
Der Dokumentarfilm „Nonna“ von KHM-Student Vincent Graf wird im Rahmen einer Kinotour in ausgewählten Kinos in Deutschland gezeigt. Die Premiere findet am 17. September im Filmhaus Köln statt.
Im Rahmen einer Kinotour läuft der KHM-Film „Nonna“ im September in Köln und Düsseldorf. In dem Dokumentarfilm begleitet KHM-Student Vincent Graf seine eigene Großmutter, die alleine ein Bed & Breakfest in Italien leitet. Die Kinopremiere findet am 17. September um 19:30 Uhr im Filmhaus Köln statt. Im Anschluss an die Vorführung wird es ein Filmgespräch mit Vincent Graf geben.
„Nonna“ feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm 2025 und lief als Eröffnungsfilm beim Kölner Dokumentarfilmfest „Stranger than fiction“.
Vincent Graf wurde 1996 als Sohn deutsch-italienischer Eltern in Deutschland geboren. Er studierte zunächst Film an der FH Dortmund, wo er sowohl dokumentarisch als auch fiktional arbeitete. Seit 2023 vertieft er an der Kunsthochschule für Medien Köln seine Auseinandersetzung mit in der Wirklichkeit gefundenen Stoffen. „Nonna“ ist sein erstes Projekt im Postgraduiertenstudium an der KHM.
D, 2025, 79 Min.
Nonna [it. Großmutter] ist allein. Allein in Süditalien. Dort schuftet sie sich täglich für ihr Vermächtnis ab – ein weitläufiges Bed & Breakfast. Eigenhändig von ihr und ihrem Mann erbaut, mit den hart erarbeiteten D-Mark aus über drei Jahrzehnten der Gastarbeit in Deutschland. 1999 kehrten beide zurück nach Italien, während ihre Kinder und Enkel in Deutschland blieben.
Nonno [it. Großvater] ist mittlerweile verstorben, nur der schwerhörige Bruder wohnt jetzt um die Ecke. Gelegentlich wird gemeinsam gegessen – häufiger lautstark diskutiert oder über den defekten Rasentrimmer gestritten. Videoanrufe mit der Schwester, ihren Kindern und Enkeln halten den Kontakt zu Deutschland aufrecht. Die Distanz zur Familie ist groß und die Verbindung oft schlecht.
Doch Nonna geht stur ihren alltäglichen Arbeiten in den einsamen Zimmern, Fluren und dem Garten nach. Dabei ist sie widerwillig auf die Hilfe des Tagelöhners Ali angewiesen.
Zunehmend verschwindet Nonna in den Strukturen des Hauses. Starrköpfig, laut und nachdenklich kämpft sie gegen das Wissen an, dass sie bald eine Entscheidung treffen muss.