
Der Abend mit Gregg Deal wird in Verbindung mit dem Seminar „I was the new world: encounters with spaces of subculture“ von Konstantin Butz und Andreas Langfeld organisiert. Moderation: Dr. Konstantin Butz. Vortrag und Diskussion auf Englisch.
Der renommierte indigene Künstler Gregg Deal, Mitglied des Pyramid Lake Paiute Tribe und Gründer/Frontmann der Hardcore-Punkband Dead Pioneers, untersucht in seinem Vortrag, wie zeitgenössische Kunst den kolonialen Blick, der die Darstellung von Indigenous peoples seit Jahrhunderten prägt, sowohl hinterfragt als auch widerspiegelt. Anhand von Einblicken in Politik, Kultur und Kreativität diskutiert er, wie indigene Künstler*innen mit Erwartungen, Identität und dem Kunstmarkt umgehen, während sie künstlerische Grenzen erweitern und ihre eigenen Geschichten zurückerobern. Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen als indigener Mensch konfrontiert Deal ohne Umschweife die amerikanische Gesellschaft mit ihren unbequemen Wahrheiten.
Gregg Deal (Pyramid Lake Paiute Tribe) ist eine mutige Stimme in der zeitgenössischen Kunstszene; ein multidisziplinärer Künstler, Aktivist und kultureller Erneurer, der seine Plattform nutzt, um sich zu Themen wie indigener Identität, rassistischer Ungerechtigkeit, Kolonialismus und der Auslöschung indigener Geschichte zu äußern. Verwurzelt in seinen eigenen Erfahrungen als indigener Mensch, konfrontiert Deal in seinen Werken schonungslos die unbequemen Wahrheiten der amerikanischen Gesellschaft, Politik und Popkultur. Mit einer Vielzahl von Medien, darunter Malerei, Wandmalerei, Performancekunst, Film und Spoken Word, hinterfragt Deal tief verwurzelte Stereotypen und zwingt die Betrachter, falsche Narrative über Indigene in Frage zu stellen. Seine Arbeit ist nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern auch ein Akt des Widerstands und der Rückeroberung, bei dem er mit visueller Sprache gegen historische Amnesie und fortbestehende Unterdrückungssysteme vorgeht. In seinem vielgesehenen TED-Vortrag von 2018 beschrieb Deal seine künstlerische Mission als “honoring Indigenous experiences, challenging stereotypes, and pushing for accurate representations of Indigenous people in art.” Weitere Informationen: https://speakup.agency/speakers/gregg-deal/
Gregg Deals Band Dead Pioneers entstand als dynamische Erweiterung seiner Performancekunst und verbindet Musik nahtlos mit kritischen kulturellen Kommentaren. Verwurzelt in denselben Themen der Identität und des Widerstands, die auch seine visuellen Arbeiten prägen, fungiert der Sound der Band als kraftvolle Plattform, um die Komplexität der Erfahrungen der Indigenous peoples und des politischen Lebens in Amerika anzusprechen. Deal nutzt die rohe Energie des Punk und alternative Einflüsse, um vorherrschende Narrative in Frage zu stellen, und verwendet Texte, die zum Nachdenken anregen und Emotionen hervorrufen. So wie seine Performancekunst sich mit dem Erbe der Kolonialisierung und systemischen Marginalisierung auseinandersetzt, bezieht Dead Pioneers – ergänzt durch die Co-Autoren und Bandkollegen Josh Rivera und Abe Brennan an den Gitarren, Bassist Lee Tesche (Algiers) und Schlagzeuger Shane Zweygardt – das Publikum in einen viszeralen Dialog über Überleben, Widerstandsfähigkeit und die Rückeroberung der Stimme ein.
Dieses musikalische Projekt verstärkt nicht nur seine künstlerische Vision, sondern schafft auch einen Raum für kollektiven Ausdruck und Solidarität und lädt die Zuhörer dazu ein, über die Schnittstellen von Kultur, Geschichte und Identität im zeitgenössischen Kontext nachzudenken. Mit Dead Pioneers bekräftigt Deal weiterhin, dass Kunst in all ihren Formen ein wirkungsvolles Mittel für Aktivismus und Veränderung sein kann.