Vorlesungsverzeichnis

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Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2026/2027

Technologie und Autoritäre Formierung

Faschisierung von der Lochkarte bis zur KI  

Typ:
Sonstige Veranstaltung
Semester:
WS 26/27
Zielgruppe:
Hauptstudium / Diplom 2, Promovierende
Sprache:

Deutsch (English possible)

Voraussetzungen

Verbindliche Anmeldung per E-Mail bis spätestens 1.12.2026 an c.heck@khm.de

Termine - Ort & Zeit

TypAnfangEndeTagTurnusvon-bisOrt
25.01.2729.01.27Einmalig11:00 - 16:00wird noch bekannt gegeben
Typ
Anfang25.01.27
Ende29.01.27
Tag
TurnusEinmalig
von-bis11:00 - 16:00
Ortwird noch bekannt gegeben

Beschreibung des Seminars

In Kooperation mit Dr. Guido Arnold vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS).


Technologie ist nicht neutral, sie steht in einem engen Wechselverhältnis zur Gesellschaft, die diese hervorbringt. Der reine Werkzeugcharakter erzählt zu wenig über die Machtverhältnisse und die techno-sozialen Implikationen von Technologie: wie technische Systeme Macht bündeln, Subjekte form(alis)ieren und Gewaltverhältnisse stabilisieren – und zwar nicht erst in der Nutzung, sondern bereits in Design und Entwicklung. Mittels Social Media beispielsweise, werden in ihrer Kehrseite Menschen algorithmisch erfasst, ihr Verhalten analysiert und zu datafizierten Zielobjekten – sei es zur gezielten Werbeschaltung (Ad Targeting), Verhaltens- und Einstellungsbeeinflussung oder als Big Data zum gezielten Töten (Targeted Killing) im Data-Driven Warfare.


Diese Technologien – ähnlich wie atomare Hochrisikotechnologien – erfordern nicht nur zentralisierte Infrastrukturen, proprietäre Datenmacht und eine enge Verzahnung von Staat, Militär und Konzernen, sie fördern auch autoritäre Strukturen und ausnahmerechtliche Regierungsformen. Andere Medien und Technologien erlauben hingegen flexiblere Gesellschaftsstrukturen und können sogar solidarische bis gemeinwohlorientierte Prozesse befördern. Sie setzen sich jedoch nur schwer durch – unter anderem, weil sie der Logik konzentrierter Daten- und Befehlsmacht zuwiderlaufen.


Die technisierten Erfassungssysteme des Nationalsozialismus – etwa die statistische Registrierung und Kategorisierung mittels Lochkartensystemen – zeigen im Nachhinein, wie datengetriebene Praktiken Macht ausübten und Ausschlüsse, Gewaltausübung sowie Rechtsbrüche bis hin zur systematischen Ermordung ermöglichten. Die Erfassung, Deportation, Lagerverwaltung und Vernichtung „unwerten Lebens” wäre ohne die damals neue Technologie des US- Konzerns IBM in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen.


Im Seminar soll reflektiert werden, welche strukturellen Prinzipien solcher Systeme in heutigen Technologien der „künstlichen Intelligenz” fortwirken und wie wir diesen durch zivilgesellschaftliches Engagement entgegenwirken können. Denn so wie IBM im Dritten Reich exemplarisch für das Ineinandergreifen von Dateninfrastruktur, staatlicher Macht und biopolitischer Kontrolle stand, so agieren heute Big Tech Monopole wie Amazon, Google, Meta und Co. als tragende Säulen der technischen Möglichkeit, Bevölkerung algorithmisch zu erfassen, zu klassifizieren und zum Ziel zu machen.

Studienbüro

Studienbüro

Karin Cordes

Juliane Schwibbert

Claudia Warnecke

Heumarkt 14, 50667 Köln

+49 221 20189 -194 / 119 / 187 / 249
Fax +49 221 20189 - 49249
studoffice@khm.de


Öffnungszeiten:


Montag + Dienstag von 10 - 13  Donnerstag von 10 - 16 Uhr

Anfragen oder Termine sind auch telefonisch, Mo - Do 9:30 bis 13:00 Uhr, möglich oder per E-Mail


Wintersemester 2026/27

Vorlesungszeit:
12.10.2026 bis 05.02.2027

Winterpause:

21.12.2026 bis 01.01.2027


Sommersemester 2027

Vorlesungszeit:

12.04.2027 bis 23.07.2027


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