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KHM beim Filmfest München 2026

Still aus „استحبس (Estahbes) If Only the Year Had 364 Days" von Almourad Aldeeb

Der Dokumentarfilm „If Only the Year had 364 Days” des KHM-Studenten Almourad Aldeeb feiert beim Filmfest München 2026 seine deutsche Premiere. Auch Absolvent*innen der KHM sind in diesem Jahr mit ihren neuen Filmen stark beim Festival vertreten.

26. Juni bis 5. Juli 2026
43. Filmfest München
Festivalzentrum: Amerikahaus im Kunstareal

Beim Filmfest München 2026 werden 130 abendfüllende Spiel- und Dokumentarfilme aus 56 Ländern in den verschiedenen internationalen Wettbewerben sowie in den renommierten Festivalreihen „Neues Deutsches Kino" und „Neues deutsches Fernsehen" präsentiert. Alle Filme werden erstmals in Deutschland gezeigt.


Im Wettbewerb „CineRebels“ feiert der erste Langfilm des KHM-Studenten Almourad Aldeeb „If Only the Year had 364 Days“ (arabischer Originaltitel „استحبس Estahbes)​​​​​​​ seine deutsche Premiere. Der Dokumentarfilm wurde im April beim Festival „Vision du Réel" in Nyon uraufgeführt. Für den mit 15.000 Euro dotierten CineRebels Award sind 12 Produktionen nominiert, die "radikal oder experimentell, überraschend oder gegen den Strich gebürstet sind".

Das Festival schreibt in seiner Programmankündigung: „Das arabische Wort استحبس (Estahbes) bedeutet 'sich an die Umstände einer Inhaftierung zu gewöhnen'. Diese komplexe Bedeutung greift Almourad Aldeeb in seinem essayistischen Dokumentarfilm auf. In diesem erlebt der Regisseur seine monatelange Gefangenschaft durch das syrische Assad-Regime im Jahre 2013 noch einmal. Seine ruhige, poetische Erzählerstimme, sowie die statischen, lange verweilenden Bilder vom Schauplatz seiner grauenhaften Erlebnisse werden unterbrochen durch eine nervenzerreibende, tief gehende Geräuschkulisse. Ein Film, der Gerechtigkeit zu bringen versucht für alle Freunde, die Aldeeb verlor und die vielen weiteren Gefangenen, die im Gefängnis starben.“

Der aus Homs in Syrien stammende KHM-Student Almourad Aldeeb reiste im Dezember 2024, nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes, nach Damaskus und konnte den Film dort gemeinsam mit seinen KHM-Kommilitonen Ayham Khalifeh (Bildgestaltung) und Mustafa Kur (Performative Intervention) realisieren.


In der Reihe „Neues Deutsches Kino“ feiert der Debütfilm des KHM-Absolventen Christoph Otto „Die Ballade von Mittwoch auf Donnerstag“ (2026, 79 Min., mehr) seine Weltpremiere. Christoph Otto (Regie und Montage) arbeitete bei dem Film mit KHM-Absolvent Jan Bonny (Co-Autor) und den KHM-Absolventen Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann (bilduntonfabrik, Koproduktion) zusammen. In der Reihe wird auch der neue Spielfilm „Schöne Seelen“ (2026, 117 Min., mehr) von KHM-Absolvent Tom Schreiber präsentiert. In seinem Team waren ebenfalls Absolventen der KHM in künstlerischen Positionen beteiligt: Jakob Berger (Bildgestaltung) und Christian Becker (Montage).

In der Reihe „CineMasters“ wird der neue Spielfilm des KHM-Absolventen Visar Morina erstmals in Deutschland gezeigt. „Scham und Geld“ (2026, 129 Min., mehr) feierte im Januar beim Sundance Festival seine Weltpremiere und gewann den Großen Preis der Jury im internationalen Spielfilmwettbewerb des Festivals. Die Kamera führte der KHM-Absolvent Janis Mazuch, eine der Produzent*innen des Films ist die KHM-Absolventin Pia Hellenthal.


In der Reihe „Spotlight“ feiert der neue Film des KHM-Absolventen Lars Jessen „Spaziergang nach Syrakus“ (2026, 97 Min., mehr) seine Weltpremiere. Der Kinofilm basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Friedrich Christian Delius. In den Hauptrollen sind Charly Hübner als Paul Gompitz und Lina Beckmann als Anne Gompitz zu sehen.

