Public Intervention
Alexander Sandy Kaltenborn
Fachseminar
Heumarkt 14, H.3.26
Ausgangspunkt dieses Kompaktseminars ist das Verständnis, dass Städte keine neutralen Räume sind, sondern durch Machtverhältnisse, divergierende Interessen, Ein- & Ausschlüsse, Regulierungen und alltägliche Routinen hervorgebracht und verhandelt werden. Urbane Räume werden gestaltet – materiell, rechtlich, diskursiv, medial, symbolisch. Sie konditionieren Verhalten, produzieren Zugehörigkeit und Ausschluss, normalisieren bestimmte Körper, Praktiken und Lebensweisen, während andere verdrängt oder gar kriminalisiert werden. Prozesse wie Kommodifizierung und Eventisierung transformieren öffentliche Räume zunehmend in verwertbare Kulissen, in denen ökonomische Logiken soziale und alltagsweltliche Nutzungen überlagern oder verdrängen. Vor diesem Hintergrund untersucht das Seminar alltagsweltliche, künstlerische, aktivistische und weitere zivilgesellschaftliche Praxen, die genau an diesen Punkten ansetzen: Interventionen, die dominante Raumordnungen irritieren, räumlich-soziale Setzungen verschieben, Unsichtbares sichtbar machen oder alternative Nutzungen erproben, u.v.m. Das Kompaktseminar versteht sich als experimentierfreudiges Labor für gestalterische Interventionen im öffentlichen Raum. Neben gemeinsamen Recherchen und Diskussionen steht das praktische Arbeiten im Zentrum. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Interventionen, Experimente oder Prototypen im öffentlichen Raum oder an dessen Rändern. Dabei geht es nicht um „fertige Lösungen“, sondern um das Erproben von Haltungen, Strategien und Formaten. Erwartet wird die Bereitschaft, sich auf offene kollektive Prozesse einzulassen, im Stadtraum zu recherchieren und eigene Positionen praktisch zu erproben. ENG ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ The starting point of this seminar is the understanding that cities are not neutral spaces, but are produced and negotiated through power relations, divergent interests, inclusion and exclusion, regulations, and everyday routines. Urban spaces are designed—materially, legally, discursively, medially, and symbolically. They condition behavior, produce belonging and exclusion, normalize certain bodies, practices, and ways of life, while others are marginalized or even criminalized. Processes such as commodification and eventization increasingly transform public spaces into commodifiable settings in which economic logics overlay or displace social and everyday uses. Against this background, the seminar examines everyday, artistic, activist, and other civil-society practices that intervene precisely at these points: interventions that disrupt dominant spatial orders, shift socio-spatial arrangements, make the invisible visible, or test alternative uses, among others. The intensive seminar is understood as an experimental laboratory for design interventions in public space. Alongside joint research and discussions, practical work forms the core of the seminar. Participants develop their own interventions, experiments, or prototypes in public space or at its margins. The focus is not on “finished solutions,” but on exploring attitudes, strategies, and formats. Participants are expected to be willing to engage in open, collective processes, to conduct research in the urban environment, and to practically test their own positions. Sprache: Deutsch / Englisch