Entstehungsjahr: 2024 Länge: 00:43:27 Kategorien: Film / TV / Video, Dokumentarfilm
Projektart: 2. Projekt
„Für mich ist es eine Gradwanderung. Wie gehe ich an dieses Thema ran, wie spiele ich das?“ Gabriele Wermeling soll sich als Schauspielerin in dem neuen Stück ihrer Theatergruppe der Geschichte der Tötungsanstalt Grafeneck stellen. In der Nähe von Reutlingen gelegen, wurden hier 1940 von den Nationalsozialisten 10.654 Menschen, die unter den Begriff „lebensunwert“ fielen, in einer Gaskammer ermordet. Die Opfer kamen aus ganz Deutschland, denn Grafeneck war Teil eines Pilotprojekts. Hier erprobten die Nationalsozialisten das systematische, industrielleTöten zum ersten Mal, bevor es später im großen Ausmaß in Auschwitz und in anderen Lagern angewendet wurde. Der Film begleitet die inklusive Theatergruppe des Theaters Reutlingen über zwei Jahre mit der Kamera bei der Entstehung und Aufführung des Straßentheaterstücks. Dabei gibt er zugleich tiefe Einblicke in das Leben von Seyyah Inal, Anne-Kathrin Killguss und Gabriele Wermeling. Die Darstellerinnen und Darsteller erleben in der Auseinandersetzung mit dem Thema, wie ihr Schicksal vor circa 80 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgesehen hätte. Ausgelöst durch die Beschäftigung mit Grafeneck stellen sich für sie Fragen nach ihrer gesellschaftlichen Anerkennung im Hier und Heute bis hin zur Rolle in der eigenen Familie. Denn auch im Privaten ringen sie oft darum, „für voll genommen“ zu werden. Die berührende Dokumentation zeigt, dass die Frage nach dem Wert, den wir dem Leben zumessen, aktueller ist denn je.
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