Animationskunst: Debütfilme von AbsolventInnen der KHM
KHM
Still aus "DÄWIT" von David Jansen
Ein Abend mit preisgekrönten Kurzfilmen der KHM-AbsolventInnen Laura Lehmus, David Jansen, Markus Zilz, Fabian Driehorst, Simon Steinhorst und Caroline Kox. Und ein Abend zum Abschied von Raimund Krumme, Professor für experimentelle Animation an der KHM seit 2006.
Mittwoch, 26. Oktober 2016, 19 Uhr
Aula der KHM
Filzengraben 2, 50676 Köln
Moderation: Prof. Raimund Krumme
Auftakt der Filmreihe "Best of KHM Movies" im Wintersemester bildet einen Abend mit
Animationsfilmen von ehemaligen Studierenden der KHM. Gezeigt werden „AlieNation“ von Laura Lehmus, der 2015 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold ausgezeichnet wurde, „DÄWIT“, der mit dem Goldenen Reiter beim Filmfest Dresden ausgezeichnete Animationsfilm von David Jansen, für den der KHM-Absolvent Markus Zilz die Musik schrieb und der von Fabian Driehorst, ebenfalls KHM-Absolvent, produziert wurden. Und zuletzt der bei den Kurzfilmtagen Oberhausen ausgezeichnete dokumentarische Animationsfilm „Ein Aus Weg“ der KHM-Absolventen Simon Steinhorst (Buch und Regie) und Caroline Kox (Produktion).
Die RegisseurInnen und
ProduzentInnen sind anwesend und geben im anschließend von Prof. Raimund Krumme geführten Gespräch Einblick in den Entstehungsprozess ihrer Filme.
„AlieNation“
(Animation, 2014, 7 Min.)
Der Animationsfilm „AlieNation“ verwendet den Originalton von
Interviews, die Laura Lehmus und Dirk Böll mit Jugendlichen zwischen 15 und 17
Jahren über ihre aktuelle Lebenssituation in ganz Deutschland geführt haben.
Nicht ganz von dieser Welt zu sein, ist das vereinende Gefühl in einem Alter,
in dem die Pickel sprießen, Körper mutieren und die Stimme krächzt. Skurrile
Aliens, mal dreiäugige Zyklopen, mal achtbeinige Dreiecke, erzählen so von
einem Teenager-Dasein, das scheinbar nicht auf diesem Planeten stattfindet.
Laura Lehmus (*1972 in Finnland)
Studium an der KHM 1997–2001. Ihr Abschlussfilm „Not going down“ lief auf
zahlreichen internationalen Festivals. Nach dem Studium Arbeit als
On-Air-Produzentin und Art-Director für Film und Fernsehen in Berlin. Sie lebt
und arbeitet heute in Finnland.
„DÄWIT“
(Animation, 2015, 15 Min.)
Ein Wolfskind, eine Katze, ein Engel. Animiert im Stil des
Holzschnitts. Däwit wird als Kind von seiner Mutter vor der
Gewalt des Vaters gerettet und ausgesetzt und wächst weit ab von ihr unter
Wölfen auf. Nach einer rätselhaften Reise voller Entbehrungen, auf
der Suche nach seiner eigenen Identität, findet er Frieden in der
Vergebung.
David Jansen (*1981 in Wipperfürth)
Ausbildung zum Verfahrensmechaniker. Praktika bei Columbia Tristar und Sony
Pictures. 2006–2013 Studium an der KHM. Seine Animationsfilme „I don’t care“
und „Das Tier das lügen kann“ finden international Aufmerksamkeit. Abschluss an
der KHM mit dem Storyboard zu „DÄWIT“. Er ist Mitglied des Kollektivs
hi&Moinsen und lebt als freischaffender Regisseur und Animator in Köln.
Marcus Zilz (*1982 in Köln) 2007–2014
Studium an der KHM. Arbeitet als Mischtonmeister, Sprecher, Sounddesigner und
Animationsfilmemacher. Mit seiner Firma hi&Moinsen arbeitet er mit
Filmemachern Auftrag von großen Markenfirmen.
Fabian Driehorst (*1982 in Gifhorn)
2006–2011 Studium an der KHM. Ab 2004 als Kameramann und Editor tätig, seit
2011 als Produzent und Regisseur. 2011 Gründung der Produktionsfirma
Fabian&Fred gemeinsam mit Frédéric Schuld. Ihre Animationen und Werbung
werden mehrfach ausgezeichnet. 2014 erhielten sie das Wim-Wenders-Stipendium
zur Entwicklung ihres Kinodebüts.
„EIN AUS WEG“
Animationsfilm, 2016, 17 Min.
Der animierte Dokumentarfilm „Ein Aus Weg“ bringt uns in 20
Minuten den jungen Inhaftierten Alex K. ganz nah, der sich in Interviews den
Fragen des Seelsorgers Max Prosts über den Sinn des Lebens stellt. Wir hören
gebannt seinen Erzählungen zu – über ein kleinkriminelles Leben zwischen
Strafgefangenschaft und Freiheit, zwischen gesellschaftlicher Normalität und
Diebstahl, Liebe und Drogen. Während Alex K. dezent hoffnungsvoll in die
Zukunft blickt, berichtet der um Dialog bemühte Kriminalhauptkommissar Werner
B. nüchtern von der Justiz in Deutschland.
Simon Steinhorst (*1985 in
Starnberg) Studium am European Film College und der KHM 2008–2013. Seine
dokumentarischen Animationsfilme „Daphne und Noa“ und „Emil“ werden
international präsentiert und ausgezeichnet. Arbeitet als freischaffender
Filmemacher und Schauspieler u.a. im Theaterkollektiv SIGNA.
Caroline Kox (*1983 im Saarland,
aufgewachsen in Luxemburg) Studium an der KHM 2004–2010. Seit 2012 als
freischaffende Filmemacherin, Fotografin und Musikerin tätig. 2014 Gründung der
Produktionsfirma paradies gemeinsam mit Antonio de Luca, Stipendiatin im
Mediengründerzentrum NRW in Köln. 2015 Filmmusiken (gemeinsam mit Antonio De
Luca und Lucas Croon) u. a. für „Über Barbarossaplatz“ (Regie: Jan Bonny).
Raimund Krumme (*1950 in Köln) zählt
zu den international bekanntesten deutschen Animationskünstlern. Seine Zeichentrickkurzfilme
„Seiltänzer“, „Die Kreuzung“, „Le Passage“ und "The Message" wurden mit herausragenden Preisen geehrt (Jury- und Kritikerpreise in Annecy, Bundesfilmpreise in Gold, Animation
Award in Montreal u.a.). 1996 zog er von Berlin nach Los Angeles, wo er für den amerikanischen und japanischen Markt auch für die Werbung arbeitete. Von 1997 bis 2002 war er Professor am California Institute of the Arts (CalArts). 2006 wurde er als Professor für experimentelle Animation an die Kunsthochschule für Medien Köln berufen. Arbeiten aus dem Animationsstudio der KHM waren immer wieder äußerst erfolgreich bei Festivals und Wettbewerben vertreten. Viele der von Raimund Krumme betreuten Studierenden, arbeiten heute mit eigenen Firmen im Bereich Animation, Gestaltung, Werbung, Trickfilm und 3D am Markt. Zuletzt betreute Raimund Krumme den KHM-Studenten Ahmad Saleh im Diplom. Sein Abschlussfilm „Ayny“ an der KHM wurde im September mit dem Studenten-Oscar in Gold als bester Animationsfilm ausgezeichnet.
Redaktion — Ute Dilger