Medienkatastrophe (3):
Ralo Mayer – E.T. war Ökologin

KHM
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„San Francisco Space Colony“, Digitale Collage beruhend auf einer 1975 NASA-Illustration von Rick Guidice. Ralo Mayer, 2013
— von Juliane Kuhn —
Vortrag über Zusammenhänge zwischen Raumfahrt, Gesellschaft und der Science Fiction unseres Alltags.

Ralo Mayer untersucht in seiner künstlerischen Arbeit Zusammenhänge zwischen Raumfahrt, Gesellschaft und der Science Fiction unseres Alltags. In ausgedehnten, performativ angelegten Recherchen skizziert er dabei Ökologien der Zeitgeschichte, deren Objekte und Relationen symptomatisch für das Anthropozän und seine Auflösung der Trennung von Natur und Gesellschaft stehen. Gleichzeitig hinterfragt Mayer das allgegenwärtige Mantra „All things are connected“, in dem es sich Ökologie wie auch VerschwörungstheoretikerInnen bequem gemacht haben.


Rund um das US-Space Shuttle Programm inszenierte er einen Cargo Cult als Beschwörungstheorie, die Geschichte von Weltraumkolonien-Entwürfen verfolgt er in realen und fiktionalen Narrativen von San Francisco. Seine bisher intensivste Auseinandersetzung gilt dem einzigartigen Experiment Biosphere 2.
Dieser kleinen Welt unter Glas, in der von 1991-1993 acht Menschen das Leben im All erprobten, nähert sich Mayer seit 2007 über transmediale Übersetzungen des imaginären Romans „The Ninth Biospherian“.


Ralo Mayer (*1976) lebt und arbeitet in Wien. Einzelausstellungen u.a. in X AND BEYOND, Kopenhagen, Lentos Kunstmuseum Linz, ARGOS, Brüssel und Secession, Wien. 2003-2008 Fellow an der Manoa Free University, seit 2014 Lehrtätigkeit an der Abt. Landschaft und öffentlicher Raum, Universität für angewandte Kunst, Wien.

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