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Erstausstrahlung auf 3sat

Still aus „Chrysanthemum“ von Jingyuan Luo

Die Kurzfilme „Chrysanthemum“ und „ghosting mother“ werden erstmals im Fernsehen ausgestrahlt. Beide Filme wurden bei den Kurzfilmtagen Oberhausen 2025 ausgezeichnet. Noch bis 31. Juli sind sie in der 3sat-Mediathek zu sehen.

Noch bis 31. Juli in der 3sat-Mediathek abrufbar.
Die Sendung wurde am 2. Mai 2026, 22:45 Uhr, auf 3sat erstmals ausgestrahlt.

Anlässlich der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen strahlt 3sat jährlich Kurzfilme aus, die beim Festival ausgezeichnet wurden. Im vergangenen Jahr feierten die Kurzfilme der KHM-Studierenden Jingyuan Luo und Bernard Mescherowsky ihre Uraufführung in Oberhausen und erhielten Preise der Jury und vom Publikum. Noch bis zum 31. Juli sind die Filme in der 3sat-Mediathek zu sehen.


Jingyuan Luo erhielt für ihren Animationsfilm „Chrysanthemum“ (2025, 9:20 Min.) den Förderpreis im NRW-WettbewerbDie Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen: „Eine ohnmächtige Trauer, verschwiegen und verdeckt von staatlicher Zensur. Eine Annäherung aus der Distanz. Feinsinnige Animationen und wiederholende Bewegungsmuster schaffen einen poetischen
Versuch, das Ungreifbare in Gedenken zu wandeln."


Bernard Mescherowsky gewann mit seinem Experimentalfilm „ghosting mother“ (2025, 16:58 Min.) den Preis der WDR Westart-Zuschauerjury mit folgender Begründung: „Ein Sohn nimmt Abschied, ist auf Spurensuche. Zu früh ist seine Mutter gestorben. Sie gibt ihm keine Zeit mehr, Fragen zu stellen. Was weiß er schon von ihr jenseits ihrer Mutterrolle? Von ihren Träumen, Sehnsüchten, Hoffnungen. Was wissen wir voneinander? Welche Erinnerungen bleiben? Ein sehr persönlicher Film. Zutiefst berührend. Experimentell. Das 16 Millimeter Filmmaterial zersetzt sich wie ein kranker Körper. Die Bilder verblassen, lösen sich auf. Uns berühren die Auseinandersetzung mit Trauer, die einfachen Worte, die visuelle Gestaltung, der Soundtrack, die Idee." 
Auch die Jury des NRW-Wettbewerbs zeichnete Bernard Mescherowskys aus und vergab eine Lobende Erwähnung an "ghosting mother": „Der Entwicklungsprozess hinterlässt Spuren im 16mm-Material, wie die Zeit das Grab zerstört. Auf der Suche nach Erinnerung porträtiert der Filmemacher nicht nur seine Mutter, sondern auch den Versuch, ein eigenes Ritual der Trauer zu schaffen."


„Chrysanthemum“, 2025, 9:20 Min.

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In „Chrysanthemum“ nähert sich Jingyuan Luo dem Fall einer chinesischen „Selbstmordspringerin“, indem sie das Trauma eines Todes, der von dem Staat selbst verschleiert wurde, der ihn verursacht hat, wieder und wieder durchlebt. In wortlosem Kummer erblüht die Blume des Trauerns. Zeichnung einer stilisierten Blumenblüte. Die namensgebenden Blume des Films: unheimlich und schön in ihrer erschütternden Traurigkeit.

Jingyuan Luo, geboren 1996, ist eine transmediale Künstlerin und studiert an der Kunsthochschule für Medien Köln. Ihr Werk hinterfragt anhand einzelner, intimer Momentaufnahmen die Funktionsweise von Gesellschaft in der Krise.


„ghosting mother“, 2025, 16:58 Min.

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Ausgehend vom zerstörten Grab meiner Mutter beginnt eine Suche nach den verbliebenen Erscheinungen. Trauerzeremonie, Erinnerungsbewegung, Wiederbelebungsversuche. „ghosting mother“ arbeitet mit Methoden der Autofiktion und beschäftigt sich in experimentell-dokumentarischer Form mit Fragen der Trauer und ihrer Ritualisierung in bürgerlich-katholischen Kontexten. Der selbstentwickelte 16-mm-Film reflektiert in seiner eigenen Materialität und dessen Beschädigung den gescheiterten Versuch, das Verlorene festzuhalten.

Bernard Mescherowsky, geboren 1996, wuchs in Belgien und Deutschland auf. 2021 nahm er sein Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln auf. Zwischen Ausstellungsraum und Kino kreisen seine Arbeiten um Fragen der Identität, Erinnerung, der sozialen Strukturen und der Medialität des Gedächtnisses.

Redaktion — Ute Dilger
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