
Die niederländische Regisseurin und Drehbuchautorin ist neue Professorin für Regie von fiktionalen Filmen und Serien an die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM).
Zum 1. April 2026 wurde die niederländische Regisseurin und Drehbuchautorin Nanouk Leopold als Professorin für Regie von fiktionalen Filmen und Serien an die Kunsthochschule für Medien Köln berufen. Sie wird ihre Lehrtätigkeit in der Fächergruppe Film/Fernsehen zum Sommersemester aufnehmen.
Über ihre zukünftige Arbeit an der KHM schreibt sie: „Um einen Film zu drehen, muss man tausend Entscheidungen treffen. Der Film wird dann interessant, wenn sich diese Entscheidungen zu einem Ganzen fügen, wenn sie zusammenwirken und eine Kohärenz schaffen – und wenn sie ein Erlebnis hervorrufen. Ich möchte den Studierenden ermöglichen, ihre eigene Stimme zu finden, ihre ganz eigene Sichtweise auf die Welt und wie all dies durch den Film zum Ausdruck gebracht werden kann. Ich glaube an die Praxis, an die Beherrschung der eigenen Werkzeuge und an die Bedeutung, die Arbeit anderer zu studieren. Zwei verschiedene Wege, die sich gleichzeitig auf die zentrale Frage zubewegen, die sich jede/r Künstler*in stellen sollte: 1. Was wirst du tun und 2. Wie wirst du das tun?“
In einem ihrer ersten Seminare an der KHM „The dramatic arc of a feature film, of a mini-series, of the same material and how to modernise a classic story“ wird sie mit den Studierenden anhand von Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ (1972) die Dramaturgie eines Spielfilms im Vergleich zu einer Miniserien-Adaption untersuchen sowie Strategien zur Modernisierung einer klassischen Geschichte erarbeiten.
Am Mittwoch, 6. Mai 2026, um 19 Uhr, wird sich Prof. Nanouk Leopold in einer Antrittsvorlesung der Hochschule und interessierten Öffentlichkeit vorstellen und ihren neuesten Spielfilm „Whitetail" zeigen (Nähere Informationen finden Sie hier). Der Spielfilm wurde beim Toronto Film Festival 2025 uraufgeführt. Im Anschluss an die Filmvorführung wird Prof. Pia Marais ein Gespräch mit Nanouk Leopold über den Film, ihren beruflichen Werdegang und ihre Lehre an der KHM sprechen.
Nanouk Leopold absolvierte die Akademie der Bildenden Künste in Rotterdam und die Niederländische Filmakademie in Amsterdam. Ihr Debütfilm „Îles Flottantes“ wurde 2001 beim Internationalen Filmfestival Rotterdam uraufgeführt. Ihr zweiter Spielfilm „Guernsey“ wurde 2005 für die Quinzaine in Cannes ausgewählt. „Wolfsbergen“ feierte 2007 im Forum der Berlinale Premiere und wurde im selben Jahr für das Toronto International Film Festival ausgewählt. „Brownian Movement“ feierte 2010 in Toronto Premiere. 2013 war „It’s all so quiet“ der Eröffnungsfilm des Berlinale Panorama Special. 2018 feierte „Cobain“ seine Weltpremiere bei der Berlinale in der Sektion „Generation“. Ihr neuester Spielfilm „Whitetail“ feierte letztes Jahr in Toronto Premiere. Derzeit arbeitet Nanouk Leopold an ihrem neuen Spielfilm „A Different Pace“.
Neben ihrer Filmarbeit ist sie auch im Theater aktiv und inszenierte unter anderem Stücke für die renommierte Theatergruppe ITA sowie am Berliner Ensemble.
Zudem gab sie ihr Operndebüt mit „Der Zwerg“ an der Niederländischen Nationaloper. Gemeinsam mit dem Künstler Daan Emmen realisiert sie außerdem Videoinstallationen und internationale Ausstellungen.
Seit 2016 ist sie Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften. Ihren ausführlichen Lebenslauf finden Sie hier.