
Der Verband der deutschen Filmkritik hat insgesamt sieben Absolvent*innen der Kunsthochschule für Medien Köln für den Preis der deutschen Filmkritik 2025 nominiert, darunter zwei mit ihren Abschlussfilmen an der KHM.
Der Verband der deutschen Filmkritik hat die Nominierungen für den Preis der besten deutschen Filme des letzten Jahres bekannt gegeben: In der Kategorie „Bestes Spielfilmdebüt“ sind gleich drei abendfüllende Spielfilme von Absolvent*innen der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) nominiert: die Abschlussfilme von Justine Bauer „Milch ins Feuer“ und Florian Schmitz „Raumteiler“ sowie der erste lange Spielfilm von Constanze Klaue nach dem Studium an der KHM „Mit der Faust in die Welt schlagen“.
In der Kategorie „Bester Kinderfilm“ wurde die KHM-Absolventin Sarah Winkenstette mit ihrem zweiten abendfüllenden Spielfilm „Grüße vom Mars“ nominiert, in der Kategorie „Beste Montage“ Justine Bauer und Semih Korhan Güner für den Schnitt von „Milch ins Feuer“.
In der Kategorie „Bester Experimentalfilm“ wurden Céline Berger für ihren Found-Footage-Film „Overwork“ und Johannes Krell (gemeinsam mit Florian Fischer) für „LES RITES DE PASSAGE“ für den Preis vorausgewählt.
Die Bekanntgabe und Verleihung der Preise findet im Rahmen der Berlinale am Sonntag, dem 15. Februar, in der Akademie der Künste statt.
Der Preis der deutschen Filmkritik ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird. Er richtet sich nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen, und hat ein großes Renommee. Grundlage für die Berücksichtigung zum Preis der deutschen Filmkritik ist ein offizieller Kinostart.
„Milch ins Feuer", 2024, 79 Min. mehr
Spielfilm von Justine Bauer (Regie, Buch & Montage), Semih Korhan Güner (Produktion & Montage)
Ein Sommer auf dem Land, ein Sommer auf sterbenden Bauernhöfen. Drei Generationen von Bäuerinnen leben zusammen unter einem Dach. Während die eine schwanger ist und übers Kastrieren nachdenkt, kann die andere vielleicht doch keine Bäuerin werden und trägt ihren Bikini im Melkstand. Nicht immer sind alle einer Meinung, aber eins ist gewiss: noch nie zuvor hat Oma die Tomaten so gut hinbekommen, wie in diesem Jahr.
„RAUMTEILER", 2024, 79 Min. mehr
Spielfilm von Florian Schmitz (Regie & Buch), Martin Paret (Kamera), Till Gombert (Produktion)
In einem heißen Sommer während der Corona-Pandemie beschließt die Hausverwaltung, Karstens Wohnung renovieren zu lassen, und kündigt ihm. Ob er in Köln schnell etwas Neues findet, ist ungewiss. Aber Karsten bleibt entspannt. Er packt seine Matratze in den geliehenen Umzugswagen und macht ihn zu einem im- provisierten Zuhause. Sophie und Miray brauchen auch dringend eine Wohnung und schließen sich Karsten an. Für eine Weile scheint die Gemeinschaft perfekt. Doch aus ein paar Tagen werden Monate. Zu viel Nähe und die drohende Herbstkälte setzen den Dreien zu.
„Mit der Faust in die Welt schlagen“, 2025, 110 Min.
Spielfilm von Constanze Klaue (Regie & Drehbuch), Florian Brückner (Bildgestaltung)
Die Brüder Philipp und Tobi wachsen in der ostdeutschen Provinz auf. Ihre Kindheit ist geprägt von der Perspektiv-losigkeit einer ganzen Region und dem Zerfall der eigenen Familie. Als Jahre später ein Flüchtlingsheim entstehen soll, eskaliert die Situation.
„OVERWORK“, 2025, 10 Min.
Experimentalfilm von Céline Berger (Regie, Buch, Montage und Produktion)
Der Found-Footage-Kurzfilm „OVERWORK“ bietet eine persönliche Neuinterpretation einer Sammlung von 16-mm-Lehrfilmen der Bundesagentur für Arbeit.
„LES RITES DE PASSAGE“, 2024, 15 Min.
Experimentalfilm von Johannes Krell und Florian Fischer
Eine Aschewolke landet sanft in den Wogen eines Flusses. Ins Innere eines Baumes dringt Licht durch Myriaden von Löchern. Monokulturelle Wälder werden von Parasiten befallen und bilden nun den Nährboden für kommende Lebensformen. Alles irdische und mythologische Passagen von Werden und Vergehen.
„Grüße vom Mars“, 2024, 82 Min.
Spielfilm von Sarah Winkenstette (Regie), Thomas Möller (Co-Autor), Jakob Berger (Bildgestaltung)
Der zehnjährige Autist Tom ist fasziniert vom Weltall und träumt davon, Astronaut zu werden. Doch bevor er zum Mars aufbrechen kann, steht eine ganz andere Herausforderung bevor: Die Sommerferien bei seinen Großeltern auf dem Land. Toms geordnete Welt gerät ins Wanken, denn er mag weder Veränderungen noch Lärm – und erst recht nicht die Farbe Rot. Seine Mutter, die für einige Zeit ins Ausland muss, macht ihm jedoch Mut: Wer es bei Oma und Opa schafft, schafft es überall.