Soundings #012: Emeka Ogboh

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Der nigerianische Klang- und Video-Künstler zu Gast an der KHM. 

In seinen Soundarbeiten und Klanginstallationen untersucht Emeka Ogboh öffentliche Orte und deren Resonanzen, sowohl aus eigener Erfahrung in Bezug auf ihre Geschichte als auch auf Basis von Erinnerungen. Dabei erkundet der in Berlin und Lagos lebende Künstler (*1977) soundscapes von Städten – ihre infrastrukturellen, migratorischen und kulturellen auralen Texturen, wie diejenigen seiner Heimatstadt Lagos. Mitunter sampelt er akustisches Material in seinen experimentellen Kompositionen (Songs, politische Reden etc.) oder konfrontiert die akustischen Topographien von Lagos mit den schallgedämmten Geräuschen des öffentlichen Nahverkehrs Berlins. Für die Auseinandersetzung mit Krisenzuständen und nationalen Symbolen wie einer Hymne in migrantischen Gesellschaften wie Deutschland hat Ogboh mit Chören gearbeitet (Athener Pleiades Vocal Group, Berliner Afro-Gospel-Chor). Seine Arbeiten berühren kulturelle, gesellschaftliche und politische Fragen und erschließen einen akustischen Raum, der sowohl die vielfältigen Stimmen der Polyphonie als auch den den einstimmigen Song in verschiedenen afrikanischen Sprachen vergegenwärtigt.


Emeka Ogboh: "I see the city as a composer and I am just documenting the city. I try to document these compositions."

Emeka Ogboh schloss sein Kunst-Studium 2001 an der University of Nigeria ab. Er ist Mitbegründer von VAN (Video Art Network) Nigeria, einer Plattform zur Förderung von künstlerischen Aktivitäten im Bereich Neue Medien in Nigeria.  Jahrelang streifte Emeka Ogboh mit Aufnahmegeräten durch Lagos und schuf immer neue Hörbilder und Klangporträts der Megastadt. Ihn beeinflusste die in Richard Lepperts Essay Reading the Sonic Landscape beschriebene Allgegenwart von Klängen.

Ogboh hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, z.B. an der 56. Biennale di Venezia, Italy (2015); documenta 14, (2017), Athen und Kassel; Skulptur Projekte Münster, 2017.  2016 erhielt er den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Ogboh lebt in Lagos und Berlin.

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