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"approaching the puddle" eröffnet Tanzfilmfestival "moovy"

Nach einer erfolgreichen Festivaltour ist der Abschlussfilm von Sebastian Gimmel an der KHM noch einmal beim 1. Kölner Tanzfilmfestival "moovy" zu sehen.
Freitag, 24. März und Samstag, 25. März 2017, jeweils 20 Uhr
Filmforum NRW im Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Mit "approaching the puddle" hat Sebastian Gimmel sein Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln abgeschlossen. Bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2015 war der Tanzfilm erstmals im Deutschen Wettbewerb zu sehen. Das Festival schreibt über den Film: "Eine junge Frau, perfekt für einen Regentag gekleidet, erkundet ihre Umgebung auf einem leeren Parkplatz. Zwischen Pfützen entwickelt sie einen spielerischen Tanz, driftet in eine innere Welt, an einen magischen Ort, der ihre Gummistiefel zum Leben erweckt."
In der Zwischenzeit wurde der Tanzfilm mehrfach ausgezeichnet und bei internationalen Filmfestivals präsentiert. Das 2-tägige Festival "moovy", das erstmals an zwei Abenden in Köln eine Auswahl von internationalen Tanzfilmen präsentiert, zeigt "approaching the puddle" und "RUHE" von KHM-Student Lukas Hielscher im Programm Junge Talente am 24. März, 20 Uhr.

"In einem typisch tristen und grauen Hinterhof entdeckt eine junge Frau eine Pfütze. Sie geht darauf zu, bleibt vor ihr stehen. Und anstatt sich zu entscheiden – reinspringen, drüberspringen, davonlaufen – beginnt sie zu tanzen. Fast neun Minuten dauert der experimentelle Kurzfilm von Regisseur Sebastian Gimmel, der zusammen mit der Tänzerin Homai Toyoda auch die Choreografie entwickelte. Und die Art und Weise, wie dies geschieht, ist in den Augen der Jury filmisch völlig unkonventionell und äußerst reizvoll gelöst.
Durch die Choreografie des Tanzes, die von einer ähnlich sorgfältig komponierten Soundebene und Montage begleitet wird, entwickelt der Film eine Art Sog. Als Zuschauer folgt man der Bewegung der Tänzerin, als handele es sich hier um ausgelebte Gedankengänge. Wie ein Kind tänzelt die junge Frau um die Pfütze herum. So entsteht eine Art erzählerische Spannung, denn die Protagonistin wechselt stets in Tempo und Ausdruck. Nie weiß der Zuschauer, was als nächstes kommt und ob der Sprung tatsächlich noch erfolgen wird. Die Abstraktion des Moments gipfelt in kleinen animierten Tricksequenzen mit Mini-Gummistiefeln, die Teile der Jury als irritierend empfanden, sich dann aber doch harmonisch in den Film einfügen.
Zur Aussage des Films kann man vieles sagen – oder eben nichts. Testet die junge Frau Grenzen aus? Fühlt sie sich unter Druck gesetzt, kann sie den Erwartungen anderer nicht standhalten? Oder ist der ganze Film eine liebevolle nostalgische Erinnerung an die Unbekümmertheit der Kindheit? Der Film von Sebastian Gimmel lässt jegliche Deutung zu. Die Jury kam zu dem Schluss, dass dies jedoch nebensächlich sei. Am Ende steht ein kurzweiliger unterhaltsamer Film, der durch seine Sorgfalt auf Ton- und Bildebene und das hohe Maß an Kreativität zu überzeugen weiß. Sie verleiht ihm deshalb gerne das höchste Prädikat 'besonders wertvoll'."
(Filmbewertungsstelle Wiesbaden 2017)

Sebastian Gimmel wurde 1982 in Dresden geboren. Erlangte 2009 ein Diplom in Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal sowie 2014 ein Diplom an der Kunsthochschule für Medien Köln. Der Filmemacher und 3-D Künstler lebt und arbeitet in Wuppertal.
Redaktion — Ute Dilger
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