استحبس (Estahbes) If Only the Year Had 364 Days 
D/Syrien, Dokumentarfilm, 2026, 81 Min. Farbe, 5.1, gedreht auf 16 mm, Arabisch mit engl. UT

Im Jahr 2013 wurde in Damaskus eine Gruppe von Freunden festgenommen und in der Abteilung 215 inhaftiert. „Estahbes“ ist eine persönliche Reise zwischen Syrien und dem Exil, ein Versuch, Erinnerungen wachzurufen und sich einer Vergangenheit in Haft sowie einer Gegenwart des Zeugnisgebens zu stellen. In Gedenken an sieben Freunde, die unter Folter starben.

Das Team: Regie und Buch: Almourad Aldeeb; Bildgestaltung: Ayham Khalifeh; Erzähler: Almourad Aldeeb; Performative Intervention: Mustafa Kur; Kamera- und Lichtassistenz: Rawad Hamdan; Ton: Khaled Kurbeh; Montage: Almourad Aldeeb; Color Grading: Ewald Hentze; Sounddesign: Khaled Kurbeh; Tonmischung: Ralf Schipke; Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann, Prof. Ulrike Franke, Prof. Philip Scheffner; Plakatgestaltung: Ayham Skaf; Produzenten: Almourad Aldeeb, Ayham Khalifeh; Produktion: Almourad Aldeeb, KHM; Weltvertrieb: WindCinema
Deutsche Premiere: 30.06., 18 Uhr, CITY 3 mehr
Wiederholungen: 01.07., 21 Uhr, CITY 3, 04.07., 21:30 Uhr, ASTOR CLUB KINO


Filme von KHM-Absolvent*innen:


DIE BALLADE VON MITTWOCH AUF DONNERSTAG

Ensemble-Komödie von Christoph Otto, 2026, 79 Min.
Regie: Christoph Otto; Drehbuch Jan Bonny, Jan Eichberg; Bildgestaltung Montell Taraschewski; Montage: Christoph Otto; Produktion: Monte Kalk Film in Koproduktion mit bildundtonfabrik & ania maria wanda; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW

Wo sonst darf der Mensch seinen Frust ablassen, sich verrennen und blamieren? Die Kneipe ist

der Dritte Ort, Bühne, Beichtstuhl, Fegefeuer.

Weltpremiere: 02.07., 14:30 Uhr, CITY 1

SCHÖNE SEELEN
Spielfilm von Tom Schreiber, 2026, 117 Min.

Regie: Tom Schreiber; Drehbuch: Julia Janzen, Tom Schreiber; Bildgestaltung: Jakob Berger; Montage: Christian Becker; Produktion (Firma): Sutor Kolonko, Ingmar Trost; Verleih: Camino Filmverleih; TV-Sender: ZDF, ARTE

Sommer 1996: Der ewig jugendliche Tagelöhner Freddy ergreift die Gelegenheit, sein unbequemes Leben in Deutschland hinter sich zu lassen und landet in einem spanischen Urlaubsort. Zunächst wähnt er sich im Paradies. Doch die erste Saison ist noch nicht vorüber, da wird Freddy zum Mittelpunkt des grotesken Zerfalls der Aussteigergemeinschaft.
Weltpremiere: 28.06., 17:45 Uhr, HFF


VON SCHAM UND GELD 
Spielfilm von Visar Morina, 2026, 129 Min.

Regie: Visar Morina; Drehbuch: Visar Morina, Doruntina Basha; Bildgestaltung: Janis Mazuch; Produktion: Visar Morina, Pia Hellenthal u. a.

Eigentlich war die Familie glücklich mit ihrem Leben in einer ländlichen Gegend im Kosovo. Doch als ein Familienmitglied heimlich alle Kühe verkauft und sich mit dem Geld ins Ausland absetzt bleibt dem Rest nichts anderes übrig als in die Großstadt zu ziehen und von vorne anzufangen. Aber das ist leichter gesagt als getan in einer Gesellschaft in der Menschen keinen Wert haben. 
Weltpremiere: 28.06., 18 Uhr, Astor Arri Kino

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SPAZIERGANG NACH SYRAKUS
Spielfilm von Lars Jessen, 2026, 97 Min.

Regie: Lars Jessen, Buch: Heide Kersten, Andreas R. Kersten
Mit einer Reise nach Sizilien will Paul Gompitz auf den Spuren des Dichters Johann Gottfried Seume wandeln. Da gibt es nur ein Problem: Wir schreiben das Jahr 1982 und Paul lebt in der DDR. Alle Versuche, eine Genehmigung für seine Ausreise zu bekommen, scheitern. Paul muss also fliehen. Was die Sache nicht einfacher macht: Er will danach auch wieder nach Hause zurück. 
Weltpremiere: 04.07., 20:30 Uhr, Deutsches Theater

Redaktion — Ute Dilger
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