Die Professorin für Literarisches Schreiben an der KHM erhält den mit CHF 15’000 dotierten Solothurner Literaturpreis, der an deutsch schreibende Autor*innen vergeben wird, deren Gesamtwerk bzw. Oeuvre durch literarische Qualität, künstlerische Individualität und inhaltliche Relevanz hervorsticht.
Monika Rinck (*1969 in Zweibrücken) studierte Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale. Heute lebt sie in Berlin und Köln, wo sie seit dem Sommersemester 2023 an der KHM als Professorin für Literarisches Schreiben lehrt.
Sie hielt diverse Poetikvorlesungen, wie etwa 2024 die Walter-Höllerer-Vorlesung an der Technischen Universität Berlin und die Zürcher Poetikvorlesungen. Seit ihrem Debut 1998 veröffentlichte sie zahlreiche Lyrikbände sowie Prosa, Essays und Übersetzungen. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u.a. "Begriffsstudio 1996–2001" (2001), "Ah, das Love-Ding!" (2006), "Honigprotokolle" (2012), "Risiko und Idiotie" (2015), "Champagner für die Pferde" (2019), "Alle Türen" (2019) und "Höllenfahrt und Entenstaat" (2024). Sie wurde u.a. mit dem Kleist-Preis (2015), dem Ernst-Jandl-Preis (2017), dem Berliner Literaturpreis (2021) und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2022) ausgezeichnet.
In der Begründung der Jury heisst es: "Die 1969 geborene deutsche Schriftstellerin, die insbesondere Lyrik, aber auch literarische Prosa und Essays verfasst, ist eine der innovativsten und kompromisslosesten poetischen Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Ihre Texte sind raffiniert und vielschichtig und zugleich ein sinnliches Fest und Spiel der Klänge und Rhythmen. Rincks künstlerisches Schaffen ist begleitet und durchdrungen von theorieaffiner Selbstreflexion und geprägt von einem ständigen Drang zur Erweiterung der poetischen Ausdrucksmittel. Ihr Schreiben fusst oft auf Recherchen und stellt sich konkreten und drängenden Themen der heutigen Gesellschaft, etwa der Klimakrise, der Verkehrspolitik, der Ungleichheit oder der Künstlichen Intelligenz. Rinck schreibt hochvirtuos und fordert ihre Leserschaft, dabei machen ihre Verspieltheit, ihr Humor und ihre Performances die Poesie zum Ereignis. In der Welt der Lyrik ist Monika Rinck, die auch als Übersetzerin, Herausgeberin, Vermittlerin und Dozentin wirkt, längst bekannt, geschätzt und vielfach ausgezeichnet. Die Auszeichnung mit dem Solothurner Literaturpreis 2026 soll dazu beitragen, dass breitere Leser*innenschaften Monika Rinck entdecken."
Die Jury: Florian Bissig, Marie Caffari und Ralph Müller