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Prädikat "besonders wertvoll"

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) hat dem abendfüllenden Dokumentarfilm „Am Kölnberg“ von Robin Humboldt und Laurentia Genske das höchste Prädikat erteilt.
"Am Kölnberg" wurde bereits bei seiner Uraufführung beim Leipziger Festival für Dokumentarfilm 2014 mit einer Lobenden Erwähnung im Deutschen Wettbewerb ausgezeichnet und begeistert seitdem Juries wie Publikum bei zahlreichen auch internationalen Festivals. In Köln läuft er aufgrund der großen Nachfrage seit März diesen Jahres im Kino (siehe Programm der filmpalette köln).
Am Mittwochabend, 29. Juli, 21:30 Uhr, wird der Film im Open-Air Kino im Kölner Veranstaltungs- und Kulturzentrum Odonien gezeigt.

Die Begründung der Filmbewertungsstelle Wiesbaden: "Der Dokumentarfilm wirft einen nahezu ethnografischen Blick auf einen Grenzbereich der Stadt Köln, einen Hochhauskomplex, wo Sozialhilfeempfänger und Lebenskünstler leben, und damit auch einen Blick auf Armut und prekäre Verhältnisse im gegenwärtigen Deutschland. Hierzu konzentriert sich der Film auf vier Personen. Die Auswahl - es handelt sich um Deutsche mittleren und höheren Alters - gibt gewiss nicht die Unterschiedlichkeit der mehrere Tausend Menschen umfassenden Bewohner wider, die zu einem großen Teil aus Migranten sehr unterschiedlicher Herkunft bestehen. Davon abgesehen gelingt es dem Film jedoch, mit großer Sorgfalt und Einfühlungsvermögen eine bemerkenswerte Nähe zu den Protagonisten herzustellen. Bereitwillig erzählen sie von ihrer Vergangenheit, von ihren nicht wahr gewordenen Wünschen, den Krisen in ihrem Leben, die dazu geführt haben, dass sie auf dem Kölnberg wohnen. Und sie erzählen davon, wie sie dieses Leben am Rand der Gesellschaft zu meistern versuchen.
Der Film ist hervorragend geschnitten, die Übergänge zwischen den Erzählsträngen sind nahezu fließend. Die Kamera ist nah dran, scheut sich auch nicht vor Schonungslosigkeit, rückt den Personen aber nicht zu Leibe, sondern bewahrt immer Respekt. Die Interviews zeigen die Personen immer in einem sie charakterisierenden Setting, während einer Tätigkeit, die typisch für ihren Tagesablauf ist. Nichts wirkt gestellt. Im Gedächtnis bleiben vor allem die Aufnahmen der eher trist anmutenden Umgebung, die Panoramabilder aus dem Hochhaus gefilmt und die Kommentierung einer Protagonistin – es ist die älteste von allen – wie beeindruckend dieser Blick und diese Landschaft doch sei und wie viele Assoziationen ermöglicht werden. AM KÖLNBERG ist gelungenes Plädoyer dafür, die Randständigen und die Subalternen im eigenen Land ernst zu nehmen und ihnen eine Stimme und ein Medium zu geben, in dem sie sich äußern können." (Juli 2015)
„Am Kölnberg“ (2014, 85 Min.) Regie: Laurentia Genske und Robin Humboldt; Kamera: Laurentia Genske, Robin Humboldt, Johannes Waltermann; Schnitt: Carina Mergens; Sounddesign und Tonmischung: Robert Keilbar; Farbkorrektur: Fabiana Cardalda; Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln, Betreuer: Prof. Thomas Schmitt, Prof. Frank Döhmann und Dirk Specht.

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