Vom Erzählen der Zeit
KHM
Prof. Katrin Laur hat ihr Forschungsfreisemester dem Schreiben eines historischen Romans gewidmet. Das Buch basiert auf ihrem Drehbuch „Das himmlische Rom“. Moderation: Prof. Karin Michalski
Mittwoch, 19. April 2017, 19 Uhr
Ateliergebäude, Raum 2
Filzengraben 2a, 50676 Köln
Moderation: Prof. Karin Michalski
Die estnisch-deutsche
Regisseurin und Autorin Katrin Laur, seit 2011 Professorin für Drehbuch an der KHM, hat ihr Forschungsfreisemester für das
Schreiben ihres ersten Romans genutzt, der 2017 in Estland erscheinen wird.
Wie in ihren Dokumentarfilmen, so beschäftigt sich Katrin Laur auch in der literarischen Form mit Sein und Zeit – wie der konkrete historische Kontext die conditio humana beeinflusst und mit der Frage, was den Menschen in seiner Individualität dabei zu unterstützen vermag. Im Zentrum der kaleidoskopischen Erzählung von „Das himmlische Rom“ steht ein deutscher Jesuit, der die 1930er Jahre im vorwiegend protestantischen Estland erlebte. Prof. Laur berichtet von ihren Erfahrungen, die sie in den Grenzbereichen zwischen Film und Literatur gesammelt hat, und wie sie das Resultat – die Geschichte im Film oder im Buch – beeinflussen.
Katrin Laur hat immer wieder Prosa geschrieben und 1995 in Estland einen Gedichtband „Sõnad“ („Wörter“) veröffentlicht. In den letzten Jahren ist das belletristische Schreiben zu ihrem kreativen Schwerpunkt geworden.
Katrin
Laur, estnisch-deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin, geboren und aufgewachsen in Tallinn, Estland, studierte 1977-82
Regie an der Moskauer Filmakademie VGIK in der Meisterklasse des legendären
russischen Regisseurs Sergei Gerassimow. Im selben Jahr, 1982, emigrierte sie mit ihrer Tochter und ihrem damaligen Ehemann, einem
kolumbianischen Filmkollegen, nach Deutschland.
Sie hat in München, Berlin, Zürich
und im Schwarzwald gelebt und an der Ludwig-Maximilians-Universität
Germanistik studiert.
1995-96 nahm sie an der ersten deutschen Drehbuchberatungsschulung
teil (von Linda Seger beim Medienboard Berlin-Brandenburg durchgeführt),
besuchte weitere Drehbuchweiterbildungen und fing an, Drehbücher zu schreiben.
Sie arbeitet weiterhin als Regisseurin und interessiert sich für den Dokumentarfilm
nicht weniger als für den Spielfilm.
Seit 2004 ist Katrin Laur auch in
Estland tätig. Sie gründete in Tallinn eine Produktionsfirma, machte
Spiel- und Dokumentarfilme. 2008–2011 unterrichtete sie als Dozentin für Dramaturgie an der Baltic Film and Media School der Universität Tallinn.
Seit 2011 ist sie als Professorin für Drehbuch an der Kunsthochschule für Medien Köln tätig.
Filmografie
(Auswahl)
2011 – Roots:
Hundred Years of War and Music, Dokumentarfilm (58 Min.)
2011 – Surnuaiavahi tütar
(Graveyard Keeper’s Daughter),
Spielfilm
2009 – Vasha (früher „Baby
and the Killer“), Drehbuch: Katrin Laur und Mart Kivastik
2007 – The Poet
and her Time,
Dokumentarfilm (90 Min.)
2006 – Ruudi,
Spielfilm
2003 - Geschlecht: weiblich, Drehbuch: Katrin Laur
2002 – Die lange Reise des Reto
Bantli, Dokumentarfilm (52 Min.)
1988 – Revolution aus dem
Salon,
Dokumentarfilm (45 Min.)
1982 – Kolm tundi rongi väljumiseni
(Drei Stunden bis zur Abfahrt des Zuges)
Spielfilm, 30 Min.
1981 – Armastuskiri (Liebesbrief)
Spielfilm (30 Min.)
1979 – Heal järjel inimesed (Bessere
Menschen)
Spielfilm, (30 Min.)
Redaktion — Ute Dilger