Animationskunst: Debütfilme von AbsolventInnen der KHM

KHM
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Still aus "DÄWIT" von David Jansen
— von Ute Dilger —
Ein Abend mit preisgekrönten Kurzfilmen der KHM-AbsolventInnen Laura Lehmus, David Jansen, Markus Zilz, Fabian Driehorst, Simon Steinhorst und Caroline Kox. Und ein Abend zum Abschied von Raimund Krumme, Professor für experimentelle Animation an der KHM seit 2006.
Auftakt der Filmreihe "Best of KHM Movies" im Wintersemester bildet einen Abend mit Animationsfilmen von ehemaligen Studierenden der KHM. Gezeigt werden „AlieNation“ von Laura Lehmus, der 2015 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet wurde, „DÄWIT“, der mit dem Goldenen Reiter beim Filmfest Dresden ausgezeichnete Animationsfilm von David Jansen, für den der KHM-Absolvent Markus Zilz die Musik schrieb und der von Fabian Driehorst, ebenfalls KHM-Absolvent, produziert wurden. Und zuletzt der bei den Kurzfilmtagen Oberhausen ausgezeichnete dokumentarische Animationsfilm „Ein Aus Weg“ der KHM-Absolventen Simon Steinhorst (Buch und Regie) und Caroline Kox (Produktion).
Die RegisseurInnen und ProduzentInnen sind anwesend und geben im anschließend von Prof. Raimund Krumme geführten Gespräch Einblick in den Entstehungsprozess ihrer Filme.

„AlieNation“ (Animation, 2014, 7 Min.) 
Der Animationsfilm „AlieNation“ verwendet den Originalton von Interviews, die Laura Lehmus und Dirk Böll mit Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren über ihre aktuelle Lebenssituation in ganz Deutschland geführt haben. Nicht ganz von dieser Welt zu sein, ist das vereinende Gefühl in einem Alter, in dem die Pickel sprießen, Körper mutieren und die Stimme krächzt. Skurrile Aliens, mal dreiäugige Zyklopen, mal achtbeinige Dreiecke, erzählen so von einem Teenager-Dasein, das scheinbar nicht auf diesem Planeten stattfindet.

Laura Lehmus (*1972 in Finnland) Studium an der KHM 1997–2001. Ihr Abschlussfilm „Not going down“ lief auf zahlreichen internationalen Festivals. Nach dem Studium Arbeit als On-Air-Produzentin und Art-Director für Film und Fernsehen in Berlin. Sie lebt und arbeitet heute in Finnland.


„DÄWIT“ (Animation, 2015, 15 Min.)  
Ein Wolfskind, eine Katze, ein Engel. Animiert im Stil des Holzschnitts. Däwit wird als Kind von seiner Mutter vor der Gewalt des Vaters gerettet und ausgesetzt und wächst weit ab von ihr unter Wölfen auf. Nach einer rätselhaften Reise voller Entbehrungen, auf der Suche nach seiner eigenen Identität, findet er Frieden in der Vergebung.

David Jansen (*1981 in Wipperfürth) Ausbildung zum Verfahrensmechaniker. Praktika bei Columbia Tristar und Sony Pictures. 2006–2013 Studium an der KHM. Seine Animationsfilme „I don’t care“ und „Das Tier das lügen kann“ finden international Aufmerksamkeit. Abschluss an der KHM mit dem Storyboard zu „DÄWIT“. Er ist Mitglied des Kollektivs hi&Moinsen und lebt als freischaffender Regisseur und Animator in Köln.

Marcus Zilz (*1982 in Köln) 2007–2014 Studium an der KHM. Arbeitet als Mischtonmeister, Sprecher, Sounddesigner und Animationsfilmemacher. Mit seiner Firma hi&Moinsen arbeitet er mit Filmemachern Auftrag von großen Markenfirmen.

Fabian Driehorst (*1982 in Gifhorn) 2006–2011 Studium an der KHM. Ab 2004 als Kameramann und Editor tätig, seit 2011 als Produzent und Regisseur. 2011 Gründung der Produktionsfirma Fabian&Fred gemeinsam mit Frédéric Schuld. Ihre Animationen und Werbung werden mehrfach ausgezeichnet. 2014 erhielten sie das Wim-Wenders-Stipendium zur Entwicklung ihres Kinodebüts.


„EIN AUS WEG“ Animationsfilm, 2016, 17 Min.
Der animierte Dokumentarfilm „Ein Aus Weg“ bringt uns in 20 Minuten den jungen Inhaftierten Alex K. ganz nah, der sich in Interviews den Fragen des Seelsorgers Max Prosts über den Sinn des Lebens stellt. Wir hören gebannt seinen Erzählungen zu – über ein kleinkriminelles Leben zwischen Strafgefangenschaft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Normalität und Diebstahl, Liebe und Drogen. Während Alex K. dezent hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, berichtet der um Dialog bemühte Kriminalhauptkommissar Werner B. nüchtern von der Justiz in Deutschland.

Simon Steinhorst (*1985 in Starnberg) Studium am European Film College und der KHM 2008–2013. Seine dokumentarischen Animationsfilme „Daphne und Noa“ und „Emil“ werden international präsentiert und ausgezeichnet. Arbeitet als freischaffender Filmemacher und Schauspieler u.a. im Theaterkollektiv SIGNA.  

Caroline Kox (*1983 im Saarland, aufgewachsen in Luxemburg) Studium an der KHM 2004–2010. Seit 2012 als freischaffende Filmemacherin, Fotografin und Musikerin tätig. 2014 Gründung der Produktionsfirma paradies gemeinsam mit Antonio de Luca, Stipendiatin im Mediengründerzentrum NRW in Köln. 2015 Filmmusiken (gemeinsam mit Antonio De Luca und Lucas Croon) u. a. für „Über Barbarossaplatz“ (Regie: Jan Bonny).


Raimund Krumme (*1950 in Köln) zählt zu den international bekanntesten deutschen Animationskünstlern. Seine Zeichentrickkurzfilme „Seiltänzer“, „Die Kreuzung“, „Le Passage“ und "The Message" wurden mit herausragenden Preisen geehrt (Jury- und Kritikerpreise in Annecy, Bundesfilmpreise in Gold, Animation Award in Montreal u.a.). 1996 zog er von Berlin nach Los Angeles, wo er für den amerikanischen und japanischen Markt auch für die Werbung arbeitete. Von 1997 bis 2002 war er Professor am California Institute of the Arts (CalArts). 2006 wurde er als Professor für experimentelle Animation an die Kunsthochschule für Medien Köln berufen. Arbeiten aus dem Animationsstudio der KHM waren immer wieder äußerst erfolgreich bei Festivals und Wettbewerben vertreten. Viele der von Raimund Krumme betreuten Studierenden, arbeiten heute mit eigenen Firmen im Bereich Animation, Gestaltung, Werbung, Trickfilm und 3D am Markt. Zuletzt betreute Raimund Krumme den KHM-Studenten Ahmad Saleh im Diplom. Sein Abschlussfilm „Ayny“ an der KHM wurde im September mit dem Studenten-Oscar in Gold als bester Animationsfilm ausgezeichnet.
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Trailer "AlieNation" von Laura Lehmus
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Trailer "AlieNation" von Laura Lehmus
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Trailer "DÄWIT" von David Jansen
Making Of "DÄWIT"
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