem Netzwerk hat sich das Filmforum als Ort der Begegnung und des kritischen Austauschs etabliert. Es vereint Kino, Museum, Musik und Medien auf einzigartige Weise – mitten im kulturellen Herzen Kölns. Hier stehen Filmgeschichte und filmische Gegenwart gleichberechtigt nebeneinander. „Seit 20 Jahren steht das Filmforum NRW für die lebendige Auseinandersetzung mit Film als Kunstform und gesellschaftlichem Spiegel. Gleichzeitig öffnen wir mit neuen Formaten bewusst die Türen für aktuelle Entwicklungen, neue Stimmen und Zielgruppen“, betonen Dr. Barbara Engelbach, Vorstandsvorsitzende des Filmforum NRW e. V., und Robert Birkel.
Ein einzigartiger Spielort in NRW
Mit 257 Plätzen im Kinosaal und einem großzügigen Foyer zählt das Filmforum NRW heute zu den wenigen Kinos im Land, die – neben digitaler Projektion – auch 35 mm- und 16 mm Filmvorführungen ermöglichen. Diese technische Bandbreite, kombiniert mit seiner zentralen Lage zwischen Dom und Hauptbahnhof im Museum Ludwig, macht es zu einem Leuchtturm für Filmkultur. Über 400.000 Zuschauer*innen haben seit 2006 über 5.000 Veranstaltungen besucht – von Festivalpremieren über Filmreihen und Tagungen bis hin zu Sonderprogrammen und internationalen Diskursformaten. Trotz Pandemie konnte das Filmforum seine Besucherzahlen in den vergangenen Jahren weiter steigern: Es zog 2025 mit 22.300 Besucher*innen ein Drittel mehr Interessierte an als im Gründungsjahr.
Ein Ort, der Kultur verbindet
Das Filmforum NRW ist Kino und Bühne zugleich: für Filmkunst, Festivals, Debatten und interdisziplinäre Projekte. Es war Gastgeber unzähliger Reihen und Veranstaltungen, die über Köln hinausstrahlen – darunter das Afrika Film Festival, Edimotion – Festival für Filmschnitt und Montagekunst, KFFK / Kurzfilmfestival Köln, Junges Filmfestival Köln / Cinepänz, Int. Frauen Film Fest Dortmund+Köln, Visions of Iran, Tüpisch Türkisch, Moovy Tanzfilmfestival, Sommerkinowoche „5 Days of Summer“ oder Poetica – das Festival für Weltliteratur.
Filmreihen wie „ifs-Begegnung“ und „Filmarchiv Schönecker Köln“, „WDR-Dokwerkstatt“, „Der Lieblingsfilm von...“, „Film trifft Literatur“, die Programme zur Kölner Filmgeschichte von Köln im Film e. V., Filmreihen zu Künstler*innen wie Jonas Mekas, Yvonne Rainer, Harun Farocki, die erstmalige Präsentation des filmischen Werkes von Sigmar Polke oder die jährliche Präsentation der Diplomfilme der KHM während des Rundgangs zeigen neue Entwicklungen, geben Impulse zu besonderen Themenstellungen, blicken zurück in die Filmgeschichte oder machen Synergien zwischen den verschiedenen Künsten erlebbar. Ihre Präsenz belegt, was das Filmforum besonders macht: Offenheit, Vielfalt und die Leidenschaft für das Gespräch über Film.
Filmgeschichten 2026 "Das Fest – Feiern im Film"
Die Screwball-Komödie „Die Schwester der Braut“ (USA 1938, R: George Cukor) eröffnete den Jubiläumsabend – eingeführt von Prof. Dr. Lisa Gotto (Universität Wien). Mit der Vorstellung wurde zugleich die neue Ausgabe der kuratierten Filmreihe „Filmgeschichten“ eingeläutet, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des Feierns steht: „Das Fest – Feiern im Film“.
So bleibt das Filmforum NRW auch in Zukunft seinem Anspruch treu: Filmkultur in all ihren Facetten erlebbar zu machen und alte wie neue Generationen für das Kino zu begeistern. In einer Zeit, in der Kulturorte zunehmend unter Druck geraten, steht das Filmforum NRW als Symbol für gelebte kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Dialog. Mit einem anspruchsvollen, neugierigen und weltoffenen Programm wird es weiterhin Brücken schlagen – zwischen Disziplinen, Szenen und Menschen.
Die Vertreter*innen der acht Mitgliedsinstitutionen (v.l.n.r.): Dr. Caroline Krüger (KHM), Caroline Nokel (Filmszene Köln), Prof. Mathias Antlfinger (KHM), Nadja Radojevic (ifs), Alexander Bickel (WDR), Andrea Hanke (WDR), Joachim Steinigeweg (Vorstand Filmforum NRW e.V), Katharina Blum (Film- und Medienstiftung NRW); Dr. Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig), Ewa Bogusz-Moore (Philharmonie), Walid Nakschbandi (Film- und Medienstiftung NRW), Sebastian Loelgen (Philharmonie), Marieke Steinhoff (ifs), Kerstin Müller (Stadt Köln), Christian Hillen (Stadt Köln), Dr. Barbara Engelbach (Vorstandsvorsitzende des Filmforum NRW e.V.) und Robert Birkel (Projektkoordinator des Filmforum NRW) | Foto: Heiko Specht