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Karin Krauthausen

Foto: Michelle Mantel
Fellow FG exMedia
karin.krauthausen@khm.de

Karin Krauthausen ist Kultur- und Literaturwissenschaftlerin mit einem Schwerpunkt auf epistemologischen und praxeologischen Fragen. Sie hat eine Reihe von Forschungsprojektenan der Schnittstelle von Wissenschaften, Künsten und Gestaltungsdisziplinen durchgeführt, so u.a. zu Agropoetik, Material im Anthropozän, Techniken der Emergenz (Hütte, Weben), strukturalem Realismus und zu Entwurf in Wissenschaften und Künsten. Seit Januar 2019 leitet sie zusammen mit der Molekularbiologin Regine Hengge das interdisziplinäre Forschungsprojekt WEAVING am Exzellenzcluster "Matters of Activity" der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach ihrer kulturwissenschaftlichen Dissertation zu "Schreiben und Zeichnen in den Cahiers von Paul Valéry" erhielt sie Forschungsstellen und Stipendien u.a. im Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, der Kulturinsel Hombroich, dem Literaturarchiv in Marbach, dem Exzellenzcluster "Bild Wissen Gestaltung" der Humboldt-Universität und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald.

Zu ihren neuesten Publikationen gehören die Sammelbände "Landwirtschaft und Literatur" (hg. zus. mit S. Kammer, Diaphanes 2025), "Model and Mathematics" (hg. zus. mit M. Friedman, Birkhäuser 2022), "Modell Hütte" (hg. zus. mit R. Ladewig, Diaphanes 2021), "Active Materials" (hg. zus. mit P. Fratzl, M. Friedman, W. Schäffner, De Gruyter 2021) und "Make it real. Für einen strukturalen Realismus" (hg. zus. mit S. Kammer, Diaphanes 2020).

Forschungsprojekt zu Ecocriticism:  Den Wald lesen

Die europäischen Wälder sind stark vom Klimawandel betroffenen: Temperaturanstieg und Trockenheit machen sie anfällig für Pilz- und Insektenbefall und führen zu ihrem Absterben oder zur notgedrungenen Abholzung (um den Befall zu stoppen), und in beiden Fällen werden große Mengen CO2 freigesetzt. In der Folge sind diese Wälder keine natürlichen Barrieren mehr gegen den Treibhauseffekt, sondern werden diesen im Gegenteil noch zusätzlich beschleunigen. Wechselt man zur globalen Skala, dann steigert sich die Gefährdung noch, so v.a. in Bezug auf die Amazonasregenwälder. Dieses Ökosystem ist selbst ein starker Klimamacher, der auch weit jenseits der Waldgrenzen für Temperatursenkungen und Niederschlag sorgt. Aufgrund der kontinuierlichen Abholzung und Übernutzung nähert sich dieses System einem Kipppunkt, der zu seinem Zusammenbruch führen kann, was negative Auswirkungen auch auf die angrenzenden Gebiete haben wird. Auf der europäischen wie auf der globalen Skala gilt daher: Die Krise des Anthropozäns ist vor allem auch eine Krise der Wälder. Deren Bewahrung durch Schutz und Adaption sollte oberste Priorität haben. 
Doch was genau ist ein Wald? Es gibt eben nicht das eine Modell Wald, da den Wäldern eine lange und wechselvolle Geschichte zukommt, die mit den regionalen politischen, ökonomischen und kulturellen Systemen des Anthropos stets eng verwoben war. In meinem Forschungsprojekt READING WOOD untersuche ich exemplarische Wald-Orte, Wald-Praktiken und Wald-Geschichten: 
  • Wald als politischer Topos (u.a. am Beispiel der "germanischen Wälder", die zu Beginn des 19. Jahrhunderts den anti-napoleonischen Widerstand in Literatur und Gesellschaft befeuern, bevor sie zum Signum eines fatalen deutschen Nationalismus werden), 
  • Wald als Ressource und ökonomischer Faktor (u.a. in Industrialisierung und Forstwirtschaft sowie für Rekreationsleistungen),
  • Wald als Wissenschaft (am Beispiel der Xylotheken des 18. bis 21. Jahrhunderts), 
  • Wald als Garten (am Beispiel der alternativen Bewirtschaftung und Kulturalisierung des Lebensraums Wald durch die Yanomami-Gemeinschaften der Amazonas-Regenwälder),
  • Wald als/in Kunst (am Beispiel gegenwärtiger literarischer und bildkünstlerischer Auseinandersetzungen mit dem Wald im Anthropozän).

Vorlesungen – Seminare

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