
Der Nachwuchspreis für Künstlerinnen der KHM wird jährlich in einer Kooperation zwischen der Gleichstellung der KHM und dem IFFF Dortmund+Köln vergeben.
Die KHM-Absolventin Lenia Friedrich ist Preisträgerin des „Shoot“ – KHM & IFFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis 2026. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird von der Gleichstellung der KHM gestiftet und jährlich an eine Diplomandin der KHM aus dem Vorjahr im Rahmen des Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln verliehen. Mit dem gemeinsamen Preis „Shoot“ sollen nachwachsende Talente gefördert und einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Preisverleihung findet am 26. April 2026 im Orangerie Theater in Köln verliehen.
Lenia Friedrich, die 2024 an der KHM ihr Diplom mit Auszeichnung in Medienkunst absolvierte, widmet sich in ihrer Arbeit dem Genre AnimaDok in eindrucksvoller Weise. Ihr Abschlussfilm "So ist das Leben und nicht anders" (2024, 13 Min.) benutzt die graphische Kraft der Zeichnung, um verschiedene Geschichten – die ihrer Protagonistin und ihre eigenen – kunstvoll zu verbinden. Sie tut dies mit einer Sanftheit und Kreativität, die nur im freien Medieum der animierten Zeichnung möglich ist.
Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt: »Insbesondere in dieser Arbeit findet Lenia Friedrich eine formal eigenständige Bildsprache, die sich nicht aufdrängt, sondern ihr Thema beharrlich öffnet: Erinnerungen, Brüche und das, was im Alltag von Frauen allzu oft übersehen oder zum Schweigen gebracht wird, wird sensibel und mit poetischer Klarheit miteinander verbunden. Mit großer ethischer Achtsamkeit führt uns der Film in ein Schneckenhaus der Erinnerung, in dem Zeit nicht linear verläuft, sondern tastend, fragil und voller Bedeutungen erscheint.«
Conny Beißler (Bildgestalterin, Köln), Tasja Langenbach (Freie Kuratorin, Künstlerische Leitung Videonale Bonn), und Nicole Rebmann (Freie Kuratorin, IFFF Dortmund+Köln) bildeten die Jury in diesem Jahr.
Der „Shoot“ – KHM & IFFF Dortmund+Köln Nachwuchspreis wird in diesem Jahr bereits zum siebten Mal verliehen. Die bisherigen Preisträgerinnen waren: Anna Ansone (2020), Angelika Herta (2021), Luka Lara Steffen (2022), Hanna Noh (2023), Laura Engelhardt (2024) und Lisa Bühl (2025).
"So ist das Leben und nicht anders.", 2024, 13 Min.
AnimaDok von Lenia Friedrich mehr
Der Film ist eine hypnotische Erkundung der von Frau Miko im Laufe ihres langen, fast hundertjährigen Lebens bewohnten und verlorenen Räume. Ihre gehäuseartigen Erinnerungsgefüge haben sich mit denen von Lenia Friedrich überlagert, die im Inneren des gemeinsam bewohnten Hauses verträumt ihrem eigenen Alterungsprozess nachsinnt.
Die animierten Sequenzen dieses Films tasten sich durch Gedächtnisschichten, bringen Artefakte zum Vorschein, die dort gefunden werden können, aber auch die Hohlräume und Risse, die zurückbleiben, wenn Objekte, Erinnerungen oder Namen verschwinden. (Text: Aiden Vetter)
Team: Regie und Buch: Lenia Friedrich; Stimme: Elfriede Miko, Gudrun Manfraß, Lenia Friedrich, Bewohner*innen eines Altenheims in Köln-Ehrenfeld; Animation: Lenia Friedrich, Studio Huckepack (Friedrich Schäper, Anna Spiridonova), Judith Bornmann; Musik und Sounddesign: Fabian Widmann; Klavier: Milan Raduz; Dialog-Postproduktion: Steffen Pfauth; Tonmischung: Judith Nordbrock; Diplombetreuung: Prof. Isabel Herguera, Solveig Klaßen, Prof. Ulrike Franke; Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln und Lenia Friedrich; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW
Lenia Friedrich wurde 1989 in Herdecke im Ruhrgebiet geboren. Nach der Ausbildung zur Bauzeichnerin Studium Mediendesign und Illustration an der Münster School of Design (FH Münster) von 2011 bis 2015. Von 2018 bis 2024 Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) mit Schwerpunkt Animation. 2021 Stipendiatin des DAAD und Studienaufenthalt an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá im Rahmen des Austauschprogramms der KHM mit der UNAL. "So ist das Leben und nicht anders." ist ihr Abschlussfilm an der KHM.