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Norman 2026 geht an Suse Itzel

"Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht", Diplomfilm von Suse Itzel

Der Abschlussfilm von Suse Itzel „Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“ an der Kunsthochschule für Medien Köln wurde beim Stuttgarter Filmwinter mit dem Hauptpreis der Jury im internationalen Wettbewerb ausgezeichnet.

Das Festival fand vom 14. bis 21.01.2026 statt.
39. Stuttgarter Filmwinter
Festival for Expanded Media
Hackstrasse 89, 70190 Stuttgart

Der mit 4.000 Euro dotierte Hauptpreis beim Stuttgarter Filmwinter 2026 wurde zum Abschluss des Festivals für Expanded Media an den Diplomfilm von Suse Itzel „Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“ verliehen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für den Experimentalfilm wie folgt: „In ihrem ästhetisch feinsinnigen und kraftvollen Werk führt uns die Regisseurin durch die Räume, in denen sie ihre Kindheit verbrachte. Verschwommene Spuren verbergen und bezeugen zugleich, was dort geschah. Wir sitzen in unseren Kinosesseln, in denen wir uns normalerweise als Zuschauer wiederfinden, und werden nun Zeugen der traumatischen Erlebnisse, die sie in diesen Räumen durchmachte. Die von der Filmemacherin gewählten künstlerischen Methoden helfen uns, die Mechanismen traumatischer Erinnerungen und deren Einschreibung in den Alltag zu verstehen. Projizierte Überlagerungen, Ausschnitte, die Oberflächen durchdringen, und Möbelinstallationen, in denen Objekte Erinnerungen an Ereignisse binden. Mit diesen filmischen Mitteln fand die Künstlerin einen bemerkenswerten Weg, sich ihre eigene Geschichte anzueignen und sie zu gestalten. Dieser Film ist mutig, wichtig, persönlich, politisch und in seiner künstlerischen Umsetzung einzigartig komplex und zugleich zugänglich (...).“


Bereits im vergangenen Jahr wurde Suse Itzel für ihren Diplomfilm mehrfach ausgezeichnet. Im Rahmen des Lichter Filmfestivals wurde ihr der Lichter Art Award 2025 verliehen (siehe Pressemitteilung hier). Beim Kurzfilmfestival Hamburg zeichnete sie die Jury mit dem Hauptpreis im Deutschen Wettbewerb aus (siehe PM hier). Im Rahmen der Duisburger Filmwoche erhielt Suse Itzel den Preis der Stadt Duisburg 2025 (siehe PM hier) und beim Kasseler Dokumentarfilm und Videofest eine Lobende Erwähnung beim Goldenen Schlüssel 2025.

„Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“
Experimentalfilm, 2024, 23:35 Min., mehr
Regie und Buch: Suse Itzel; Musik: Lisa Reutelsterz

„Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht“ ist ein experimenteller dokumentarischer Essayfilm, in dem sich die Regisseurin mit den schmerzhaften Erinnerungen an die sexualisierte Gewalt in ihrer Kindheit und Jugend auseinandersetzt, mit deren Folgen sie noch immer kämpft. 
„Anfang November 2018 beschloss ich einen autobiographischen Film zu machen. Kurz dachte ich, ich könnte es mir einfach machen. Ich könnte den Bericht der psychiatrischen Klinik einfach vorlesen: Die Patientin berichtete, dass sie vom 11. bis zum 15. Lebensjahr von ihrem Vater sexuell missbraucht worden sei… – Sie sagen, es sei behandelbar. Vielleicht wäre ich heute genauso traurig, wenn das alles nicht passiert wäre?“

Suse Itzel (*1984) ist eine Künstlerin, Filmemacherin und Autorin. Sie studierte an der Akademie der Schönen Künste Hamburg (HFBK) und schloss ihr Aufbaustudium an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) im Jahr 2024 ab. Itzels künstlerische Praxis umfasst Videoinstallationen und räumliche Konstruktionen, die Themen im Zusammenhang mit Räumen, Gebäuden und menschlichen Lebensumgebungen untersuchen. Durch Literatur setzt sie sich mit autobiografischen Themen wie sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Trauma auseinander. Ihr Werk sucht nach einer kreativen Ausdrucksform, um ihre Erfahrungen mit Sprachlosigkeit zu thematisieren. Sie stellte in der Bundeskunsthalle, Bonn, am Goldsmith College in London, dem Japanischen Kulturinstitut in Köln, dem Gerhard-Marcks-Haus in Bremen, dem Kunsthaus Hamburg, der Falckenberg-Sammlung in Hamburg, dem Ludwig-Forum in Aachen aus. Sie war Stipendiatin am Literaturzentrum Burg Hülshoff in Münster.

Redaktion — Ute Dilger
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